• Kucki 232

Folge 470


Die erste Winterwoche beginnt und die Duvans werden wieder ordentlich eingepackt. Auch heute konnte kaum einer schlafen. Es ist so still im Haus der Generationen. Also nicht die Stille, als wenn keiner da wäre, sondern diese Stille, als ob etwas fehlen würde, was vorher da war.

Nun passt Phillip auf seine Schwester auf. Und dann hat er ja auch noch seine eigenen drei Kinder. Aber gut: Augen zu und durch. Erstmal heißt es eh wachwerden.

Aurora fühlte sich irgendwie alt mit ihrer Frisur und hat mal etwas Neues ausprobiert. Sie kann zwar schon wieder schmunzeln, doch ihre Gedanken sind stets bei Jeremy und Nadja.

Es muss ja weitergehen.

Der letzte „Tag der Generationen“ wird auf jeden Fall nicht so schnell vergessen werden. Niemals.

Seit Marc bei den Duvans wohnt, hat er etwas Angst, dass er etwas falsch machen könnte. Er ist nun mal wie er ist und konnte sich in Sulani immer etwas zurückziehen und sich auf das nächste Emily-Treffen vorbereiten. Jetzt ist er den ganzen Tag bei ihr. Nicht dass sie ihn nachher langweilig findet oder merkt, dass die Nuss einfach nicht zu knacken ist. Ab und an versucht er ja schon einen Schritt weiterzugehen, aber der Mut verlässt ihn schnell.

Trotzdem zeigt er sich stets von seiner besten Seite. Wie auch heute Morgen wieder.

„Hey. Wo warst du denn letzte Nacht? Du bist mit einmal aufgestanden.“

„Ich, ähm. Ich musste nachdenken.“

„Sicher?“

„Ja.“

Der Junge fühlt sich sehr wohl bei den Duvans, doch die eigentliche Wahrheit ist, dass er gestern auf dem Friedhof war, wo Verena und der Freund seiner Mam liegen. Da jetzt alle Geister wieder aktiv sind, wollte er dort mal vorbeischauen. Er hat lange mit Verena geredet. Irgendwann wird er es Emily gestehen, doch nicht jetzt. Es würde vielleicht falsch rüberkommen oder sowas.

Phillip ist draußen weiter zugange. Arschkalt ist es hier.

Etwas später verkrümelt sich Emily wieder im Zimmer ihrer Eltern. Marc findet das traurig, wenn sie da einfach nur auf dem Bett sitzt und nach draußen starrt. Er gesellt sich zu ihr.

„Wie wäre es, wenn ich mein Zimmer hierher verlege? Dann kann ich den beiden näher sein. Das würde mir viel bedeuten. Was meinst du?“

Phillip entdeckt nach der Gartenarbeit die beiden.

„Ich hatte nicht viel von den beiden und da möchte ich wenigstens in ihrer Nähe sein.“

Ihr großer Bruder fängt fast an zu weinen.

„Wenn du das möchtest, können wir das gerne machen. Wie wäre es, wenn wir Mam und Paps oben auf dem Dachboden auch etwas widmen? Eine Art Gedenk-Wand?“

Die Zwillinge fühlen sich von Tag zu Tag immer besser. Zwar konnten sie die Geisterwelt nicht retten, aber sie wissen, dass es ihren Großeltern gutgeht. Die beiden beschließen, nun immer Blümchen rüberzubringen. Damit keiner diese großartigen Sims vergisst. Und wenn nachher alles voller Blümchen ist, dann umso besser.

Und auch Benny möchte seine Großeltern nie vergessen. Auch er war gestern Abend bei den Gräbern und hat alles voller Kerzen gestellt.

Phillip hilft den Teenagern beim Umräumen und sammelt derweil einige Andenken zusammen. Auf dem Dachboden kann eine gute „Wand der Generationen“ entstehen, oder sowas. All jene Sims, die das Zepter übernommen haben, bekommen hier eine kleine Gedenk-Wand. Und da darf das Pizzading doch nicht fehlen, oder? Auf dem Schränkchen stehen Karten, die Jeremy damals gemacht hatte. Den Teddybären bekam Jeremy sogar von Nadja im letzten Jahr zu Weihnachten. Keine Erinnerung darf mehr verloren gehen.

Emily kommt nach oben und muss anfangen zu weinen, als sie das sieht.

„Es ist wunderschön geworden. Das gefällt mir. Nun sind Mam und Paps auf ewig hier oben.“

„Ja? Sieht das wirklich gut aus?“

„Mega. Danke.“

Anmerkung: Hat mal jemand Taschentücher?^^

Marc schiebt als Letztes den Stuhl noch rüber und findet das Kunstwerk gar nicht mal so schlecht. Zwar hätte er lieber wieder alles in Gelb, aber so ist es auch okay. Am liebsten würde der Teenager immer hier bleiben. Gut. Er ist bald 18. Vielleicht fragt er Emily ja mal?

„Es ist wirklich sehr hübsch geworden. Danke. Nun fühle ich mich wohler. Und wenn ich aus dem Fenster schaue, sind Mam und Paps auch nicht weit.“

„Freut mich, dass es dir gefällt.“

„Was wollen wir denn jetzt eigentlich in Zukunft retten, wenn wir das nicht geschafft haben? Und retten wir dann zusammen was?“

„Na ja, ähm.“

„Müssen wir uns noch überlegen.“

Emily lenkt sich draußen noch etwas bei den Hühnern ab. Der Kleine hier war Mams Liebling. Und ständig schaut sie nach drüben und muss lächeln.

Selbst Marc ist von den Tierchen entzückt.

Bis schließlich Besuch eintrudelt.

Es ist Miguel.

„Hat deine Schwester kurz Zeit? Ramon und ich würden gerne mit ihr reden.“

„Ähm, sie ist bei den Hühnern, aber ich denke schon.“

„Gut, denn wir haben einen Vorschlag für sie.“

Marc kennt die beiden nicht wirklich und verpieselt sich sofort ins Zimmer.

Da ist auch Ramon.

„Hey. Du. Also. Hör zu. Ramon und ich haben nachgedacht, weil ein bisschen fehlt es uns dann doch Weise zu sein. Können wir nicht deine Berater sein oder sowas? Hehe. Und wenn wir im Reich deine Putzkolonne sind. Uns auch egal. Aber es fehlt uns.“

Und wo Miguel ist, da ist auch Miranda.

„Ihr könnt doch nicht einfach so abhauen! Was ist mit mir? Vielleicht will ich ja auch helfen und sowas. Immer wird alles ohne mich entschieden. Pah. Dreckshaufen.“

„Was ist hier los? Sicher, dass mir so ein Kindergarten nützlich sein wird?“

„Sorry, Emily. So wollten wir hier eigentlich nun nicht reinschneien. Schön, dich zu sehen.“

„Das Problem ist, dass ich noch keinen Kopf frei habe, um überhaupt an irgendwas zu denken. Ja, ich weiß, da ist noch was anderes mit dem Reich und so, aber könnt ihr mir nicht bitte, bitte ein paar Tage geben? Meine Eltern sind tot und ich habe echt nicht den Nerv, gerade über sowas nachzudenken, okay?“

„Wir wollen dir einfach nur bei dem Wiederaufbau helfen. Nicht mehr als Weise oder Magier. Miguel und ich kennen uns gut mit den alten Schriften aus. Vielleicht kann das ja nützlich sein.“

„Hm, dann lass uns ins Wohnzimmer und dann schauen wir doch mal, was Miguel dazu sagt.“


„Miguel? Mal ganz ehrlich. Deine Püppi da kommt hier zähnefletschend rein und du denkst, dass es also mal so gutgehen würde, wenn ich sage, dass ihr das machen sollt?“

„Da wären mir Norman und Morgyn eigentlich lieber.“

„Die beiden sind verschwunden. Seit die Geister weg sind, hat sie keiner mehr gesichtet. Ich weiß nur nicht, ob das im Reich auch so wäre.“

„Wie weg?“

Emily setzt sich rüber zu Miguel.

„Na, weg halt. Weg, weg. Das weg halt.“

Und Miguel findet, dass Emily ein ordentlicher Feger geworden ist. Etwas zu jung, aber holla, die Waldfee.

Marc hört etwas auf dem Flur und schaut mal nach. Natalie hat ein Schulprojekt mit nach Hause bekommen, was sie nun gerne machen würde.

„Kann ich dir dabei helfen?“

Etwas später kommen Tommy und Valentino zusammen durch die Tür. Nun möchte sich eh keiner mehr über das magische Zeugs unterhalten. Es darf noch nicht zu viel irgendwo rumgesprochen werden.

„Hört zu, ihr beiden. Ich überlege es mir, okay? Wir reden später.“


„Hey, Liebilingsschwager. Wie geht’s dir?“

„Den Umständen entsprechend. Ich hab Tommy auf dem Friedhof entdeckt, als ich Blumen vorbeibringen wollte. Wir dachten, wir schauen mal vorbei.“

Marc mag die kleinen Kids irgendwie. Kinder scheint er überhaupt sehr zu mögen.

„Und nein, Aurora. Mir fehlen meine Eltern sehr. Keine Ahnung. Erst freute ich mich, dass wir so langsam und sicher den Fall gewinnen und es Tanya immer besser geht und dann kommt das.“

„Hey, alles gut. Uns geht es auch nicht besser. Ich fühle mit dir.“

„Hey, na. Schön, dich zu sehen. Lass dich knuddeln.“

„Marc, ich mache die Feststellung, dass ich dich mag und wenn wir wieder die Welt retten müssen, dann frag ich dich sofort, ob du mitmachst.“

„Alles klar.“

„Hey, warum darf er mitmachen und ich nicht?“


„Danke, dass du mitgeholfen hast. Du bist zu etwas zu gebrauchen. Wunderbar.“

Natalie kann man schon lange nicht mehr mit dem Mädchen vergleichen, was sie einst mal durch die Nachtwandlerin war. Sie lässt sich viel von ihrer kleinen Schwester zeigen und wird teils genauso übermütig wie sie. In der Schule eckt sie trotzdem noch sehr oft an.

„Hey, Tommy. Wie geht’s? Alles gut?“

„Und hey, Valentino. Schön, dich zu sehen. Wie geht’s Mam? Was macht der Fall? Haben wir gewonnen?“

Samira kommt dazu.

Auch sie ist noch sehr niedergeschlagen. Der Friedhof wird langsam immer voller mit Blumen.

„Hallo, Samira.“

„Ich habe mir das Haus oben mal angeschaut, was du da letztens meintest. Sieht wirklich sehr nett aus dort. Ich kann dir nur nichts versprechen. Noch haben wir kein Geld bekommen. Mit Tanya habe ich auch schon gesprochen. Sie würde es schön finden, aus Sulani wegzukommen.“

„Na, dann. Worauf warten wir?“

„So schnell geht das auch wieder nicht. Ich habe aber mit dem Besitzer gesprochen. Er hat eh nicht so wirklich irgendwelche Interessenten für das Haus, da hat er es erstmal rausgenommen. Schön ist es wirklich. Muss nur sehr viel gemacht werden.“

Marc kommt ja auch so langsam und sicher ins Berufsleben rein und wenn er arbeitet, sieht vielleicht auch wieder alles ganz anders aus. Vielleicht wird er ja auch Anwalt? Ein gutes Vorbild hätte er dafür ja.

Der Teenager muss sich jedoch erstmal zurückziehen und fragt Phillip, ob er ihm nicht mal zeigen kann, wie man Schach spielt. Jede Generation hat das auf die nächste weitergegeben. Die Schach-Duvans, haha.

Emily, Ramon und Miguel wollen sich an einem Tag mal am Portal treffen und alles Weitere bereden. Es ist ja auch keine schlechte Idee mit den beiden.

Doch das Mädchen hat dafür keinen klaren Kopf. Zu viel Trauer hängt noch in den Knochen.

Marc wird neugierig und möchte Emilys Schwester mal begutachten. Während die Teenagerin kurz davor ist, ihren Freund zu überfallen. Ihre Hormone gehen durch, wenn er in der Nähe ist, doch hält sie sich immer bewusst zurück. Armes Ding, haha.

Schließlich ist er dann doch wieder weg und liest.

„Ist alles okay? Du bist immer so schnell weg.“

„Alles gut.“

„Dann ist ja gut, hihi. Du bist richtig süß. Weißt du das eigentlich?“

Jeder versucht sich auf seine Art und Weise irgendwie abzulenken. Einige sitzen Stunden an den Gräbern, andere wiederum brauchen eine liebevolle Umarmung und andere liegen den ganzen Tag in ihren Betten und heulen, was das Zeug hält.

Bis sich schließlich alle zum Abendbrot versammeln. So richtig großen Hunger hat heute keiner.

Annalena kommt etwas später vorbei.

Sie setzt sich direkt ins Wohnzimmer und starrt Marc die ganze Zeit an. Die Duvans sind mittlerweile bettfertig und haben Jeremys Glotze angeschmissen.

Marc bemerkt die Blicke von ihr.

„Was?“

Selbst als sie sich woanders hinsetzt, beobachtet sie ihn die ganze Zeit.

Emily bekommt das natürlich mit und will sofort was klarstellen.

Bis dann schließlich mit der Cousine der Fernsehabend mit Wetterbericht eingeläutet wird.

Und Emily langsam genug hat. Sie steht einfach auf und verpieselt sich im Zimmer. Das nutzt Annalena aus und setzt sich direkt neben Marc. Wie nett.

Der Teenager ahnt Böses und möchte das schnell klären.

„Was soll das? Lass sie doch gucken. Solange sie nur guckt, ist es doch egal.“

„Moment. Genießt du das etwa, dass man dir so hinterherguckt?“

„Nein, wie kommst du darauf?“

„Ich seh doch, wie dich die Mädels immer mit ihren Augen ausziehen. Letztens am Strand da. Was wird das? Und dann Annalena. Soll ich mir Sorgen machen?“

„Nein? Wieso? Man. Was soll ich denn bei Tommy sagen, hmm?“

„Was hat Tommy damit zu tun?“

„Ach, komm schon. Es sieht doch jeder Blinde, dass er in dich verknallt ist. Meinst du, ich sehe seine Blicke nicht? Aber weißt du was? Ich rede nicht drüber. Warum auch? Er wird schon nichts machen.“

„Wie bitte? Tommy? Das ist Schwachsinn.“


„Komm mal her. Ich versuch das ja schon alles abzuwenden. Man. Ich weiß nicht, was die da alle an mir finden. Gruselig. Ich zieh mir nen Kartoffelsack über und beschmier mich mit Mist und so. Vielleicht hilft das ja. Es interessiert mich niemand anderes außer du, okay?“

In dem Moment kommt Benny rein und möchte von Marc wieder ins Bett gebracht werden.

„Es tut mir leid, Emily. Ich lieb dich, okay?“

„Bevor ihr schlabbert. Kannst du mich bitte wieder ins Bett bringen? Hihi.“

„Klar.“

Als Marc jedoch zurück ins Zimmer kommt, hat sich Emily bereits hingelegt und tut so, als würde sie schlafen.

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