• Kucki 232

Folge 505


Auch wenn Emily und Marc hier nach wirklich, wirklich keine Kinder mehr wollen, muss sie trotzdem noch die aktuelle Schwangerschaft überstehen. Hier hängt sie vielleicht nicht so oft über der Schüssel, aber meist ist die Nacht schon um 4 zu Ende. Es macht keinen Unterschied, ob man ausschlafen könnte, oder nicht.

Und dann spinnt auch noch Muffin in Joshuas Zimmer rum.

Trotzdem ist der Hund nicht mehr im Haushalt wegzudenken. Muffin ist eine ganz Liebe, nur manchmal eben etwas verspielt. Wie jeder Hund halt.

Um 7 Uhr steht dann der Rest auf.

Marc ist heute sogar mal richtig gut drauf. Er ist seit gestern doch etwas erleichtert. Wenn sie Hilfe bekommt, dann ist das Segen genug. Wie hätte er ihr denn so ganz allein auch helfen sollen?

„Hey. Gut geschlafen? Geht's dir besser? Ist der Ausschlag weg?“

„Marc? Halt die Klappe, hihi.“

Während Emilio Muffin nachäfft und sie absolut nicht versteht, was er da gerade will.

Marc hat nämlich heute ein kleines Attentat auf Emily vor. Erstmal möchte er noch seine Abschlussarbeit einreichen und dann geht es los. Er freut sich schon total und ist gespannt, wie Emily drauf reagieren wird.

Diese bringt nämlich nur kurz ihren Teller weg, ...

... als Marc versucht, ganz cool zu bleiben.

„Darf ich dich heute mal entführen? Hast du Zeit und Lust?“

„Äh, was ist mit den Kindern?“

„Alles schon organisiert. Fiona und Tommy passen auf.“

„Echt?“

„Also? Hast du Zeit und Lust? Nein, du hast das jetzt einfach, Ganz klar.“

Da ist Emily gerade etwas baff. Die beiden waren nie allein irgendwo unterwegs. Und romantische Dates sind ja eigentlich auch nicht so Marcs Ding. Okay, sie lässt sich da einfach mal überraschen.


Marc nimmt ihre Hand und später kommen sie in Windenburg raus. Auf den Klippen.

„Weißt du noch? Unser erstes Date oder Treffen, oder wie man das auch immer nennen mag.“

„Wie kann ich das vergessen?“

Hm. Ist heute irgendwie Jahrestag, den Emily total vergessen hat? Warum macht Marc das gerade heute? Sie haben doch erst in einem halben Jahr vierjähriges.

„Ich war an dem Tag voll fertig mit den Nerven. Weißt du noch? Die hübsche Emily und dann dieser schüchterne Blondie dazu. Ich hätte nie gedacht, dass das gutgehen wird. Und jetzt steht meine Traumfrau vor mir und wir haben zwei Kinder. Na ja, drei. Irgendwie ein krasser Gedanke.“

Emily hört einfach mal zu. Sie findet die Aktion gerade total süß. Möchte er etwa jetzt mit ihr die alten Orte abklappern?

Zu dem Zeitpunkt, wo sie hier waren, war die Anlage noch kaputt. Heute geht sie wenigstens mal. Marc schmeißt das Lied an, mit dem alles begann. Die beiden mögen nämlich elektronische Musik. Und ein ganz bestimmtes spielten sie immer und immer wieder.

„Hihi. Da muss ich gerade an die riesen Anlage denken. Und dann das Lied. Boah, haben wir gelacht.“

Marc lächelt und schaut sie genau an. Sein Plan scheint aufzugehen. Nostalgie pur. Denn es ist heute nämlich wirklich ein kleiner Jahrestag. Der aber wohl bei Emily total untergegangen ist. Was nicht schlimm ist, aber für Marc war es der besonderste Tag seines Lebens.

Die beiden genießen ihr Lied in vollen Zügen. Marc hat immer Angst, dass seine Beziehung in Alltagsstress und sonstiger Routine total untergeht und so möchte er Emily immer dran erinnern, dass sie immer noch einen besonderen Platz in seinem Herzen hat. Egal, wie stressig es auch ist.

Während Marc Emily total verliebt anschaut.

Er war damals ja auch am Überlegen, in die alte Gang seines Vaters zu gehen. Sein Leben hatte zu diesem Zeitpunkt keinen Sinn mehr und er wollte einfach nur irgendwo sein, wo man ihn versteht. An dem Tag, als Emily an ihm das erste Mal vorbeikam, hatte er eigentlich noch ein anderes Treffen.

Zum Glück hatte sich das Blatt aber gewendet. Und dafür möchte er sich heute bei ihr bedanken.

„Du hast echt mein Leben verändert und dafür danke ich dir. Gut, es lief manchmal nicht wie geplant, aber ich denke, ich wäre nun ganz woanders ohne dich.“

Emily wundert sich total über Marc. Normal kann er sowas eigentlich nicht sagen. Dafür hat er bestimmt Wochen geübt. Aber das ist okay. Umso süßer ist es jetzt.

„Und auch du hast mein Leben verändert, Marc. Ich bin nicht mehr die quirlige Partymaus, die sich gerne mal einen bechert. Dafür ist mir meine kleine Familie zu wichtig geworden. Danke dafür.“

Da strahlt Marc erst recht. Wie sein Herz gerade rast, ist unbeschreiblich. Als würden sie sich wirklich gerade das erste Mal treffen.

Marc nimmt ihre Hand und geht mit ihr total happy an die Klippen. Diese Aussicht ist einfach der Hammer.

Der junge Vater muss sie immer wieder anlächeln und freut sich immer noch wie ein Honigkuchenpferd, dass sein Plan aufgeht. Am liebsten würde er auch mal allein mit ihr in Urlaub fahren, aber das kann er den Kids auch nicht antun. Allein irgendwo in einer Holzhütte mitten im Wald an einem wunderbaren See und abends schön vor dem Kamin. Keiner nervt.


„Ich muss gerade gestehen, dass du irgendwie romantischer bist, als ich, hihi. Mir wäre dieser Ausflug nie im Leben in den Sinn gekommen. Aber trotzdem ist es sehr süß. Danke. Das habe ich echt mal gebraucht. Ich liebe dich Marc und wenn ich könnte, würde ich dich immer und immer wieder heiraten.“

Marc merkt langsam, dass er gar nicht mehr so an Emily rankommt, wie er gerne möchte. Da ist so ein riesen Babybauch im Weg.

„Wie geht es dem Baby denn? Ist alles gut?“

„Natürlich. Es genießt den Ausflug als blinder Passagier, hihi.“

Schließlich wird den beiden etwas zu heiß hier und sie suchen ihre Taschen mit den Badesachen auf. Upsi. Welche Taschen mit den Badesachen? Mist. Total vergessen. Aber die Hitze gewinnt und schließlich ist es den beiden auch egal und sie baden halt nackig. Hier oben kommt eh keiner hin. Etwas schämen tut sich Marc doch und ist plötzlich ganz schnell im Wasser. Heute hagelt es Galerie-Fotos in der Folge.

Aber zwischen ein bisschen Liebelei gehört auch Unfug.

Doch beide sind total happy über diesen Ausflug.

Etwas später setzt sich Marc in das kleine Häuschen und muss über das erste Date nachdenken. Hier hat er damals schon gesessen, wo er total unsicher war und Emily auf dem Klo saß. Ein Kaffee nach dem anderen wurde getrunken.

So viele Erinnerungen mit dieser einen Frau. Sie hat sein Leben perfekt gemacht.

„Oder weißt du noch damals? Wo du mit mir reden wolltest und ich einfach nichts gesagt habe. Stattdessen verschwinde ich feiges Etwas hier und hab mich versucht abzulenken.“

„Oh ja. Du hast mich zur Weißglut getrieben. Ich war kurz davor, zu gehen.“

„Aber hast es dann schließlich doch nicht getan.“

„Bin halt hartnäckig, hihi.“

„Lust auf eine Runde?“

Der Ausflug ist noch lange nicht zu Ende. Marc hat bis 16 Uhr eingeplant.

Die beiden sind mittlerweile trocken und können ihre Klamotten wieder anziehen. Denn es geht zur nächsten Station: Wo alles begann.

Bevor es aber losgeht, muss Marc Emily immer wieder total glücklich anschauen. Das fehlt ihm richtig. Es tut ihm manchmal sehr leid, dass er ihr nicht mehr bieten kann, als diesen schüchternen, verklemmten Typen, aber Emily hat es schon vier Jahre damit überlebt, also scheint es ja gar nicht so schlimm zu sein. Und vielleicht redet sich Marc ja auch einfach nur viel ein?


„Weißt du, was ich nun total cool finden würde? Erinnerst du dich noch an die Szene, wo wir uns das erste Mal gesehen haben? Ich auf der Bank und du hübsches Ding kommst da anstolziert. Das ist heute vor genau vier Jahren passiert.“

„Echt? Oh. Das hatte ich gar nicht mehr so auf dem Schirm.“

„Tja. Und für mich ist es der wichtigste Tag meines Lebens.“

„Okay. Ich verstehe, hihi. Dann setz du dich mal auf deine Bank und ich komm rein zufällig vorbei.“

„Äh, ja klar.“

Marc setzt sich also auf die besagte Bank und hat kurz negative Gedanken. Das eigentliche Treffen mit dem Typen aus dem Clan lässt ihn gerade nicht los. Nur drei Minuten vorher kam Emily an ihm vorbei. Drei Minuten, die entscheidend für sein Leben waren.

Emily wiederum war es gar nicht so bewusst, dass der Tag so wichtig für ihn ist. Na klar, für sie irgendwo auch, aber sie war dann irgendwann mal beim ersten Kuss und als sie offiziell zusammenkamen. Das wird sich ab sofort ändern.

Emily und Marc müssen grinsen, als sie die Szene nachstellen. Hätte sie ihn nämlich vorher schon gesehen und nicht diese rote Kapuze, dann wäre sie niemals an ihm vorbeigegangen.

Bis dann schließlich Marc etwas vor sich hin nuschelte, was Emily nicht verstanden hatte und sie das erste Mal ins Gespräch kamen.

Es war in etwa ein Satz wie:

„Irgendwie stellen sich an diese Stelle immer die hin, denen es nicht gut geht.“

„Wie bitte?“

„Ja, die Leute stehen dort immer und weinen, wenn ich hier bin.“

„Aber komm, Marc. Den Teil überspringen wir mal, hihi.“

„Ja stimmt. Das überspringen wir.“

Er steht auf und küsst sie leidenschaftlich. Da ist er wieder: Dieser Marc, der kurz mal den Motor anlässt und dann alles gibt.

Und zu diesem Zeitpunkt hatte ich auch immer den Townie des Tages. Schade, dass das ein bisschen untergegangen ist. Aber hier ist er:

„Aber komm, Emily. Eine Sache müssen wir noch machen. Lass uns in den Club und unser Lied so richtig aufdrehen.“

Auch dieser Moment ist sehr wichtig für ihn. Er konnte nach langer Zeit endlich mal wieder richtig lachen. Und das dank seiner heutigen Frau.

„Okay, hihi.“

Hand in Hand betreten sie den Club. Diese mega Anlage springt die beiden förmlich an. Und als sie ihr Lied aufdrehen, knuddeln sie, was das Zeug hält.

„Ich lieb dich, Emily.“

„Ich dich auch.“

„Der Romantikguru scheint damals vielleicht recht gehabt zu haben, aber uns konnte nichts auseinanderreißen. Das kann niemand.“

„Stimmt.“

„Und weißt du was, Marc? Dieser Tag ist nach langer Zeit wieder der Schönste, den ich erlebt habe. Danke. Ich konnte mal alles vergessen. Das tat gut. Du bist was ganz Besonderes für mich.“

Auch an der Bar zeigen sie immer und immer wieder die Liebe zueinander. Emily muss andauernd zu dem großen Fernseher schauen, wo sie damals die ganze Zeit im Club war und auf Marc hoffte, der wiederum schon die ganze Zeit da war, weil er dasselbe hoffte. Und schließlich haben sich auch diese zwei Herzen einst mal gefunden gehabt.

Schließlich müssen die beiden aber nach Hause. Marc ist ja schon froh, dass er zwei Babysitter gefunden hatte. Er ist ihnen sehr dankbar für seinen wichtigen Tag.

„Und? War das jetzt zu schnulzig, oder sowas?“

„Kerzen und Rosenblätter haben noch gefehlt. Hihi.“

„Beim nächsten Mal.“


Drinnen scheint alles unter Kontrolle zu sein. Wunderbar.

Emily und Marc bedanken sich noch einmal für die Hilfe.

„Alles gut Tantchen. Hauptsache, ihr hattet einen schönen Tag.“

Eine Weile bleiben die beiden noch, bevor es zurückgeht. Tommy und Fiona sind auch so ein unzertrennliches Paar, die sich immer noch viel anhören müssen. Aber das ist ihnen egal.

So findet langsam und sicher auch dieser Tag sein Ende. Der wird den beiden definitiv in Erinnerung bleiben. Vielleicht machen sie sowas ja nun jedes Jahr?


Emilio und Joshua werden bettfertig gemacht.

Und mit einem kuscheligen Fernsehabend endet diese Folge.


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