• Kucki 232

Folge 479


Anmerkung ganz zu Anfang: Ich habe ja gesagt, dass ich Phillip mit seiner Familie bald rausnehmen möchte, aber ich werde es wohl doch so machen, dass ich die Teenager noch behalten werde, bis sie ausziehen. Und wenn Benny geht, dann gehen erst die Eltern. Es ergibt sich nämlich doch gerade noch eine Geschichte, die ich so nicht einfach liegenlassen möchte.

 

Marc möchte heute eigentlich etwas ausschlafen, da das Praktikum erst in ein paar Tagen losgeht, doch sein Telefon klingelt. Es ist seine Mam.

„Äh, ja. Danke. Ja und danke.----- Wirklich? Das ist toll. Ja klar. Nein, ist nicht schlimm, dass du nun so früh anrufst.“

Tanya macht nämlich gut Fortschritte und kann ihre ersten Schritte gehen. Zwar noch etwas wackelig, aber sie kann wieder gehen. Das musste sie ihrem Sohn natürlich sofort sagen. Da ist die Uhrzeit egal.

Und Emily kann auch nicht mehr wirklich schlafen. Erstmal wegen des Anrufes und zweitens lässt das Klo gleich wieder ganz schnell grüßen. Sie nimmt sich den Rest der Woche frei.

„Kannst du Paps nicht fragen, dass wir nicht ausziehen? Ich möchte gerne hierbleiben. Woanders ist es doch blöd.“

„Äh, ich kann’s versuchen.“

„Danke. Du bist der beste Marc, hihi.“


Der sogar so toll ist, dass er heute den Garten macht. Emily soll das jetzt bloß nicht machen.

„Ich finde es mies, dass uns nun einfach so gesagt wird, dass wir ausziehen und es dann auch noch hinnehmen müssen. Was sagst du dazu? Willst du denn weg?“

„Ach, komm. Das wird schon. Irgendwie. Sonst hast du mich immer aufgemuntert. Jetzt möchte ich auch mal.“

Marc bekommt die Chance auf eine Schule zu gehen, wo er einen höheren Abschluss bekommt, damit er vielleicht nach seinem Praktikum doch studieren kann. Das wäre es ihm wert. Anwalt Marc. Ihr Mann für Recht und Ordnung - oder sowas.

Während Emily sich das Zimmer für das Baby anschaut. Sie muss immer wieder schmunzeln, was ihr Freund da gekauft hat. Doch das Zimmer ist dadurch trotzdem noch nicht wirklich fertig. Nachdem sie beim Frauenarzt gewesen sind, wollen sie noch in den Baumarkt. Erstmal muss ja feststehen, was es überhaupt wird.

„Wollen wir los?“

Marc ist voll aufgeregt. Wahnsinn, ihn mal so zu sehen.

Er hat viel nachgedacht und hat es sehr bereut, sich so weggeschossen zu haben an seinem Geburtstag. Nie wieder Alkohol. Das steht fest. Seit er jedoch mitbekommt, wie da so ein kleines Würmchen entsteht, ist er Feuer und Flamme.

„Nur, hör zu. Nie wieder Alkohol, okay? Das Zeug ist Mist. Es ist eigentlich noch alles viel zu früh für uns, okay?“

Emily zieht sich noch etwas Bequemeres an und auf geht's zum Frauenarzt.

„Ja, dann mach doch einen besseren Vorschlag. Wir bleiben hier einfach, bis die Kinder groß sind und dann können wir weitersehen. Warum jetzt einfach so die Koffer packen? Die beiden brauchen uns.“

„Ja, du hast recht. Absolut. Ja. Warum bin ich da nicht schon eher draufgekommen? Benny hasst mich richtig.“

Etwas später kommen Marc und Emily zurück vom Termin. Das Auto vollgepackt mit sämtlichen Kartons.

Es bedarf auch keiner längeren Diskussion, dass Phillip mit seiner Familie noch länger bleibt. Jetzt wird nämlich erstmal ein Kinderzimmer eingerichtet. Aus, Basta. Die Kartons werden reingeschleppt und ordentlich Farbe und Pinsel in den Raum gestellt und gelegt. Gleich sieht es hier so richtig nach Arbeit aus.

Bis die vier schließlich dieses wunderbare Zimmer zaubern. Wie unschwer zu erkennen ist, wird der kleine Pups ein Junge.

„Nun komm erstmal her.“

Das Ultraschallbild findet seinen Platz an der Wand.

„Emily? Ich habe aber noch ein anderes Anliegen. Jetzt, wo das mit dem Baby ist und so, habe ich mir Gedanken gemacht. Es gibt noch so viele Sachen, die ich vorher klären möchte. Kommst du eben bitte mit auf den Friedhof? Ich muss noch etwas Last abwerfen.“

„Ähm, klar. Wenn es dir hilft.“

Die werdende Mam ist etwas irritiert, doch kommt sie einfach mal mit.


Der Friedhof in Brindleton Bay ist sehr groß. Am anderen Ende befinden sich noch einzelne Gräber. Marc nimmt Emilys Hand und „entführt“ sie zu einem abgelegenen Grab, bis er davor stehenbleibt.

„Wir haben auch nicht viel Zeit, weil die Verbindung immer schwächer wird, deswegen ist es mir wichtig, das alles heute zu machen.“

„Ist das das Grab von Verena?“

„Ja.“

„Okay. Och, menno. Komm, lass dich drücken.“

„Alles gut.“

„Du brauchst sie mir nicht vorstellen. Es ist bestimmt besser, wenn sie es nicht erfährt.“

„Das ist mir egal. Da muss sie durch.“

„Ok.“

Marcs Worte sind auch sehr monoton. Sie geben weder Freude noch Trauer noch Irgendwas wieder.

Verena kommt schließlich auch, aber ihre Stimmung ist nicht gerade die Beste.

„Also, bereit? Darf ich dir vorstellen? Verena.“

„Hallo, Marc. Gut siehst du aus.“

„Ja, meinetwegen.“

„Warum so angespannt? Du wolltest sie mir doch sowieso mal vorstellen.“

„Komm erstmal her. Ich vermiss dich so richtig da oben. Am liebsten würde ich alles wieder rückgängig machen und ich wäre an ihrer Seite und....“

„Hör auf.“

„Ähm, Marc? Was versucht sie da?“

„Verena. Lass gut sein. Ja, es hätte was werden können und ja, du hättest an Emilys Stelle sein können. Aber es ist nun mal nicht so. Sie ist schwanger und mir ist es wichtig, damit nun endgültig abzuschließen. Es war nett mit dir als Freundin zu reden, aber nicht als diese Freundin. Manchmal habe ich das Gefühl, dass du mich trotzdem noch liebst und das ist einfach zu viel. Das heute, ist mein letzter Besuch bei dir. Nimm es mir nicht übel, okay?“

„Aber.“

„Lass es bitte.“

Emily merkt, dass die beiden doch noch einiges an Redebedarf haben und sie geht zu den Gräbern ihrer Eltern.

Etwas später lässt er eine traurige Verena einfach so stehen. Er dachte eigentlich, sie würde es nun anders auffassen. Immerhin kam Marc noch oft hierher und beide haben sich ausgesprochen und auch viel gelacht. Die letzten Male war es aber so, dass sie immer anhänglicher wurde und es nicht mehr mit seiner neuen Beziehung duldete.

„Na, wollen wir sie mal rufen? Sie wollen bestimmt die Neuigkeit erfahren.“

Etwas später kommt Nadja sogar. Hoffen wir mal, dass Jeremy nun auch antanzt.

Und da ist er. Was sie wohl zur Neuigkeit sagen werden?

„Hey, Jeremy. Alles gut?“

„Warum hat meine Tochter da so einen dicken Bauch? Wie viel Zeit ist vergangen? Wann habt ihr rumgenudelt? Hab ich vielleicht noch die Hochzeit verpasst? Spinnt ihr?“

„Äh, nein. Du hast hier gar nichts verpasst, okay? Ja, Emily ist schwanger.“

„Toll. Da ist man kurz nicht da und alles geht drunter und drüber.“

„Ach, komm. Jeremy. Ich hab gleich eh noch was viel Besseres für euch. Oder meinst du, das war schon alles?“

Schließlich packt ihn dann gerade just in diesem Moment der Mut und er möchte auch seinen zweiten Plan in die Tat umsetzen. Ihm ist es wichtig, dass Emilys Eltern das alles mitbekommen.

„Hey, ähm. Ich glaube, es ist ein bisschen bescheuert auf einem Friedhof sowas zu machen, aber macht auch nicht jeder und anders komme ich ja an deine Eltern nicht ran. Tja, dann halt so.“

Er holt einen Ring aus seiner Jackentasche.

„Ich weiß, du bist noch nicht 18, aber bald und so und nun ja, ich ähm. Also wir brauchen ja nicht gleich heiraten und so, sondern dann später und so und ja. Ach, ich vermassel das grad total, oder?“

Marc muss erstmal kurz innehalten, bis er wieder die richtigen Worte findet.

„Emily Duvan. Willst du meine Frau werden? Also nach deinem Geburtstag dann und so.“

Jeremy verpieselt sich in die hinterste Ecke und dreht sich um, während Nadja total gerührt ist.

Selbst Verena kommt mit dazu. Sie steht dort aber nur und schweigt.

„Natürlich will ich, hihi. Und wie ich das will.“

„Cool.“

Und Nadja grinst sich eine Naht zurecht.

„Ich lieb dich, Marc. Hätte nie gedacht, dass du sowas auf dem Friedhof bringst, hihi.“

„Tja. Not macht erfinderisch.“

Die beiden merken aber auch langsam, wie schwach die Verbindung der drei Geister langsam wird. Es gilt also, keine Zeit zu verlieren. Jeremy flackert auch nur noch so in Emilys Richtung und möchte seinen Enkel fühlen. Er möchte da auch irgendwas mit Nudeln und sowas sagen, aber das versteht leider keiner. Sowas aber auch.

„Glück-wunsch ....... euch.“

„Danke, Nadja.“

Nadja möchte natürlich auch noch tätscheln, bevor es wieder zurückgeht.

Während Verena einfach nur dasteht.

„Lass gut sein, okay? Dein Leben hätte anders verlaufen sollen. Ich weiß das. Du weißt, dass ich das Richtige getan habe. Also hör bitte auf, okay? Akzeptiere es einfach.“

Er lässt Verena nun auch einfach stehen, da er Jeremy und Nadja eben noch Tschüss sagen möchte, bevor sie wieder verschwinden. Das ist ihm gerade wichtiger. Immerhin hat er dem Teenager-Geist alles erzählt, was er zu erzählen hatte. Egal, wie absurd die Dinge liefen. Als dann aber Emily in sein Leben getreten ist, hat sich alles schlagartig geändert. Er verspürte Hoffnung. Verena wiederum war erst gar nicht so wirklich damit einverstanden, wollte aber versuchen es zu akzeptieren. Doch irgendwann passierten genau diese Szenen.


Aber Marc möchte nach vorn schauen. Keine Verena mehr und kein Unfall mehr.

„Hey. Ich habe deiner Schwester einen Antrag gemacht. Ist das nun schlimm, oder so?“

„Was? Ist die Frage dein ernst? Wow. Cool. Ich freu mich für euch. Echt.“

Selbst Aurora freut sich sehr darüber. Sie hat viel mit ihrem Mann gesprochen, während die beiden weg waren. Der Auszug wird somit verschoben.

Emily könnte gerade ganze Torten verschlingen.

Ach ja und Glückwunsch euch beiden. Möge die siebte Generation bald erblühen.

Anmerkung: Die siebte Generation ist bislang die längste, die ich unter den Zepterträgern hatte. Ihr müsst bedenken, dass ich die siebte Generation ja schon lange habe und eigentlich ja bald die achte anfangen würde. Doch Pustekuchen.^^


Die anderen werden noch nicht ausziehen, weil sich bei ihr hier nämlich eine schöne Story anbahnt, die ich gerne noch erzählen möchte. Fiona ist nämlich todtraurig.

Und sie braucht ihren Paps jetzt mehr denn je.

„Was bitte? Du kannst ihm doch nicht einfach sagen, dass du in ihn verknallt bist. Kein Wunder, dass er dir den Rücken zuwendet. Fiona, was soll das?“

Es ist zu spät. Tommy hat vor, sich nicht mehr bei Fiona zu melden und hat ihre Nummer rausgenommen. Was bildet sie sich auch ein?

Und Benny hasst immer noch seine Eltern. Er hat sich nach der Schule sofort wieder am Puppenhaus verkrümelt. Auch hier muss noch viel geklärt werden.

„Aurora, das ist doch absurd, was sie gemacht hat. Sie weiß doch, dass er eine Freundin hat. Was erwartet sie nun? Dass er sie verlässt und bei ihr angetanzt kommt?“

Fiona wollte doch nur ihre Gefühle zu Tommy outen, was aber total in die Hose ging.

Natalie wiederum hat noch keine Geschichte, doch auch hier entwickeln sich neue Gedanken und Ideen.

Während Aurora ihrem Sohn erklärt, dass sie doch noch eine Weile bleiben werden, doch der Umzug nicht gestrichen werden kann. Sie überlegen dann aber, sich in der Zeit etwas Geld anzusparen, sodass sie gegenüber hinziehen können, wo die alte Tierklinik war. Benny hört jedoch nicht zu.

Während ihr Mann versucht, die Sache etwas aufzulockern. Ein bisschen Spaß muss doch sein.

Fiona wiederum versucht bei Tommy durchzukommen, doch das Handy ist aus. Toll.

Trotzdem essen die Duvans einigermaßen normal zu Abend. Kurz mal sind die Sorgen verflogen. Die Familie kann sich untereinander immer gut ablenken. Selbst Emily kann ihrem Neffen beibringen, dass der Umzug gar nicht so schlimm sein wird. Es ist doch nur über die Straße und schon sind sie da.

„Also, ist der Umzug doch gar nicht so blöd?!“

Fiona macht sich bettfertig und versucht noch einmal, bei Tommy durchzukommen. Jetzt ist zwar das Handy an, aber es geht immer der AB ran. Verdammt. Was hat sie angerichtet?

Somit geht auch dieser ereignisreiche Tag bei den Duvans zu Ende. Das Wohnzimmer wurde etwas umgeräumt, aber nun gibt es keinen Platz mehr für sieben Leute. Mist, haha. Trotzdem ist es gemütlich hier mit dem Kamin. :)


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