• Kucki 232

Folge 49 - In Gedanken


 

Erste Herbstwoche: Donnerstag

Geburtstag: keiner

Event/Feiertag: keiner

Erzähler/in: Marc

 

Die Nacht war schon recht na ja. Ich denke im Moment viel über Joshua nach, weil ich einfach nicht möchte, dass er so einen Mist erlebt, wie ich früher. Also nicht so, aber auch ich fühlte mich mies. So mies, dass ich in eine Gang wollte. Nur eine wunderschöne Frau hat mich im richtigen Moment davon abgehalten. Und diese Frau liegt gerade neben mir. Ich mag gar nicht aufstehen.

Irgendwann stehe ich leise auf. Sie plant nämlich schon wieder so eine große Party. Hier und da möchte sie was haben und da und da. Dann erstmal noch in Ruhe einen Kaffee trinken, bevor der Trubel losgeht.

„Morgen Kinder.“

„Morgen Paps.“

Später gehe ich in unseren Partyraum und mache da schon mal alles fertig. Ein bisschen muss noch geschraubt werden. Nicht, dass die Gäste noch nasse Ärsche bekommen, haha.

Ich frage mich aber die ganze Zeit, was da mit der Marianne sein könnte. Im Café habe ich mir alles gut angehört. Joshua meint, dass sie sich in der Schule krankgemeldet hat. Für zwei Wochen? Na, das sind ja gute Aussichten für einen Schnupfen, wenn man schon weiß, wie lange das geht.

Vielleicht ist es auch nur der Instinkt eines Detektivs oder ich steigere mich etwas zu sehr rein. Hm. Ich möchte halt nicht, dass Joshua verletzt wird. Das sage ich als Vater und nicht als Detektiv.

Hm, vielleicht schaue ich mal, wo sie wohnen. Sollte Marianne nämlich festgehalten werden, dann kann ich direkt die Polizei rufen. Das Mädchen muss nun mal in die Schule. Also würde ich eine Routineuntersuchung machen oder so.

Nein, das ist auch Mist. Ich muss rausfinden, wer der Bruno ist. Scheint ja so ein knallharter Typ zu sein. Ein Möchtegern-Schnösel der Reichen. Wir haben zwar auch etwas mehr Geld, aber warum sollen wir das zeigen? Es ist für schlechte Tage. Und?

Nachher gerät mein Sohn da noch rein und .....

„Marc? Was ist los mit dir? Du bist so in Gedanken.“

Ich zucke total zusammen.

„Alles gut. Ist doch normal beim Schrauben.“

Aber ja. Ich mache kurz eine Pause. Emily hat morgen Geburtstag und da möchte ich einen klaren Kopf haben und ihr helfen, wo ich nur kann. Sie sitzt da, stickt und schaut mich einfach nur lächelnd an.

„Du machst dir Gedanken um Marianne, gib es zu.“

„Ja, warum auch nicht? Nachher ist da was faul. Heutzutage ist doch alles möglich.“

„Marc, aber dann bitte nicht so sehr, dass du dich komplett abkapselst. Du hast oben alles stehengelassen und die Wäsche liegt auch rum.“

„Tut mir leid.“

„Ich mache eben weiter.“

Paps meinte, dass Brunos Vater mit der Reichste neben den Landgraabs ist. Er hat Miethäuser, Fitnessstudios und was auch immer alles. Ich habe aber noch nicht rausgefunden, was er beruflich macht.

Vielleicht ist er ja ein Mafioso oder sowas und möchte nicht, dass Joshua zu nah drankommt. Deswegen die SMS.

Oder das ist alles falsch und sie ist wirklich krank und hochansteckend. Aber dann schreibt man doch nicht so eine fiese SMS.

Ich dreh’ hier bald durch. Ich muss das jetzt wissen. Emily plant alles für morgen und ich habe ja hier schon gut was gemacht, also ist ja alles gut.

„Du, hör zu. Mir lässt der Fall keine Ruhe. Ich möchte unbedingt rausfinden, was da los ist. Das hört sich alles so verdächtig an und ich kann einfach so nicht in Ruhe alles machen. Vielleicht bin ich total auf dem Holzweg, aber es geht hier auch um unseren Sohn.“

Ich nehme meine Frau in den Arm und knuddel sie ordentlich durch.

„Wenn du Hilfe brauchst, sag mir aber bitte Bescheid.“

„Alles klar. Viel kann ich heute eh nicht mehr machen.“

Ich verpiesel mich in mein Büro und bleibe noch eine Weile einfach so da sitzen und starre den Monitor an. Ich weiß aus Erfahrung, dass es nicht gut ist, bei Reichen rumzuschnüffeln. Mein eigener Opa war da ja nicht anders. Nicht alle sind so, aber wo die Kacke am Dampfen ist, das riecht man schnell. Und wenn sie Marianne nur festhalten, dann reicht das doch schon.

Also schaue ich nach, ob ich was von Brunos Vater finde. Kontobewegungen, Akten von Immobilien und sowas halt.

Bis plötzlich mein Sohn reinkommt und total mit den Nerven am Ende ist.

„Paps, ich habe schon wieder so eine SMS bekommen. Ich solle ihr fernbleiben und sie würde mich ja hassen.“

Ich schaue zu ihm hoch und strecke meinen Arm aus, um mir das mal anzuschauen.

„Hmm? Zeig mal. Was soll der ganze Kindergarten? Langsam habe ich das Gefühl, das ist doch nur so eine Teenager-Klamotte.“

Ich stehe auf, um ihm sein Handy wiederzugeben.

„Weißt du denn, wo Marianne wohnt? Vielleicht fahren wir da mal zusammen hin und schauen, was da los ist. Weißt du? Mam hat morgen Geburtstag und ich denke schon den ganzen Tag an irgendwelche Geschichten. Ich male mir Dinge aus, die in Richtungen gehen, die du nicht wissen möchtest. Und nachher ist da nichts dran. Wozu das Ganze?“

„Und wenn, dann geht es ihr meinetwegen schlecht, Paps. Ich bin ein Versager. Ich sollte gar nicht mehr in die Schule gehen.“

„Hey. Komm mal her. Du bist absolut kein Versager. Ich werde mir die Adresse holen und dann fahren wir da mal hin. Dann weißt du wenigstens auch, woran du bei ihr bist. Und sollte da doch mehr dran sein, dann werde ich mich drum kümmern. Da verlass dich drauf.“

„Danke, Paps. Du bist der beste. Immerhin gab es ja heute eine gute Nachricht. Mrs. Grauhaar ist wegen Vandalismus von der Schule geflogen. Wenigstens lässt sie mich in Ruhe.“

„Cool. Das ist doch schon mal ein Anfang. Und jetzt komm mal her und lass dich drücken.“

„Ich habe auch Yannik mitgebracht. Er wurde gestern voll von Mrs. Grauhaar angepöbelt. Ist auch ein netter Kerl und er fragte, ob er nicht mal mit zu uns kann. Finde ich schön. Langsam habe ich Freunde.“

„Wunderbar. Ich komme gleich zu euch hoch. Ich schaue noch wegen der Adresse und dann machen wir da mal so ein Ding zusammen, okay?“

„Cool, Paps. Bis gleich.“

Joshua verlässt mein Büro und kann wenigstens schon mal etwas lächeln. Ich schaue fix noch im Telefonbuch nach und dann verschwinde ich auch nach oben. Erstmal sachte angehen lassen. Meine Familie braucht mich jetzt mehr.

Als ich nach oben komme, sitzen Yannik und Joshua da und unterhalten sich über die aktuelle Situation.

„Ich glaube, sie macht das einfach nur aus Langeweile, um Aufmerksamkeit zu bekommen. Die beiden sind nicht mal Freundinnen.“

„Echt nicht?“

Als Emily reinkommt, springt Yannik auch sofort auf und stellt sich vor.

„Hi. Schön dich kennenzulernen. Ich bin Yannik.“

Also bei mir hat er sich eben nicht so vorgestellt.

Emily schaut ihn die ganze Zeit an und scheint am Grübeln zu sein. Irgendwann fragt sie dann:

„Hm, dein Gesicht kommt mir so bekannt vor. Bist du irgendwie mit Justine verwandt? Oder mit Micha oder so?“

„Äh, wie bitte? Justine? Sie ist meine Tante.“

„Tante? Wow. Moment. Tante? Äh. Annika und Steven?“

„Halbgeschwister.“

„Echt?“

 

Anmerkung: Yannik stammt aus meinem Stammbaum, der mit Maurice Duvan in der zweiten Generation kaputtging. Dort fehlen leider sämtliche Sims wie seine Tochter Tayla und Elias, sein Bruder Feonor aus Generation 3. Micha war mit dessen Tochter Vanessa Duvan verheiratet, woraus der Vater von Yannik entstand. Er ist also ein Schneider/Duvan^^. Vielleicht ganz interessant für die, die meine alten Sims noch kennen.

 

Ich kenne Micha nur als Geist, aber weiß, dass er ein guter Freund der Familie ist. Es ist interessant, wie klein die Welt doch ist.

Und so unterhalten wir uns noch eine Weile und lernen langsam Joshuas Freunde kennen. Ich merke, dass er sich so wohler fühlt und das ist auch gut so.

Und damit ihr auch seht, was meine anderen Kinder gerade so machen:

Das wird lustig, wenn sie erstmal auf die Highschool kommen. Jeder wird seine eigenen Probleme mit nach Hause bringen. Bei Emilio mache ich mir da etwas mehr Sorgen. Wir waren in den letzten Wochen wieder viel in der Schule, weil er wieder irgendwas verbockt hat. Aber es sind Kleinigkeiten, sonst hätte die Schule bestimmt immer anders reagiert. Wir haben uns darauf geeinigt, dass er dann immer nachsitzen muss oder Hofdienst macht. Er mag es nicht, im Haushalt zu helfen. Also vielleicht wird es ziehen.

Erstmal gibt es aber Abendbrot. Alles ganz in Ruhe ausklingen lassen, bevor morgen die Party ist und ich mit Joshua die Tage mal zu Marianne fahren werde. Ich darf jetzt nicht weiter drüber nachdenken.

Schließlich sitzen wir alle zusammen und reden über den Tag. Das ist hier schon eine komische Bande.

Bettfertig machen, bevor ich dann endlich die Füße hochlegen kann. Doch das hat sich erstmal erledigt. Es klingelt nämlich an der Tür. Klar, jetzt, wo ich hier im Schlafanzug rumlaufe. Na ja. Mal schauen, wer es ist.

Es ist ein Mädchen. Joshuas Alter. Eine Mitschülerin von ihm?

„Hi, wer bist du denn noch zu später Stunde?“

„Hi, ich bin Veronika Brinkmann, von nebenan. Ich wollte schauen, ob es Joshua nun besser geht? Er war so mies drauf in der Schule.“

„Äh.“

Ein Mädchen erkundigt sich nach ihm? Ich merke langsam, dass ich alt werde.

„Klar, komm rein. Wir wollten nur gerade unseren Fernsehabend starten.“

„Ich bleibe nicht lange. Komme hier ja eh immer vorbei.“


Wir setzen uns also ins Wohnzimmer. Yannik ist auch noch hier. Nur, wer ist jetzt dieses Mädchen?

„Hi, Veronika. Du siehst. Mir geht es gut.“

Sie scheint auch ganz in Ordnung zu sein und ist wohl auf Joshuas Seite. Also erzähle ich ihr meine Sorgen mit diesen fiesen Sachen da in der Schule.

„Also, wenn das da bald nicht aufhört, dann muss ich da wohl mal hin. Ist ja schrecklich, dass die das auch mit dir machen. Was für eine Schule ist das?“

Ja, es macht mich halt sauer.

Da es draußen noch in Strömen regnet, bleibt Veronika noch eine ganze Weile. Yannik wurde bereits von seinem Vater abgeholt. Schön, wie gut sich die beiden verstehen, aber sehe ich das richtig? Sie schaut ihn doch nicht etwa so an, oder? Ich sag’ ja: Ich werde alt.


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