• Kucki 232

Folge 20 - Die erste Spur


 

Erste Frühlingswoche: Mittwoch

Geburtstag: keiner

Event/Feiertag: keiner

Erzähler/in: Marc

 

So sportlich, wie es gerade aussieht, ist es eigentlich nicht, wie ich aufstehe. Ich musste die ganze Zeit an die verwahrlosten Kinder denken. Wie können Eltern sowas nur machen? Für mich sieht es im Moment noch so aus, als hätten sie sie ausgesetzt. Aber warum? Dem möchte ich heute auf den Grund gehen.

Doch erstmal gilt es andere Sachen zu erledigen. Ja, ich bin ja nebenbei auch selbst noch Paps. Emily wuselt bereits unten rum und ich bekomme gerade noch so mit, wie Emilio und Niklas das Haus verlassen. Die Tür ist einfach nicht zu überhören. Volles Programm steht auf dem Plan.

Halbwach gehe ich ins Esszimmer, während Joel auf seinem Klimperding rumklimpert. Bei ihm ist es gerade richtig einfach, was man ihm morgen zum Geburtstag schenken kann. Nur ich hoffe trotzdem immer wieder, dass er sich an solch einem Technikgedöns nicht verliert. Vielleicht zieht er ja mal mit Joshua umher? Ist auf jeden Fall besser, als den ganzen Tag hier rumzuklimpern.

Morgen wollen wir auch eine Feier geben. Es kommen 17 Leute. Zumindest hat Emily so viele eingeladen. Eigentlich habe ich ja nicht wirklich so die Lust dazu. Im kleinen Rahmen ja, aber wenn dann so viele hier antanzen, muss dann auch nicht sein. Gut, hänge ich halt mit Tommy und Steven ab. Oder ich ziehe mich im Zimmer zurück und recherchiere über den Fall.

Aber erstmal heißt es aufräumen.

Und sich mit den Kids beschäftigen. Aurelie ist irgendwie süß. Sie guckt mich immer so an und sagt aber nichts. Das kann sie gut. Und mit einmal lächelt sie nur.

Bis mein Handy vibriert. Es ist Valentino. Er bittet mich, die Stelle einmal abzusuchen, wo er die beiden Kinder gefunden hat. Er hat das jetzt mit der Polizei so klarmachen können, dass wir uns drum kümmern. Solange wir nicht wissen, was mit ihnen ist und warum sie überhaupt mitten im Wald waren, bleiben wir lieber bedeckt. Valentino denkt ja, dass etwas Okkultes dahintersteckt. Ich denke einfach nur, dass irgendwelche Idioten ihre Kinder einfach so ausgesetzt haben.


Ich helfe Emily unten noch ein wenig und sage ihr, dass ich gleich losmuss. So wirklich begeistert ist sie gerade nicht drüber.

Die Arbeit ist geschafft, aber jetzt muss ich auch wirklich mal los. Emily möchte mich gar nicht gehen lassen.

„Hey, komm mal bitte her. Ich lieb dich, okay? Und du passt da draußen auf dich auf, okay?“, sagt sie etwas bedrückt. „Wer weiß, was da für ein Spinner draußen rumläuft, der die Kinder ausgesetzt hat? Also, passt du bitte auf?“ Sie schaut mich fragend an und küsst mich anschließend.

Danach drückt sie mich ganz schön dolle. Aua, das hat geknackt.

„Mir wird schon nichts passieren. Was soll denn auch passieren? Es ist mein Job, dem nachzugehen. Da hatte ich schon weitaus riskantere Sachen und hey, ich bin immer noch da“, versuche ich die Situation etwas zu lockern.

„Trotzdem.“

Wow, sie ist wirklich sehr bedrückt, weil sie meine Hand nicht loslässt, als ich gehen möchte. Ich habe eine Grundausbildung in Selbstverteidigung und weiß sogar, wie man mit Waffen umgeht. Aber ich hoffe trotzdem, dass ich davon nie Gebrauch nehmen muss. Auch ein Detektiv muss sich gegebenenfalls wehren können. Wir arbeiten aber mehr mit Dingen wie Elektroschockern und sowas. Wir sollen die Verdächtigen ja lahmlegen und nicht einfach nur abknallen.


Also gehe ich in den besagten Wald, den Valentino mit gepostet hat. Schöne Gegend hier. Ich liebe diese Ruhe. Während es in Windenburg heute etwas kälter ist, ist es hier schon recht angenehm. Ich baue mir ein kleines Lager auf und lege meine störende Winterjacke ab. Ich muss flink sein, wenn sich irgendwas tut. Mal schauen, was ich hier finde.

Hm. Ich schaue nochmal aufs Handy, ob ich hier denn auch richtig wäre. Da vorne soll ein Wegweiser sein mit einem großen Baum. Na, mal schauen.

Ich gehe weiter und suche die Stelle.

Schließlich finde ich den Wegweiser und den Baum. Valentino meint, dass ich von da aus noch etwas weiter reinmuss, dann würde ich das Lager der Kinder finden. Es hört sich so an, als wären sie schon eine Weile hier gewesen. Versteckt und abseits von allem. Bevor ich dorthin gehe, bemerke ich auf dem Boden Blutspuren. Hm. Mein Schwager meint, dass die Kinder aber nicht verletzt wären. Komisch.

Ich gehe weiter und sehe, dass die Blutspur bis in das Lager der Kinder führt. Nicht viel, aber auffällig.

Im Lager finde ich nur eine Decke. Sie ist ziemlich zerrissen und stinkt zum Abwinken. Mehr finde ich jedoch nicht. Es ist gut versteckt in einem Gebüsch. Aber weit und breit tut sich absolut nichts. Ich gehe zurück zu meinem Lager und schaue einmal, ob sich in der nächsten Zeit etwas Auffälliges tun würde. Mal gut, dass ich meine Angel mithabe. Valentino hat nämlich gesagt, dass hier schöne Flüsse sind. Den großen Baum habe ich dabei gut im Blick.

Doch außer Müll und Pflanzen kommen nicht raus. Tu’ ich nebenbei noch was für die Umwelt.

Bis ich dann schließlich doch einen kleinen Fang habe. Wenigstens hier habe ich mehr Erfolg, als in meinem Fall.

Bis dann schließlich wieder nur sowas kommt und ich keine Lust mehr habe:

Es wird eh langsam Zeit, da es langsam dunkel wird. Emily hat mir nämlich schon die ganze Zeit geschrieben gehabt, wo ich denn bleiben würde. Irgendwie ja süß, wie sie sich Sorgen macht.

Als ich um die Ecke komme, schaut sie auch ganz erleichtert. Sie hat ihren kleinen Hofladen eröffnet und kümmert sich nebenbei um die Kids. Nein, wird Zeit, dass ich hier jetzt auch mit anpacke.

Oben ist aber alles in Ordnung. Drei glückliche Kinder spielen im Flur. Wow. Was hat Emily ihnen gegeben, dass sie so lieb sind? Oder eher versprochen? Normal sind sie nicht wirklich brav, auch wenn es oft so aussieht. Aber wir sollten wohl gut wissen, wie der Hase langsam läuft, wenn man Kinder hat.

Etwas später gebe ich Valentino durch, was ich gesehen habe. Er wiederum sagt mir, dass die Kinder heute beim Arzt abgecheckt wurden und sie erstmal bei ihm bleiben dürfen. Melania würde sich um sie kümmern. Sie liebt Kinder sehr.

Solange wir nicht wissen, ob Valentino vielleicht recht hat, dürfen wir eben nichts riskieren. Aber warum sollten jetzt okkulte Wesen aufkreuzen? Sowas gab es doch nie. Mein Schwager wiederum meint, dass er irgendwas spürt. Eine alte Sache. Er weiß aber nicht, wo er das einordnen soll. Das sagt er immer wieder und er ist sich so sicher.

Heute widme ich mich aber den Rest des Tages meiner Familie. Joels Party soll morgen der Brüller werden.

„Als dann schließlich das kleine Pony den Stall verließ ....“

Ohne sie wäre ich nämlich nur ein halber Sim, der auf der falschen Spur gelandet wäre.


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