• Kucki 232

Folge 17 - Aufbruchstimmung


 

Erste Frühlingswoche: Sonntag

Geburtstage: keine

Events/Feiertage: Neujahr

Erzähler/in: Joshua

 

Huch? Es ist schon 10 Uhr durch. Es wird Zeit, dass ich aufstehe, da heute noch viel anliegt. Morgen ist meine große Fahrt und da darf ich nichts vergessen. Nachher ist auch noch die letzte Besprechung. Oh je. Wie soll ich das in vier Stunden alles schaffen? Ich fühle mich jetzt schon gestresst. Und ich bin aufgeregt.

Erstmal habe ich aber noch ein anderes Problem: Wachwerden.

Als ich ins Esszimmer komme, freue ich mich, dass sich Niklas und Emilio normal unterhalten. Ich sage doch, dass Emilio kein schlechter Mensch ist. Die beiden schmieden Pläne, wie sie die angeblichen besten Freunde bekehren können, oder sowas. Ich höre nicht so richtig zu, da ich ja heute so viel zu tun habe.

Erstmal geht es nämlich ab unter die Dusche. Im Zeltlager kann man zwar auch duschen, aber da kommt meist nur kaltes Wasser. Wie in der freien Natur eben. Ich liebe sowas. Trotzdem bevorzuge ich zwischendurch mal eine heiße Dusche.

Ich putze mir die Zähne und überlege, was ich alles mitnehmen muss. Duschgel. Handtücher, mein Lieblingsschnuffeltuch. Mein Teddy bleibt aber zuhause. Der ist nämlich viel zu groß.

So. Mal schauen, was auf dem Plan steht. Alles klar. Morgen 9 Uhr Treffen. 10 Uhr Abfahrt. Wir fahren nämlich einige Stunden mit dem Bus. Es kommen viele Pfadfindervereine zusammen. Ich freu’ mich so.

Also packe ich alles zusammen. Aus einer Tasche werden zwei Taschen und aus zweien werden drei. Uff. So viel soll ich doch gar nicht mitnehmen. Hm, nochmal alles durchschauen. Okay, das kann wieder raus. Ich brauche erstmal eine Pause und muss überlegen, was noch hierbleiben kann.

Auf unserer großen Pfadfinderseite schaue ich einmal nach, was die anderen Vereine so schreiben. Es wird richtig groß werden.

Später kommt Opa sogar noch vorbei. Er sieht ungewohnt mit grauem Haar aus. Ich habe ihn trotzdem lieb. Er ist ein cooler Opa, so wie mein anderer auch. Sven gibt mir noch etwas Geld, damit ich mir dort auch was Schönes kaufen kann. Braucht er eigentlich nicht, aber er besteht drauf. Hm, okay. Ich nehme es an.

„Danke, Opa. Ich freue mich richtig. Das wird eine tolle Woche.“

„Das glaube ich dir aufs Wort.“

Ich nehme ihn in den Arm und knuddel ordentlich durch.

Kurze Zeit später kommt sogar meine Oma durch die Tür. Ich habe sie lange nicht gesehen und habe sie vermisst. Ich hoffe, ihr ist nichts Schlimmes passiert. Aber das ist ja jetzt egal. Ich nehme auch sie in den Arm und knuddel sie durch.

„Hallo, Oma“, sage ich.

„Hallo, mein Kleiner. Du bist ja total aus dem Häuschen.“

„Ja, hihi. Muss auch gleich weitermachen.“

Plötzlich kommt Paps weinend durch die Tür und knuddelt Oma. Er freut sich richtig, sie wiederzusehen. Aber sie hätte doch jederzeit zu uns kommen können?

Selbst von Mam wird sie überfallen.

Aber egal. Ich muss erstmal los. Habe etwas zu lange Pause gemacht und ganz vergessen, dass ich ja noch weitermachen muss. Um 14 Uhr gehe ich zur letzten Besprechung vor der Fahrt.

Was bis 16 Uhr geht. Alle Kinder sind so aufgeregt. Eine Woche Natur pur. Was ich dort wohl alles entdecken werde? Als ich nach Hause komme, sehe ich, dass der Besuch noch da ist. Alle unterhalten sich richtig viel und durcheinander, hihi.

Auch in der Küche ist so einiges los. Steven und Valentino sind hier und unterhalten sich mit Paps. Mein Onkel ist schlecht drauf. Er ist in letzter Zeit oft traurig. Das finde ich schade.

Ich tröste ihn, aber muss ihm leider sagen, dass ich sehr im Stress bin und noch alles packen muss. Ich sage ihm, dass ich ihn trotzdem lieb habe. Das freut ihn.

Onkel Valentino erzählt mir, dass er früher auch gerne in der Natur war und irgendwas gesammelt hat. Das hat ihm sehr viel Spaß gemacht und er erzählt aus dieser Zeit. Wenn er könnte, würde er die Woche sogar mit mir mitfahren.

Onkel Valentino wurde irgendwann zum Teamleiter und hat mit den anderen Kindern neue Pläne geschmiedet. Aber irgendwann hat er es dann aufgegeben, was ihm sehr wehtat. Er weiß gar nicht mal mehr so recht, warum. Irgendwas kam dazwischen. Aber schade. Er hätte sich gut als Teamleiter gemacht.

Ich bemerke, dass ich mich schon wieder verquatscht habe, Oh je. Aber das war so spannend, was Valentino erzählt hat. Er konnte auch mal wieder lachen und das war schön. Trotzdem muss ich noch so viel erledigen. Ich mache das alles im Schnelldurchlauf. Nicht, dass es gleich wieder drei Taschen werden.


Etwas später setze ich mich zu meinen Brüdern. Sie reden wieder sehr intensiv. Wie schön.

Ich frage Emilio: „Warum hast du eigentlich die weiße Mütze auf? Hier ist es doch gar nicht kalt.“

„Weil Opa Jeremy auch so eine getragen hat und ich möchte so werden wie er. Opa hat es auch geschafft, mit seiner Wut zu leben und jetzt ist er mein Vorbild. Mam meint, dass er der beste Paps überhaupt war.“

Ich hätte Opa Jeremy wirklich sehr gerne kennengelernt.


Jetzt muss ich mich aber erstmal auf meine Fahrt konzentrieren. Vieles gilt es zu entdecken und zu erforschen und ich darf nichts vergessen. Vielleicht werde ich ja irgendwann auch mal Teamleiter. So wie Valentino. Das wäre richtig cool.


Den letzten Abend vor der Fahrt genieße ich mit meiner Familie. Ich bin so aufgeregt und kann bestimmt nicht einschlafen. Mam und Paps bemerken schnell, wie nervös ich bin, aber ich sag’ immer, dass ich das nicht bin und alles gut ist.

 

Zwei Outtakes habe ich noch für euch. Während Joshua beim Pfadfindertreffen war, geschah das:

Und als er wieder zurückkam, geschah das^^ (Ich glaube, wir lassen ihn doch lieber nicht fahren, oder? Haha):


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