• Kucki 232

Folge 447 - Was machen Magier, die keine Magier mehr sind?


Am nächsten Morgen versammelt sich die halbe Belegschaft am Esstisch. Die Zwillinge sagen, dass sie zusammen nie so gelacht hätten, wie gestern. Als, wenn sie gerade erst Kind geworden wären. Fiona konnte zwar irgendwo mit ihrer Bestimmung leben, doch sie hat oft mit ihrer Schwester gelitten. Diese Träume und diese Einsamkeit. Das spürt sie.

Phillip hat eine SMS von Ramon bekommen. Er fragt, ob er nachher vorbeikommen kann. Es gibt da wohl einige Unstimmigkeiten. Ein paar sind gut.

Phillip und Benny sind etwas verwundert darüber, mit was für einer guten Laune Natalie hier heute rumwirbelt. Wurden die Zwillinge etwa über Nacht ausgetauscht?

„Paps, kann das nicht immer so bleiben? Ich mag das so, wie es ist. Ich hasse das andere Leben.“

„Ich muss schauen, was Ramon nachher sagt.“

„Ramon ist mir egal. Ich will das nicht mehr haben.“

„Och, Süße. Nicht schon wieder so traurig sein. Komm, lach nochmal wie vorhin. Hihi, geht doch.“

Phillip kann halt nichts versprechen. Er kann seiner Tochter nun nicht einfach sagen, dass alles so bleibt und nachher hasst sie ihn, weil es dann doch nicht so war.


Emily bekommt derweil eine SMS von Marc. Da ist immer gleich ihr Tag gerettet. Anando ist ja jetzt auch wieder fest in der Schule und die Teenagerin ist noch ordentlich angepisst. Er soll es ja nicht wagen, sie anzusprechen.

Nachher kommt Marc auf die Schule und er macht da Stunk? Bloß nicht.


Die anderen drei betreten das Land der Lebenden. Normalerweise sind die Gespräche mit Jeremy am Morgen hier immer etwas lustiger, aber von ihm kommt nichts. Ungewohnt und traurig.

Immerhin war immer er derjenige, der die Familie zusammengehalten hat und unbewusst alle zum Lachen gebracht hatte. So eine Stille von ihm ist gruselig.

Er ist nicht mehr der Jüngste. Sein allerbester Freund ist immer mehr die Glotze.


Heute ist es nicht so warm wie gestern, aber trotzdem schön angenehm. Perfektes Wetter, um die Oase aufzuräumen.

Oder den Staubsauger zu reparieren.

Was Jeremy dann macht, ist ja wohl klar.

Wenn seine Frau da drüben nur nicht so laut wäre, haha.

Sie ist ja eh gleich fertig. Dann fix noch Kerzen verschicken und schauen, was der Tag noch so bringt.

Und da ist er. Der eingeschnappte Weise aus dem Nirgendwo. Doch so wirklich gutgelaunt sieht er nicht aus. Na ja, warum auch? Das ganze Reich ist zusammengebrochen und er wollte alles retten. Der Held, der versagt hat. Oder so ähnlich.

„Wenn du uns aber nun dafür verantwortlich machen möchtest, dann kannst du wieder gehen. Möchtest du normal über die Sache reden, dann bleib halt. Also?“

Schließlich kommt auch Jeremy mit dazu.

„Du lässt meine Familie in Ruhe, klar? Wenn alle zu dumm sind, das Reich zu retten, dann ist es vielleicht auch besser, dass alles kaputt ist.“

„Tatsächlich ist das ganze Reich verschwunden. Ich bin nicht mal mehr ein Weiser. Ich habe viel nachgedacht und es ist normal nicht so einfach, dass sowas passiert. Aber nun ja. Es ist passiert. Die Magier sind gescheitert. Emily ist aber nicht wirklich schuld daran. Sie war zwar der Schlüssel mit den anderen Kindern, aber wir hätten uns alle zusammenreißen und das zusammen schaffen müssen. Nicht auf ein paar Kinder abwälzen. Das ist mir bewusst geworden. Wir hatten in unseren Reihen einen schwarzen Magier. Er hat heimlich mit der schwarzen Magie rumgespielt. Als Emily sich sicher war, dass sie das nicht machen möchte, hat dies eine Kettenreaktion ausgelöst.“

„Moment. Du hast das gar nicht gemacht?“

„Nein, warum sollte ich? Ich war nur sauer und enttäuscht, weil all unsere Mühen mal eben so den Bach runtergingen. Es fällt mir zwar schwer, das zu sagen, aber mir ist klar geworden, dass Emily sogar recht hat. Ein falscher Wink und alles wäre umsonst gewesen.“

„Wer soll denn dieser schwarze Magier sein? Kennen wir den?“

„Fabian Collette.“

„Echt? Dieses verdammte Arschgesicht. Tut erst so auf heiliger Samariter und dann ist er doch ein angehender schwarzer Magier?“

„Es wäre wirklich besser, wenn es keine Magier mehr geben würde. Wenn ich sehe, wie glücklich die Kinder der anderen Magier nun sind, fällt es einem echt schwer. Die Magier sind gescheitert und Punkt.“

„Es darf nur eine Welt geben, die wir beschützen müssen. Hier muss es uns gutgehen und nicht in irgendwelchen geklonten Dimensionen, die einst von Magiern erschaffen wurden.“

„Wie bitte? Echt jetzt? Nein, nein, nein Ramon. Von Magiern erschaffen?“

„Was soll ich machen, Jeremy? Es tut mir leid, dass ihr so viel durchmachen musstet. Ich weiß, es war nicht leicht.“

„Was passiert denn, wenn ich Fabian umbringe? Ist dann alles wieder normal?“

„Dann hätten wir trotzdem nichts davon. Ich habe gestern beobachtet, wie Magier ausgelassen in die Disco gegangen sind. Als ob sie anfingen zu leben. Stell dir das mal vor.“

„Trotzdem kann ich Fabian umbringen.“

„Nein. Ich glaube, es wird wirklich an der Zeit zu sagen, dass es eigentlich nur eine Methode gibt, um mit den Menschen zusammenzuleben. Und das geht nur, wenn wir selbst Menschen sind.“

„Schau dir einfach die Kinder draußen an. Meinst du nicht auch, dass sie was Besseres verdient hätten?“

„Ich werde nun einfach gehen. Mir fällt es auch schwer, aber es ist nun mal so. Wir bleiben trotzdem gerne in Kontakt, Jeremy.“

Ja, selbst Ramon ist erschüttert. Er hat eigentlich sein ganzes Leben damit verbracht, irgendwelche magischen Folianten zu studieren und wollte einfach immer die Welt verbessern.

Bei den Rentnern ist die Stimmung ziemlich im Keller. Als Kims Fähigkeiten reaktiviert wurden und Jeremy stolz wie Bolle war, dass auch er nun zaubern konnte. So wie er damals drauf war, hätte selbst er ein schwarzer Magier werden können. Doch Jeremy blieb immer stark. In ihm schlägt nun mal das Herz eines Duvans. Er hat die liebevollste große Klappe aller Zeiten, haha.


Phillip und Aurora haben Feierabend. Der junge Erwachsene hatte einen richtig schönen Tag und absolut keine Probleme mit dem Jucken oder sowas. Ein Segen.

Emily hat heute Marc in der Schule gesehen. Was für ein Anblick. Er war heute dort, um alles Weitere mit der Schulleitung zu besprechen. Tanya war auch mit dabei. Am liebsten hätte Emily ihn überfallen, doch das hat sie lieber gelassen. Sie möchte ihn erstmal auf Anando vorbereiten. Es darf einfach kein böses Blut geben. Da hat sie richtig Angst vor.

„Stell dir vor. Ramon ist gar nicht dafür verantwortlich, dass das Reich zusammengebrochen ist.“

„Und? Was sucht Paps hier noch? Er möchte doch mit Sicherheit nun Fabian umbringen, oder nicht?“

Emily hat ganz andere Sachen im Kopf. Kein Stück von Magierkram. Eher Marc-Kram, haha. Was soll sie morgen anziehen? Soll sie einfach nur mal Emily sein, oder doch lieber diesen einen Lippenstift da nehmen? Immerhin hat sie den neu gekauft.

Und dann macht sie noch Essen beim Nachdenken. Keine gute Kombination. Dementsprechend sieht es nun nämlich aus.

„Ramon soll nicht wiederkommen. Ich hasse Ramon und ich will keine Magierin mehr sein. Ich hasse Magier. Natalie hasst Magier und ich hasse sie nun auch.“

„Ihr braucht das nicht mehr machen, okay? Versprochen.“

„Wirklich nicht?“

Unvorstellbar, dass vielleicht wirklich alles wieder von vorne losgegangen wäre, wenn Fabian erstmal richtig angefangen hätte. Daran wollen die Duvans nun aber nicht denken. Wenn die Dimensionen eh ein Werk der Magier waren, dann ist es doch besser, wenn es so bleibt, wie es nun ist, oder nicht? Sie waren die ganze Zeit irgendwie nur ein Werkzeug für etwas, was eigentlich nicht sein sollte. Und dann reden sie von Gleichgewicht und Normalität. Für wen denn?


Phillip und Aurora müssen sich ablenken. Sie verstehen es immer mehr, wie überflüssig das Ganze war. Da werden sie nun sauer. Der junge Erwachsene reagiert sich beim Sport etwas ab und Aurora beim Schrauben.

Emily kommt in ihr Zimmer und ist verwundert darüber, was Aurora hier gemacht hat.

„Du hast dir doch eine Couch gewünscht und ich habe dir den Fernseher eben auch noch eingerichtet. Ist das so okay für dich?“

„Klar, cool. Danke.“

„Wenn du möchtest, können wir nachher ja mal in den Nachtclub gehen, wo diese riesengroße Anlage steht. Möchte sie mal sehen.“

„Okay. Klar. Können wir machen.“

Erstmal wird aber die Glotze und die Couch getestet.

Schließlich klingelt das Telefon. Na klar. Es ist Marc und fragt, was sie heute noch so Schönes macht.

„Ich geh gleich mit Aurora zu unserer großen Anlage, hihi. Komm doch auch einfach mit.“

„Nein, das ist um diese Zeit nicht wirklich was für mich.“

„Schade.“

Die Zwillinge verteidigen ihren Status mit der Nichtmagie im Moment ganz schön. Wenn nur einer das Wort „Ramon“ oder sonstiges sagt, dann werden die beiden laut. Sie möchten einfach nicht.

Nachdem Emily noch knapp zwei Stunden mit Marc telefoniert hat, ist es dann so weit. Sie geht mit ihrer Schwägerin nach Windenburg, wo sie von einem supercoolen Wetter empfangen werden.

Am Abend wirkt das Lichtspektakel hier richtig genial.

Während Aurora am Spielen ist, muss Emily an den ersten Kontakt mir Marc denken. Diese riesige Anlage wird eine große Bedeutung für die zwei bewahren.

Schließlich kommt auch noch Christian durch die Tür. Seitdem nicht mehr gezaubert wird, treffen sich die Magier hier wohl nun regelmäßig, haha. Ist doch schön.

Selbst Manya ist mitgekommen. Aber sie redet mit Emily noch nicht wirklich.

Einige Zeit später kommt die Teenagerin aber einmal auf sie zu.

„Es ist unfair, dass du nicht mit mir redest. Ich kann doch nichts dazu. Mach mich da nun nicht für verantwortlich, okay?“

„Huch? Emily? Sorry, ich hab dich gar nicht erkannt, wenn du so mit dem Rücken zu mir stehst. Mittlerweile ist es mir, ehrlich gesagt, sogar egal. Es macht richtig Spaß, auch mal sowas zu machen. Nein, es tut mir eher leid, dass ich dich so angegangen bin. Ich merke jetzt erst, was ich alles verpasst habe.“

„Oh, bist du mir wirklich nicht böse?“

„Nein. Alles gut.“

Eine Noch-Nie-Magierin kommt durch die Tür. Sie muss manchmal ihren Mann ganz schön bremsen, dass er nun nicht ständig irgendwo Party macht, haha. Sie hat Mike gefragt, ob er nicht mal auf die Kinder aufpassen könnte, damit die beiden endlich mal so richtig zusammen Party machen können. Das war bislang nie so richtig möglich.

An das Leben kann man sich echt gewöhnen. Einfach nur normale Dinge tun, die normale Menschen tun.

Ich habe heute jedoch keinen Townie des Tages gefunden, also habe ich einfach mal die Townie-Aktion des Tages für euch. Da stand nämlich die ganze Zeit immer eine am Spawnpunkt rum, die öfter mal die ankommenden anderen Townies attackiert hat, haha.

Die Nicht-mehr-Magier haben richtig Spaß am heutigen Abend. Es wird viel gelacht und getanzt. Selbst Collin ist hier.

Auch wenn sie keine Magier sind, hat sie trotzdem noch etwas zusammengeschweißt. Viele Freundschaften haben sich entwickelt und sie möchten sich auch weiterhin treffen. Vielleicht ja auch mal zu einer Grillparty bei den Duvans?!


Emily und Aurora gehen schließlich nach Hause. Die Teenagerin möchte fit sein für ihren Tag mit Marc morgen. Doch in den Club möchte sie noch öfter. So viel hat sie noch nie gelacht, wie heute.

Um 21 Uhr versammeln sich die Duvans vor der Glotze. Jeremy war die ganze Zeit immer kurz davor, Fabian anzurufen, um ihn so richtig zu Sau zu machen. Schließlich hat er es aber doch gelassen. Wenn er so in die Runde schaut, sieht er eine glückliche Familie, die noch nie so gut gelaunt war, wie heute. Vielleicht war das mit Fabian ja Fluch und Segen zugleich?


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