• Kucki 232

Folge 439 - In jeder Ecke ist was


Als ich zu den Duvans bin, habe ich Fiona auf dem Bett sitzen sehen. Alle schön am Schlafen und sie sitzt da. Sie scheint sich wirklich sehr mies zu fühlen mit ihrem Fieber. Daher hat sie auch am nächsten Tag schulfrei bekommen.

Nadja testet ihre neuen Sportpuschen und schaut, ob sie so schneller zum Klo laufen kann, haha.

(Puschen sagen wir im Norden zu Hausschuhen). Ruckizucki muss das hier manchmal gehen.

Emily ist es heute sehr wichtig, in die Schule zu gehen. Sie muss ja langsam mal irgendwo anfangen. Zwar hat sie kaum geschlafen, doch das passt schon. Kauft sie sich nachher noch ein Simergy und dann passt das schon wieder.

Die Familie kommt am Tisch zusammen.

Emily dreht kurz noch eine Runde, bevor es in die Schule geht. Marc hat sich bislang noch nicht gemeldet. Sie kann es verstehen und lässt ihm alle Zeit der Welt. Das ist es ihr wert. Der Junge ist einfach ein Traum.

Anmerkung: Ich bin am Überlegen, dieses Bild als Header einzubauen. Mal schauen, ob es farblich reinpassen würde.

Später schaut sie auf ihr Handy. Aber nichts. Sie ist zwar kurz davor ihn mal anzuschreiben, aber er sagte ja, dass er sich meldet. Nicht, dass ihm das doch alles zu viel wird und er Emily lieber doch nicht mehr sehen will. Gedanken über Gedanken.

Marc und Verena waren eine ganze Weile zusammen. Zu Zeiten, wo er noch auf die Oberschule ging. Er ist etwas älter als Emily. Gerade auf der Oberschule angekommen und die große Liebe kennengelernt und dann war der Unfall. Danach blieb ihm nichts anderes übrig, als die Abendschule zu besuchen. Die Geschwister haben immer gehofft, dass sie einst mal Pflegegeld oder sowas bekommen und eine Tagespflege für die Mutter. Pustekuchen. Es war einfach alles zu teuer. Der Junge wünscht sich nichts lieber als, auf die Oberschule zurückzugehen.


Nadja kümmert sich um die kleine Oase.

Und der übliche Haushalt und Schraubarbeiten liegen an.

Sie haben gestern Abend noch sehr lange über Marc geredet. Heute sind sie sehr schweigsam.


„Wie geht es dir denn, Süße? Fühlst du dich besser?“

„Nein, Mam.“


Valentino kommt zu Besuch. Jetzt, wo seine drei Jungs in der Schule sind, hat er mal etwas Zeit für sich. Er ackert im Moment Tag und Nacht und dann das mit Christina noch. Das ist einfach zu viel.

„Hey, Mam. Sorry, wenn ich euch störe, aber ich musste mal woanders hin.“

„Alles gut. Du störst doch nicht.“

„Hast du denn was erreichen können? Dein Paps ist kurz davor, selbst zu ihm hinzufahren. Bitte, wende das ab. Du weißt, dass er das macht. Der Typ gehört in den Knast.“

Wie schön, dass Jeremy nun alles mithören kann.

„Mam, die sind kurz davor, mir den Fall wegzunehmen, weil irgendwie rausgekommen ist, dass ich mich in Tanya verguckt habe. Verdammt. Ich bin dann nicht nur den Fall los, sondern auch den Job. Der Unfall wurde jetzt endlich mal nachgestellt und man hat endlich mal rausbekommen, dass er nicht in seiner Spur war. Laut der Reifenspuren war er viel zu schnell unterwegs. Warum stellen sie das erst jetzt fest? Das nervt mich. Ich darf dir das nicht mal erzählen. Aber das ist mir egal. Ob ich den Job noch weiter habe oder nicht. Ich werde den Molinas helfen. Allein, dass Marc gestern schon bei mir ankam und nachgefragt hat, ob das mit Emily und der Magierin stimmt. Der Junge blüht langsam auf, auch wenn er mit der Welt am Ende ist.“

„Dir scheint Tanya viel zu bedeuten. Jeremy und ich sind am Überlegen, euch zu helfen. Was hier in der letzten Zeit passiert ist, können wir nicht einfach so hinnehmen. Unsere Kinder haben ein schönes Leben verdient.“

„Aber Mam. Ich.“

„Wir überlegen uns was. Lass uns bitte machen. Und nein, Jeremy wird nirgendwo einbrechen.“


„Hallo Onkel Valentino. Wie geht’s dir? Du schaust so traurig.“

Aurora umarmt ihren Schwager. Sie sieht, wie mitgenommen er ist. Nun hat er etwas viel Besseres als Christina gefunden und dann ist die neue Frau so fern.

„Wenn Christina damit zu tun hat, dass sie dich verpetzt hat, oder so. Dann kannst du dir sicher sein, dass die Frau ein richtiges Problem haben wird. Wenn ich sie dann sehe, dann lernt sie flitzen. Und glaub mir – ich kann noch gut flitzen.“

Valentino ist fertig mit den Nerven. Was ist, wenn Christina wirklich dahintersteckt? Er war einfach viel zu lange mit ihr verheiratet. Immer wollte sie neue Klamotten, weil er als Anwalt ja so viel Geld verdient. Mal dem jungen Erwachsenen was Schönes zu schenken, war immer Fehlanzeige. Er war unsterblich in sie verliebt und oft nur blind. Bis ihm der Kragen platzte.


Er hört gar nicht mehr richtig zu.

Irgendwann fängt er sich wieder.

„Wie gesagt. Ich werde der Familie helfen. Nadine möchte eigentlich so langsam zu ihrem Freund ziehen und stattdessen kümmert sie sich abends um ihre Mutter. Sie verdient nicht mal ordentlich was, um das alles zu stemmen.“

Nun hat auch er sich mal ausgesprochen. Seine Eltern sind nun umso entschlossener, auch mitzuhelfen. Valentino geht nach Hause. Auch wenn er Angst hat, den Fall zu verlieren, möchte er so lange weitermachen, wie es nur geht. Und er wird Tanya erstmal fernbleiben. Wird ihm zwar schwerfallen, aber es ist besser so. Er darf nichts riskieren.

Aurora muss zwischendurch zur Vorlesung. Jeremy und Nadja sitzen schweigend vor der Glotze. Fiona hat sich derweil noch etwas hingelegt.


Nach 15 Uhr kommen die Schüler und Aurora nach Hause. Natalie ist sehr mies drauf. Ohne ihre Schwester war es sehr schwer in der Schule.

„Paps, ich geh nie wieder ohne Fiona in die Schule. Ich mag das nicht. Alle gucken mich an und alle hassen mich.“

„Wieso sollte dich jemand hassen? Du schaffst das schon sehr gut allein. Sei stark und dann klappt das auch.“

Anando? Hier? Au, Backe.

Der fehlt hier nun gerade noch im Haus der Generationen. Als Emily ihn sieht, stürmt sie auch gleich raus, um ihn direkt wieder abzuweisen.

„Spinnst du, hier einfach so herzukommen?“

„Boah, ja. Ich weiß, du bist sauer. Ich weiß, ich habe dir eine gescheuert und genau deswegen bin ich hier. Ich möchte mich entschuldigen. Also lass mir bitte die Chance dazu, okay?“

„Mein Vater hat mich in eine Therapie schicken lassen. Und dann soll ich auch noch in eine Schule für schwer erziehbare Kinder. Ich bitte dich. Ich brauche diesen Mist nicht. Mein Vater macht mir das Leben zur Hölle und ich platze bald. Und dann musst du auch noch drunter leiden. Ich hasse meinen Paps, okay?“

Eine Chance gibt Emily dem Jungen gerade, doch sauer ist sie immer noch. Sie möchte sich seine Geschichte anhören.

„Egal, was ich mache, es ist immer falsch und ich muss den Fehler mit 20 Liegestützen wieder gutmachen. Wenn ein Mitschüler mich beim Lehrer anscheißt, bin ich immer der, der irgendwas ausbaden muss. Ob ich nun schuld habe oder nicht. »Anando. 20 Liegestütze!«. Er hat mich sogar mal auf dem Klo eingesperrt, weil ich krank war und kotzen musste. Ein Soldat darf nicht krank sein. Es kam letztens alles nur hoch. Da hat man sich in ein Mädchen verliebt und alles sieht wieder so aus, als ob auch das kaputtgemacht wird. Ich glaube, ich gebe es langsam auf.“

„Du hast mich trotzdem geschlagen und das werde ich bestimmt nicht so schnell vergessen. Ich bin immer noch sauer.“

„Ja ja. Sieht man. Aber willst du mich jetzt echt ewig hassen, weil ich dir eine gescheuert habe? Ich habe mich doch gerade entschuldigt. Was soll ich noch machen? Dir die Füße küssen?“

„Genau das ist der Grund. Du flippst sofort aus. Du haust um dich. Soll ich nun wieder Angst haben, dass du wild um dich schlägst?“

„Alles klar. Ich geh erstmal rein. Vielleicht kann ich mich wenigstens bei deinen Eltern entschuldigen.“

Doch drinnen hat er auch nicht so den Erfolg.

„Du kleiner Schleimscheißer wagst es, dich hier blicken zu lassen?“

„Ja, ich weiß, dass ich Mist gebaut habe. Es tut mir leid, okay? Ich bin ja dabei, es zu ändern, aber man. Es tut mir leid.“

Später kommt Emily noch mit dazu.

„Egal, was du aber versuchst: Ich sage dir von vorneherein, dass ich verliebt bin und du null Chance haben wirst. Zerstörst du auch nur irgendwas, dann lernst auch du mich mal kennen.“

„Ich verstehe.“

Emily braucht einfach Zeit. Anando ist für sie eigentlich auch ein guter Freund geworden und es tut ihr sogar etwas leid, was sein Vater mit ihm macht, aber sie braucht Abstand. Wir können uns gut vorstellen, was passiert, wenn der Teenager nun auf Marc trifft.


„Nein, Paps. Ich möchte nun auch krank sein. So wie Fiona. Und wenn sie wieder in die Schule geht, dann geh ich auch. Versprochen.“

Während Natalie immer noch so mit ihrem Vater diskutiert, braucht Emily kurz etwas Ablenkung und bereitet das „Fest der Liebe“ vor. Wie schön es doch wäre, wenn Marc hier morgen aufkreuzen würde.

Fiona geht es immer noch sehr mies. Sie möchte schnell wieder ins Bett.

Und geht es ihr schlecht, geht es der Schwester auch schlecht.

Da ist es aber nun gut, dass langes Wochenende ist. Am Montag können die beiden bestimmt wieder zusammen in die Schule gehen.

Das kranke Etwas nimmt sich noch ein heißes Bad.

„Natalie wird nichts ohne ihre kleine Schwester machen. Phillip. Wir müssen ihr helfen. Sie soll sich nicht so allein fühlen. Irgendwann ist sie Nachtwandlerin und sie soll ein normales Leben führen können. Und hör auf, mich so süß anzuschauen. Mit dir manchmal zu diskutieren, ist eine Qual, hihi. Also was sagst du? Wollen wir mit Natalie reden?“

Aber ja. Aurora hat recht. Es darf nicht weiter aufgeschoben werden. Doch für heute soll gut sein. Er dreht seine Runde und dann ab auf die Couch.

Anando beobachtet die ganze Zeit Emily. Aber nein. Nochmal sowas, will sie auf keinen Fall. Sie weiß, wo ihr Herz hingehört und lässt sich nicht nochmal beirren.

Deswegen bittet sie, dass Anando nun geht. Emily braucht nun erstmal Zeit, um darüber nachzudenken und zu erfahren, was er eigentlich von ihr will. Eine Beziehung oder nur Freundschaft?

Und so sind die Duvans schließlich unter sich.

Während ein anderer Duvans ganz spät noch Langeweile hat, haha. Bei ihm läuft es mittlerweile wieder wunderbar zuhause. Er ist mit Elenor nun allein in Glimmerbrook. Elenor hat eingesehen, dass die Träume falsch waren und ihr etwas vorgaukelten, was gar nicht sein soll.

Für Emily ist heute Schluss. Als sie gerade ins Bett möchte, kommt eine Nachricht von Marc rein.

»Gute Nacht.«

Es ist schön, ein Zeichen von ihm zu haben.

„Onkelchen. Warum musst du eigentlich noch so spät hierherkommen? Wir wollen alle ins Bett.“

„Oh, ich dachte, es ist noch früh. Entschuldigung.“

„Alles gut. Dir sei verziehen.“

„Kann ich denn heute Nacht bei euch bleiben? Ich wusste nicht, dass es schon so spät ist.“

„Leider haben wir keinen Platz. Ich ruf kurz Samira an. Vielleicht kannst du bei ihr bleiben. Ich lass dich nicht mehr allein los. Oder Valentino.“

„Danke.“

Phillip macht mit seinem großen Bruder klar, dass er über Nacht dort bleibt.

Alex ist so langsam so richtig durch den Wind, haha.


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