• Kucki 232

Folge 427 - Emilys Geheimnis


Die frischgebackene Teenagerin wälzte sich die ganze Nacht nur im Bett rum. Das mit Tommy geht ihr nun nicht mehr aus dem Kopf. Er muss es erfahren. Genauso wie Anando. Es geht beide was an. Jetzt versucht Emily aber erstmal wachzuwerden.

Sie möchte nicht, dass heute der Geburtstag von ihrem Paps ruiniert wird. Das Mädchen hat an Nadjas Geburtstag schon bemerkt, dass hier dicke Luft war.

Fiona wird wach und versucht ein Gespräch mit ihrer Tante zu führen. Aber diese ist mit den Gedanken ganz woanders.

´Irgendwie ja süß, dass Tommy sich in mich verguckt hat.´

Natalie kommt dazu, aber setzt sich nur wortlos mit ihrem Frühstück hin.

Auf dem Flur tut sich was. Eine Nadja, mit richtig voller Blase, rennt zum Klo. Sie fühlt sich wie so ein Kleinkind, dass ständig in die Windel machen muss. Nicht mit ihr. Sie trägt bestimmt keine Windeln.

Emily hat vor, mehr mit Natalie zu machen. Es ist traurig zu sehen, dass sie so vor sich hin vegetiert.

„Ich werde die ersten Tage sowieso nicht in die Schule gehen. Mal schauen, was ich mache. Ich bring dir dann mal etwas Schönes aus der Stadt mit. Irgendwas Schönes machen wir mal zusammen.“

Ist doch viel besser nun mit leerer Blase. Nadja setzt sich mit zu den anderen und schaut ihre Tochter die ganze Zeit an. Hübsch ist sie. Nur eben ein paar Tage zu früh.

Die Frage stellt sich trotzdem immer noch, warum sie eigentlich gealtert ist und warum Tommy ihre Merkmale sehen kann? Es heißt doch immer 3 Kinder, 3 Fähigkeiten und 3 Dimensionen. Aber damit sind doch die Kinder von ihrem Bruder gemeint.


Draußen ist Fiona schon fleißig zugange.

„Du redest heute aber mit Tommy. Es wäre schade, wenn sich die Wege zwischen euch jetzt wegen sowas trennen würden. Ich mag ihn sehr. Er ist ein angenehmer junger Mann.“

Natalie zieht sich im Zimmer zurück und schaut immer wieder nach draußen in den Himmel. Sie scheint vor etwas Angst zu haben.

Emily textet Tommy, ob es okay für ihn wäre, wenn Emilia kurz mit ihm sprechen könnte.

Es dauert etwas, bis eine Antwort kommt, aber schließlich stimmt er zu. Nachher treffen sie sich an der Bar in Sulani. Da ist es ruhiger.

Nadja macht draußen den Rest.

„Ich mag Tommy. Ihr würdet total süß zusammen sein. Er wird das schon verstehen, mit unseren Fähigkeiten. Bin ich mir ganz sicher.“

Da ist sich Emily mittlerweile aber nicht mehr so wirklich sicher. Er hätte sie einfach gestern nicht sehen dürfen.


„Sonst munterst du mich immer auf. Heute möchte ich das mal machen. Lass den Kopf nicht hängen, sondern verdreh ihm lieber den Kopf, hihi.“

Schließlich kommt ihr großer Bruder noch mit dazu.

„Klärt ihr das wirklich nachher? Ich will nicht noch Ärger haben, wenn Paps seinen Ehrentag heute hat.“

Es tut ihm schon weh genug, dass vorgestern bereits dieser Mist war. Phillip geht nach dem Essen noch etwas trainieren. Braucht er im Moment auch.

Bevor sich Emily mit Tommy trifft, muss sie einige Runden schwimmen. Ihr geht so viel durch den Kopf. Nachher macht sie was falsch und es wird noch schlimmer. Natürlich wäre es nun schön, wenn er sagt „Cool, das finde ich cool.“, aber das wird garantiert nicht passieren.

Wen haben wir denn da? Hallo du rüstige Lea, haha.

Bald kann Jeremy diesen Berg nicht mehr so einfach hochjoggen^^.

Emily bekommt einen Anruf von Tommy. Er beschwert sich, dass Emilia rangeht. Hat sie etwa ihr Handy geklaut? Wäre ja ziemlich krank. Tommy denkt ja, dass er sich gleich mit der kleinen Emily trifft und nicht mit „Emilia“ Er wundert sich eh schon, warum es an die Strandbar gehen soll. Aber nun gut.

Augen zu und durch. Jetzt oder nie. Tommy muss es erfahren.

An der Bar angekommen, will Tommy direkt wieder eine Biege machen. Er verdreht die Augen, als er „Emilia“ sieht.

„Hallo, Tommy.“

„Du willst mich echt verarschen, oder? Was läuft bei dir schief?“

„Stopp. Du hast gesagt, dass wir uns alles sagen können und ich habe dir gesagt, dass ich dir ein Geheimnis anvertrauen muss, wenn es an der Zeit ist.“

„Äh, ja. Mit Emily, aber bestimmt nicht mit ihrer Cousine. Klar?“

„Okay, okay. Was ist, wenn mein Geheimnis ist, dass ich Emily bin? Woher soll ich sonst ihre Telefonnummer so schnell runterrattern können?“

„Ganz ehrlich? Du bist gruselig.“

„Können wir uns vielleicht irgendwo hinsetzen und du hörst mir e-i-n-f-a-c-h nur mal zu? Geht das?“

„Nur kurz. Kann ja richtig witzig werden.“


„Also, hör zu. Und ich möchte nicht, dass du abhaust. Oder nein. Wie hat Paps das gestern so schön gemacht? Frag mich mal irgendwas, was nur Emily wissen kann. Irgendwas.“

„Was soll das Spielchen?“

„Boah, willst du nun die Wahrheit erfahren, oder nicht?“

„Tommy, ich habe es schon schwer genug. Bitte. Frag mich nur irgendwas. Ich halte das langsam auch nicht mehr aus und ich sage, dass ich es Kinderkram finde. Wollen wir den Spieß echt mal umdrehen?“

„Also?“

„Na gut. Ich weiß zwar nicht, was das bringen soll, weil dir Emily ja einiges über mich erzählen kann, aber gut. Welche Lieblingsfarbe habe ich?“

„Orange.“

„Klar. Hat dir Emily halt gesagt. Nein, das führt zu nichts. Lass einfach gut sein und lass dich mal untersuchen.“

„Ich muss gestehen, dass du echt eine Süße bist und ich gestern meine Augen nicht trauen konnte. Aber was du mir hier nun lieferst, ist wirklich grauenvoll.“

„Ich bin Emily. Unser Geheimnis ist, dass wir eine magische Familie sind. Selbst mein Paps ist Magier. Wir versuchen seit Jahrhunderten auf der Welt Fuß zu fassen, weil man uns vertrieben hat. Ein Weiser aus dem Reich hat für Chaos in den Dimensionen gesorgt und wir müssen das nun geradebiegen. Durch dieses Chaos sind meine Nichten und ich schneller gealtert, als es eigentlich üblich ist.“

„Nein, Moment. Du drehst nun voll durch. Lass mich einfach in Ruhe.“

„Es ist unfair, dass du mir nicht glaubst. Ich dachte, wir wären beste Freunde. Du weißt viel mehr noch nicht, als du denkst. Ich wollte dir alles erzählen, aber ich hatte immer Angst, dass genau das passiert. Also, warum rede ich eigentlich noch? Ich bin Emily Duvan und bin eine Magierin. Welche Fähigkeit ich habe, weiß ich noch nicht, aber könnte ich jetzt zaubern, dann würde ich dir eine Luftklatsche ins Gesicht hauen, hihi. Bitte glaub mir doch. Ich bin Emily. Frag gerne meine Familie, nur sprich es bitte nicht draußen an. Es ist noch nicht die Zeit gekommen, dass wir uns outen. Ich hab dich lieb, Tommy und daran wird sich nie was ändern, okay?“

Nun ist selbst Emily etwas angespannt. Hat es etwas gebracht? Ja oder nein?

„Ich kann dir gerne noch mehr erzählen, wenn du magst. Hey, du sitzt immerhin noch hier. Erinnerst du dich noch an den blonden Typen von gestern? Der in diesem Zirkuskostüm? Das ist einer unserer Weisen, Ramon. Wir haben insgesamt drei Weise. Sie sind ziemlich mächtig.“

Emily hat das Gefühl, dass er ihr langsam zuhört. Sie erzählt einfach weiter und tut und macht.

„Aurora hatte früher weiße Haare, weil man sie verflucht hatte. Echt schlimm. Nun ist sie aber ein normaler Mensch, der aber auch noch Kontakt zum Reich hat. Wir sind alles Botschafter.“

Doch plötzlich steht der Teenager auf.

„Gut, es reicht langsam wirklich. Mir ist es mittlerweile egal, ob du nun Emilia oder Emily bist oder was auch immer. Ich möchte am besten gar keinen Kontakt mehr mit euch haben. Richte Emily schöne Grüße aus, aber das war’s für mich. Ich kann ja machen, was ich will. Du gehst ja immer ran.“

Innerlich zerbricht gerade bei Emily alles, was zerbrechen kann. Aber so wird es Tommy wohl auch gerade gehen. Sie schaut ihrem besten Freund hinterher und hofft, dass er eines Tages an der Tür klingeln wird und alles wieder gut ist. Die beiden kennen sich so lange und haben so viel durchgestanden. Das zerfällt gerade wie ein Kartenhaus. Und da hat sie ihm doch nur die Wahrheit gesagt.

Der Teenager schaut Tommy weinend hinterher. Anschließend geht sie nach Hause. Der Tag ist für sie gelaufen. Aber ihrem Paps möchte sie das nicht zeigen.

 

Bevor es weitergeht, habe ich für euch das nächste Jahresbild. Jahr 13 wird somit abgeschlossen und dieses läutet Jahr 14 ein :) . Wie immer findet ihr es unter „Meine Sims“. Ich wollte noch ein Bild mit Jeremy haben, wo er noch kein Rentner ist. Mir blutet nämlich das Herz, ihn nachher als Rentner spielen zu müssen^^.

 

Phillip übt Schach, um seine Beförderung voranzutreiben. Fiona setzt sich mit dazu und möchte mitspielen. Sie kapiert zwar absolut noch nichts, doch irgendwas muss man da hin- und herschieben, also macht sie das mal. Ob es aber hilfreich für ihren Paps ist, ist eine andere Sache, haha.

Jeremy vertreibt seine Gedanken derweil am Fernseher. Wenn er schon bald nicht mehr richtig gucken kann, dann muss wenigstens die Glotze groß genug und scharf eingestellt sein, haha.

Seine Frau ist draußen mit den Kerzen zugange. So wirklich nach Silvester sieht es hier im Moment gar nicht aus.

Emily hat den ersten Tiefschlag hinter sich.

Nun folgt der Nächste.

„Anando? Hast du heute was vor? Kannst du vorbeikommen?“ ........ „Nein, ich habe keine Erkältung.“

Der Junge lässt auch nicht lange auf sich warten. Als Emily da so vor der Tür steht, um ihn abzufangen, kommt von Anando nur:

„Holla, die Waldfee. Wer bist du denn?“

„Okay, hör zu. Ich mache die Kurzform. Tommy ist ja schon abgehauen deswegen. Es steht auch dir frei, danach zu gehen, weil ich bekloppt bin, oder sowas. Also? Bereit? Würdest du mir glauben, dass ich Emily bin? Deine Freundin Emily?“

„Emily? Wie das? Du hast doch erst nächste Woche Geburtstag.“

„Tja. Finde den Fehler.“

„Cool. Dann hat Steven ja recht mit eurer Familie. Weil, es wundert mich nicht, dass bei euch sowas passiert. Steven hat gesagt, ich soll mal bei euch vorbeischauen, weil ihr eine faszinierende Familie seid und die Welt retten sollt. Das ist abgefahren. Dann stimmt das also wirklich?“

„Äh, wie bitte? Steven? Mein Cousin Steven? Was hast du denn mit dem am Hut?“

„Er ist mein bester Freund. Er ist zwar ein sehr ruhiger Vogel, aber ich mag ihn. Bald will ich mit ihm mal in die Disco. Wird bestimmt lustig. Vielleicht willst du ja auch mit.“

„Ähm.“

Also mit dieser Antwort hätte Emily nun absolut nicht gerechnet. Er weiß das mit den Duvans?

„Tommy hat seine Freundschaft gekündigt, wie es aussieht. Ich könnte kotzen. Und du spazierst hier rein und weißt alles schon?“

„Dann siehst du auch meine Merkmale? Also das hier auf dem Arm und im Gesicht? Siehst du das auch bei den anderen?“

„Meinst du dein Tattoo da auf dem Arm und dieses Glitzerdings im Gesicht? Ja, das sehe ich, aber bei den anderen ist es mir nicht aufgefallen.“

Anando starrt Emily noch eine Weile an. Hätte sie gewusst, dass er der beste Freund von Steven ist, dann hätte sie sich bei ihm nicht so einen Kopf machen müssen. Sie kennt ihren Cousin selbst noch nicht so richtig, aber die Teenagerin ist ihm gerade so richtig dankbar.


„Also, ist es für dich nicht schlimm, dass ich etwas anders bin und auch nicht mehr die kleine Emily?“

„Nein. Finde ich sogar richtig süß.“

„Das Leben ist doch viel zu langweilig, wenn nichts passiert. Und da du mir ein Geheimnis anvertraut hast, möchte ich dir auch eines anvertrauen. Ich muss gestehen, dass ich immer ein bisschen eifersüchtig auf Tommy bin, wenn er hier ist und es tut mir auch leid, dass er dir den Rücken zugekehrt hat. Ich weiß, er ist dein bester Freund und es tut weh. Daher klingt das gerade etwas doof, was ich nun sage, aber es ist die Wahrheit. Ich hab mich total in dich verknallt. Ist das schlimm?“

Mam Nadja bekommt alles ganz unauffällig mit, haha. Sie ist halt nun älter. Da braucht sie länger zum Wäscheaufhängen. Ganz klar.

Doch mit diesem Geständnis hat Emily nun nicht gerechnet. Sie hat sich mit dem Thema „Liebe“ noch nie so wirklich befasst. Alles andere war wichtiger. Sie hatte immer nur ihre beiden großen Jungs um sich. Nun, wo sie von heute auf morgen älter geworden ist, merkt sie erst, was es bedeutet, Teenagerin zu sein. Dinge, die sie gestern noch nicht interessierten, interessieren sie nun plötzlich. Trotzdem kam das Geständnis nun ziemlich plötzlich. Das arme Ding hat so einiges zu verdauen.


Nadja ruft Natalie aus ihrem Zimmer heraus, da es Zeit wird, dass die Kleine noch etwas anderes sieht, außer ihr Zimmer. Ihre Oma liest ihr ein Buch vor.

„Es tut mir leid, Anando, aber das ist mir gerade etwas zu viel. Ich hoffe, das ist okay für dich, wenn ich dir nun nicht sofort um den Hals falle. Ich muss erstmal rein.“

Schließlich lässt sie ihn einfach so stehen. Er ruft aber noch etwas hinterher:

„Darf ich denn nachher wieder vorbeikommen? Immerhin ist heute Silvester. Ich hab nichts vor.“

„Meinetwegen.“

Emily setzt sich auf die Terrasse und muss erstmal sortieren. Ihr Kopf raucht. Das war eindeutig zu viel. Am liebsten würde sie einmal ganz laut schreien. So richtig laut, dass die Scheiben kaputtgehen. Schließlich entdeckt sie die neue Bar. Mal schauen, was es da so schönes gibt.

Das zwiebelt ganz schön, aber irgendwas braucht sie nun, um auf andere Gedanken zu kommen.

Tommy fehlt ihr jetzt schon. Sie hofft, dass sie eines Tages wieder mit ihm zusammen lachen und sie ihm wieder alles erzählen kann. Gemeinsam Fingernägel anmalen und Blödsinn machen.

Das Mädchen ist ganz gedankenverloren, als ein Junge die Terrasse betritt.

„Anando? Was zum Teufel ist denn mit dir passiert? Du siehst komisch aus.“

„Wieso komisch? Sieht das wirklich so albern aus?“

„Militärklamotten? Sehe ich das richtig?“

„Oh, ja. Ich find das irgendwie cool. Mein Vater meinte, ich soll die ruhig haben, die Jacke. Er ist ja beim Militär. Die ist schön warm.“

„Okay. Schön warm und du trägst Sonnenbrille.“

Da muss die Teenagerin doch nun mal lachen.

„Ja, was? Dachte, es gefällt dir.“

„Das war unnötig. Du brauchst dich doch nicht aufzumotzen. Vorher sah es doch auch schon gut aus.“

„Wirklich? Du findest, dass ich gut aussehe?“

In dem Moment setzt sich Jeremy mit dazu.

„Komm nicht auf blöde Gedanken, mein Freund. Du brauchst meiner Tochter gar nicht so den Kopf verdrehen. Alles klar?“

„Ich hab das doch gar nicht vor. Ja, mein Gott, sie ist eine Hübsche, aber ich will sie nicht wirklich flachlegen. Keine Sorge.“

„Nur weil sie jetzt Möpse hat, heißt es nicht, dass die nun auch jeder anglotzen darf. Klar? Da habe ich ein Wörtchen mitzureden.“

„Paps, was soll das? Das ist peinlich.“

„Ich hoffe, es ist trotzdem okay, wenn ich heute mit ihr feiern kann? Ich habe eh nichts vor und keine Angst. Ich packe sie nicht an. Keine Angst.“

„Ne, darauf kann ich nun gerade echt nicht. Ich geh erstmal rein. Ihr könnt gerne weiterdiskutieren.“

Jeremy unterhält sich noch eine Weile mit Anando. Es lenkt ihn auch gut vom eigentlichen Anliegen heute ab, doch auch er kommt nicht drumherum, haha.

Wir genießen nun dieses letzte Bild - Naja drittletzte Bild – mit diesem wunderbaren Rotschopf.

Einmal noch kurz was wünschen und die Kerzen werden ausgepustet. Jeremy spiele ich sehr gerne, weil er einfach so ein liebevoller Großkotz ist, haha.

Und da ist er nun: mit grauen Haaren und ordentlichen Falten. Ich habe aber nicht wirklich viel an ihm angepasst, da es einfach mein Jeremy ist, der weiterhin fit wie ein Turnschuh ist. :)

„Alles Gute, Paps.“

Es wird ordentlich gefeiert. Unvorstellbar, dass heute noch Silvester ist und nicht mal Schnee liegt oder sowas. Anstatt einer Silvesterparty, gibt es dann Grillpartys. Wunderbare Lösung.

„Ich gib dir einen Tipp: Komm jetzt nicht so rüber, wie der Obermacker vom Dienst. Sei einfach du und dann ist gut.“

„Entschuldigung. Sollte nicht so rüberkommen. Wollte mich halt nur etwas rausputzen. Aber klar, du hast recht.“

Emily hat nur im Moment ein ganz anderes Problem. Was auch immer sie da vorhin getrunken hat. Es macht sie wackelig auf den Beinen. Trotzdem vergisst sie ihr Problem mit Tommy damit umso mehr. Das ist ihr im Moment lieber, als darüber nachzudenken. Trotzdem. Immer brav zusammenreißen. Paps hat Geburtstag und die Stimmung soll gut bleiben.

Natalie jedoch, zieht sich lieber zurück und schaut fern. Sollen sie machen, da draußen.

„Ich habe kein Problem damit, wenn du heute Nacht hier pennst. Klar. Aber wie gesagt: Ich habe dich im Auge.“

„Und zieh dir mal was anderes an. Das sieht ja total idiotisch aus.“


„Wie kommt das, dass du Steven kennst? Geht er in deine Klasse?“

Anando schafft es trotzdem irgendwann, die Duvans zu überzeugen, dass er nichts Falsches im Sinne hat. Er unterhält sich ganz locker mit der Familie und möchte als guter Freund von Emily mit ihr das Jahr ausklingen lassen. Es hätte ja auch Tommy und er sein können, aber so ist wenigstens einer der beiden da.


Phillip schaut, wo sein Sohnemann bleibt.

„Was hast du denn hier schon wieder für einen Dreck gemacht? Mensch, Benny.“

„Wollte Händewaschen.“

„Na, komm her. Ich helfe dir.“

Die Runde wird immer lockerer.

Während die Kinder etwas gucken, was sie wohl nicht so einfach gucken dürften, wenn ein Erwachsener das nun sehen würde, haha.

Anando geht fix nochmal nach Hause, um sich sein Schlafzeug zu holen und um sich anders zu stylen. Er dachte halt, er kommt so gut an, haha.

„Hast du dich da inzwischen mit Tommy ausgesprochen? Ich dachte, er wollte heute auch noch kommen?“

Emily redet jedoch kaum.


Nadja legt sich etwas hin. Bis Mitternacht möchte sie nicht plötzlich vor dem Fernseher einschlafen. Tja, ist nicht leicht als Rentner.

Die Teenagerin zieht sich im Esszimmer zurück und versucht, Tommy anzuschreiben. Es kommt jedoch nichts zurück. Hat er sie etwa blockiert?

Aurora bringt ihren Sohn ins Bett.

Da Tommy nicht antwortet, verschwindet Emily wieder an der Theke und holt sich was von dem Zeug, was sie vorhin schon verputzt hatte. Trotzdem ganz unauffällig. Dass Alkohol nicht gut ist, weiß sie selbst. Aber sie weiß sich nicht anders zu helfen im Moment.

Ihr Bruder findet sie schließlich draußen.

„Was zum Geier machst du da? Bist du bescheuert?“

„Was auch immer du da hast. Beseitige die Probleme nie mit Alkohol. Du bist doch gerade mal 15. Verdammt, lass den Scheiß. Lass das nicht Paps sehen.“


Anmerkung: Normal beginnen meine Teenager mit 14, aber da sie recht erwachsen wirken, habe ich sie auf 15 am Anfang hochgestuft.

„Was soll ich machen, Phillip? Ich habe meinen besten Freund verloren, weil er die Wahrheit nicht verkraftet. Und da ich noch einen schönen Abend haben und feiern möchte, habe ich das halt entdeckt. Und weißt du was? Ich fühle mich gerade richtig gut. Ich hasse Tommy. Soll er hin, wo der Pfeffer wächst.“

„Nein, du machst nun keinen Scheiß. Komm, wir gehen ein bisschen hinten Silvester einläuten. Das lenkt dich ab. Ich hab ein paar Knaller gekauft.“

Das Problem ist nur, dass Emily anfängt zu torkeln. Phillip behält sie im Auge. Das will er Jeremy jetzt nicht antun.


Draußen gehen die Knaller in die Luft. Es kommt gerade so richtig schön bei sternenklarem Himmel.

„Komm, Schnecke. Es ist vielleicht unser letztes Silvester. Da lassen wir es nochmal richtig krachen, ja?"

Die Zwillinge ziehen sich nach drinnen zurück. Wird langsam doch etwas frisch draußen. Es ist aber schön, dass Natalie nun nicht in ihrem Zimmer versauert, sondern das Feuerwerk doch schon sehr spannend fand.

Anando freut sich, hier übernachten zu können. Klar ist er in Emily verliebt, aber er möchte nichts überstürzen. So ganz Gentleman sein. Immerhin hat er nun ja freie Fahrt. Der Junge hat die Jacke von seinem Vater anbehalten, aber alles andere ist schnell wieder verschwunden.

Die Duvans versammeln sich mit dem Besuch im Wohnzimmer. Das Silvester-TV startet nämlich gleich.

Emily schreibt Tommy wieder an. Keine Antwort. Sie dreht bald durch.

Gibt es halt noch ein Glas von dem krassen Zeug da. So fällt es ihr leichter, diesen Pisser zu vergessen. Pah. Blödmann. Hat er halt Pech gehabt. Immerhin lässt Anando sie nun nicht im Stich.

Emily muss sich immer mehr zusammenreißen. Vor den Bildern der Generationen bleibt sie stehen. Tja, einst hängt sie hier auch mal als kleines Bild. Ihr wäre ein großes Bild jedoch lieber.

Die Teenagerin bleibt noch eine Weile im Wohnzimmer sitzen. Nun nicht die Nerven verlieren. Vielleicht hilft ja ein Glas Wasser. Puh. Alles dreht sich. Und nur dieser blöde Tommy ist schuld.


Es ist 10 vor 12. Sie kann es nicht länger aufschieben und geht ganz unauffällig ins Wohnzimmer zu den anderen. Jeglicher Stress muss vermieden werden. Es ist ja gleich geschafft. Dann kann sie endlich ins Bett.

Bis das neue Jahr beginnt. Alle jubeln.

Anando freut sich sehr darüber, dieses mit Emily starten zu können.

"Mein Vorsatz geht ja schnell in Erfüllung. Dich Neujahr in den Arm zu nehmen. Danke, Emily."

"Frohes Neues, mein heißer Feger. Lass uns nochmal so richtig die Sau rauslassen in diesem Jahr."

Während diese beiden ganz in Gedanken sind. Was sie wohl dieses Jahr erwarten wird?

"Ich brauch Zeit, okay? Ich muss erstmal mit meinen Sinnen im Reinen sein, Anando. Was die Tage passiert ist, war einfach zu viel. So viel, dass ich einfach nur noch schlafen will, weil sich diese ganze beschissene Welt gerade nur noch dreht und ich kotzen könnte. Ist das okay für dich?"

Die Duvans gehen erledigt in ihre Zimmer. Kurz zieht sich Jeremy jedoch noch einmal seine Tochter zurück.

"Und wenn du meinst, dass ich nun nichts mitbekommen habe, dann irrst du dich. Wir reden morgen."


Schließlich torkelt Emily in ihr Bett. Wenigstens sind ihre Gedanken mit Tommy nun weg. Aber für diesen Preis?


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