• Kucki 232

Folge 519


Alles klar. Die Stimmung sieht ordentlich vielversprechend aus.Gut. Dass Emily selbst langsam die Schnauze voll hat, kann man ja verstehen.

So ganz verstehen tut Emilio dann nicht, wenn er ausgeschimpft wird, dass etwas nicht richtig war. Ihm egal. Er macht einfach weiter. Paps soll aufstehen und basta.

Er scheint gerade allein durchs Haus zu wuseln. Da kann man das ja machen. Ist ja sonst keiner da.

Wenn Marc schon wach ist, dann kann er sich dann eben auch um alles Weitere kümmern. Na gut.

Es ist eh schwierig, hier so ganz allein klarzukommen. Emilio hat es faustdick hinter den Ohren und mittlerweile ist ihm auch klargeworden, dass sein Paps cooler ist, als seine Mam. Das möchte der Kleine seiner Mam nun zeigen und furzt einmal ordentlich in die Hose, als Emily wieder nach drinnen gekommen ist und er an ihr vorbeigeht. Dieses dreckige Grinsen dabei. Boah.

„Was soll das werden? Findest du das so witzig? Haha. Schau, wie ich lache. Haha.“


Anmerkung: Ich habe gerade so eine Situation vor Augen, wie Jeremy reagieren würde:

„Pass auf, du kleiner Furz. Ich esse eine Schüssel mit Bohnensuppe und dann zeig ich dir mal, wie das geht.“

Denn Jeremy würde jetzt so richtig hier helfen. Selbst er könnte die Kleinen mit seinen Sprüchen besänftigen. Emily kommt da einfach nicht gegen an. Und dann das heranwachsende Baby noch im Bauch. Mies.

„Alles doof ist. Langweilig. Meer schwimmen will. Hier doof und doof. Kacka. Blödes Haus.“

„Hey. Was hab ich dir getan, dass du mich so ärgerst, hmm? Emilio. Ich versuche mein Bestes, dass es euch gut geht und du machst immer sowas. Warum?“

Marc kommt gerade vom Joggen und bemerkt die Situation, wie frustriert Emily langsam ist, wegen Emilio. Da kommen ihr sogar schon fast die Tränen.

„Hey. Alles gut. Bin da. Was macht der Stinker schon wieder?“

Dieser grinst sich ganz blöd eine Naht zurecht und genießt es, dass er gegen seine Mam gewonnen hat. Jetzt ist ja immerhin der Paps da. Ziel erreicht.

„Hör mal zu. Wenn du meinst, du kannst das jetzt auch mit mir abziehen, dann hast du dich geschnitten. Also. Was ist los mit dir?“

„Langweilig. Möchte Papa mit Arbeit und Held pielen, mit cooler Brille. Haus doof.“

Emily ist währenddessen mit dem Hund kurz draußen, um sich abzureagieren. Es ist fies, dass nun Herbst ist und man draußen nichts richtig machen kann. Es regnet hier im Moment sehr viel.

Paps Marc versucht jedoch sein Bestes und möchte den Kleinen irgendwie ablenken.

„Huiiiiiii huiiiii kaputtmach, hihi. Bumm.“

Joshua und Niklas schlafen etwas länger und versorgen sich selbst. Gleich kommen nämlich die ersten Bauarbeiten am Haus, damit jedes Kind sein eigenes Zimmer hat. Hier und da wird gehämmert, bis zwei neue Räume entstehen und draußen sogar auch vieles neu gemacht wird.

Die Kids werden umgesiedelt, während die Bauarbeiten beginnen. Endlich haben die Duvans wieder etwas Geld übrig.

Joshua macht sich nach dem Frühstück fertig und packt mit an. Emilio möchte ja immer raus und im Sand spielen bzw. im Dreck, den die Bauarbeiter hinterlassen, aber nein. Lieber nicht.

Als Marc sich kurz auf der Couch ausruht, denkt er an den Fall. Es lässt ihm halt keine Ruhe. Irgendwas muss früher doch gewesen sein. Irgendwas muss er doch schon bemerkt haben. Hm. Außer, dass seine Mam abends oft weg war. Feiern? Nein. Am nächsten Morgen sah sie zumindest nie danach aus. Moment. Früher war da manchmal so ein Mann. Jedes Mal, wenn er da war, dann wurde es laut. Marc kannte diesen Typen aber nicht wirklich. Er hat sich dann lieber in sein Zimmer verkrochen, doch niemals nachgefragt. Oder. Hmm. Einige Männer kamen ein und aus, um Tanya zu beglücken. Gelegentlich wurde da was längeres draus, aber irgendwie waren die Männer eher nur Spielzeug. Sie wollte sich nie richtig binden. Marcs Gedanken schweifen aber immer auf diesen einen Typen zurück. Mal schauen, ob Nadine sich an ihn erinnert. Er ruft sie mal an.

„Hey, hast du kurz Zeit? Kann ich mit dir reden?“

Nadine ist sowieso in der Nähe. Sie geht gern in Windenburg shoppen, was ja nicht weit ist. Erstmal wird aber Muffin begrüßt.

„Boah. Hast du das eklige Wetter schon gesehen? Warst du heute schon draußen? Brrr. So kalter Regen. Iiih. Das mag ich nicht.“

„Ich würde gern direkt zur Sache kommen. Das Wetter ist mir egal. Sag mal. Erinnerst du dich noch an damals? Da war doch immer so 'nen Typ bei uns zuhause, der Mam immer total zur Sau gemacht hat. Weißt du, wer das ist?“

„Meinst du den Knacker da? Sonst wüsste ich keinen. Das war doch auch nur einer von den Kerlen bei Mam, oder nicht?“

„Er war aber regelmäßig bei uns und hat Mam zur Sau gemacht. Als ich ihn mal ansprechen wollte, kam nur ein „Verschwinde“. Hm. Meinst du, Mam ist eine Prostituierte und das ist ihr Auftraggeber? Anders könnte ich mir da gerade nichts draus reimen.“

„Mam und Prostituierte? Marc, ich bitte dich. Das geht gerade etwas zu weit. Mam war alles. Nur ganz bestimmt nicht sowas.“

„Ja, dann erklär mir doch mal, was die vielen Männer bei ihr immer sollten? Und dann dieser Knacker da mit seinen feinen Klamotten, der Mam immer so richtig zur Sau gemacht hat. Da stinkt doch was.“

„Das einzige, was gerade stinkt, sind deine Gedanken. Ich bin zwar auch nicht mehr wirklich auf Mams Seite, aber ich bleibe bei den Fakten und reime mir nicht irgendwas zusammen.“


Emily bekommt mit, dass das Geschwisterpaar immer lauter wird und versucht, etwas dazwischenzufunken. Vielleicht beruhigt eine Umarmung ja etwas die Gemüter.

Während sich Marc bei Joel etwas zurückzieht.

Oder im Bad. Da muss ja auch noch ein wenig geschraubt werden. Verdammt nochmal. Was war das für ein Typ? Sie kann doch nur eine Prostituierte gewesen sein. Das würde ja zur Gang passen und sowas. Aber nein. Die Gang macht vieles. Sie bechern sich gern einen und stressen etwas, aber sowas steht nicht auf ihrem Plan.

Marc beschließt heute Abend in die Kanzlei zu fahren. Valentino hat eh wieder etwas Kleines für ihn. Heute geht es um eine Affäre. Der Mann soll die Frau betrügen und sowas. Aber für Marc ist das auch eine gute Gelegenheit, etwas über diesen Typen rauszufinden.


Doch jetzt muss das Thema wieder ruhen, da Joshua nämlich nicht unbedingt alles mitbekommen soll und er ja auch gleich sein erstes Pfadfindertreffen hat. Er ist so stolz und das möchte sein Paps ihm nicht kaputtmachen.

„Hast du sowas auch früher mal gemacht? Das macht Spaß. Man kann da Dinos ausgraben und Schätze finden. Vielleicht finde ich ja was Tolles.“

Am späten Nachmittag sind dann auch die zwei neuen Räume fertig. Wunderbar, was man aus dem kleinen Haus noch so alles zaubern kann.

Aber auch Emily hat noch etwas auf dem Herzen, was sie unbedingt klären möchte. Sie vermisst ihre große Schwester Samira. Es ist wichtig, dass gerade jetzt die Familie zusammenhält. Deswegen lädt sie den Rotschopf einmal direkt ein. Samira spielte ebenfalls schon lange mit dem Gedanken, sich mit Emily und Co auszusprechen. Es war halt nicht einfach, dass all das Geld von Kim mal eben so verschenkt wurde und nun ist die Frau über alle Berge.

Erst ist jedoch Schweigen angesagt.

Bis Samira schließlich anfängt.

„Es war halt nicht okay. Okay? Wir haben ja selbst jetzt kein Geld mehr, weil wir da so einer Tussi geholfen haben, die einen auf lieb machte. Wo ist sie denn jetzt, hmm? Sie hat uns bestohlen und dein schöner Typ da ist nun mal ihr Sohn. Vielleicht machen sie ja gemeinsame Sache.“

„Du übertreibst.“

„Ach ja? Und warum kreuzen beide fast gleichzeitig unbemerkt in unserer Familie auf? Erst Tanya bei Valentino und dann Marc bei dir? Das ist kein Zufall und ich spinne auch nicht rum.“

„Wie viel hat er dir denn schon weggenommen, hmm? Nimmt dich aus und geht wieder. So wie Tanya es tat. Valentino ist fertig mit der Welt. Hast du das noch nicht mitbekommen?“

„Nun mach aber mal 'nen Punkt. Du weißt gar nichts über Marc. Er ist alles andere als kriminell. Aber wie sollst du sowas auch wissen, wenn du dich nicht mehr blicken lässt?“

„Natüüüürlich. Klar.“

„Dann überzeug dich doch selbst. Lerne ihn erstmal richtig kennen und dann kannst du immer noch urteilen. Glaub mir. So ein Kleinkrimineller könnte niemals mit so vielen Kindern so liebevoll sein. Und jetzt, wo das Fünfte im Anmarsch ist, erst recht nicht.“

„Was? Fünf Kinder? Puh. Da wird sich Paps ja am Tag der Generationen freuen. Aber ja, du hast recht. Ich kenne Marc ja nicht wirklich und das möchte ich erstmal ändern. Es ist schon schwer genug im Moment. Wir dürfen nicht auseinanderbrechen.“

„Ganz genau. Deswegen komm her und lass uns neu anfangen, okay?“

„Okay. Aber wenn ich doch recht habe, dann hab ich dich ja gewarnt.“

„Ja, dann bist du meine wundervollste Schwester, die immer recht hat. Und wenn nicht, dann bist du trotzdem eine wundervolle Schwester.“

Marc muss sich nämlich immer die spannendsten Geschichten anhören oder eben einfach nur Gepetze.

„Emilio Pupe macht vor Mama. Macht viele blöde Dinge. Mama böse und traurig.“

Samira kennt die Kids ja nicht mal richtig. Das möchte sie erstmal ändern. Doch sie beobachtet Marc ganz genau.

„Hey, du kleiner Spatz. Wer bist du denn? Wie süß.“

Als Samira dann auch noch den kleinen Joshua sieht, der ganz stolz in seinem Pfadfinderbuch rumblättert, bereut sie es langsam sehr, nicht mehr hier gewesen zu sein. Sie hat sich fast von der ganzen Familie abgekapselt. Nur mit Valentino hatte sie noch Kontakt.

„Hab Muschel findet und wieder ins Wasser schmeißt. Muschel braucht Wasser, weil sonst tot geht.“

Emilio hat immer noch nicht genug Aufmerksamkeit.

Und Joshua ist das gerade egal, da er jetzt erstmal zum Treffen geht. Was ihn da wohl erwartet? Spannende Erkundungen und Ausgrabungen und Geschichten. Wow. Das wird so mega.

Was Emilio dann so macht? Nun ja.

Ihm ist es gerade selbst egal, ob jetzt nun Paps oder Mam zuhause sind. Er macht Unfug und basta. Paps ist doch nicht so cool, wie er immer dachte, also kann er auch das neue Zimmer vollsauen während Emily zum Frauenarzt muss. Samira besteht darauf, mitzukommen.

Marc hat nur draußen total die Zeit vergessen und die trockene Phase zum Angeln genutzt. Und dann natürlich mit Gedanken bei diesem Knacker.

Aber Niklas kommt ja schon und petzt.

Marc möchte mal schauen, was er tun kann, um Emilio etwas runterzubekommen. Er kommt ja auch bald in die Schule und wenn er da den Klassenclown spielt, okay. Aber auch sowas hat seine Grenzen.

Und dann badet Muffin auch noch in der Farbe. Oh man.

„Hey, hör mal zu. Ich weiß zwar nicht, was dein Auftrag in letzter Zeit ist, aber ich werde mir mal 'nen coolen Deal überlegen, ja? Wenn du dann lieb bist, dann wirst du es nicht bereuen. Aber lass mich noch drüber nachdenken, bitte.“

Er hat definitiv seinen Auftrag ausgeführt und setzt sich ganz unschuldig aufs Sofa. Das gibt nun Mecker. Yippie. Und er immer lieb und so.

Denn eigentlich hat Marc da absolut keine Ruhe dafür, nun so einen Deal auszuhandeln. Aber seine Aktionen hier werden immer heftiger.

Emily kommt nach Hause und Samira ist direkt weg. Die Mädels haben sich ordentlich ausgesprochen. Wäre schade, wenn es mit den Geschwistern so enden würde.

Marc ist natürlich neugierig, was beim Frauenarzt rumgekommen ist.

„Es ist ein .... ! Hihi. Lass dich überraschen.“

„Cool. Darf ich „ein“ mal tätscheln? Ist denn alles in Ordnung und so? Weil fünf Kinder? Hehe.“

„Ja, alles in Ordnung. Ich habe auch schon gesagt, dass ich danach keine Kinder mehr möchte. Ich müsste dann aber wohl mal ins Krankenhaus bei der Geburt.“

„Ja, kriegen wir hin. Hauptsache, euch geht es allen gut.“

Joshua hat bereits „Feierabend“ und scheint sehr viel Spaß gehabt zu haben. Er lächelt, was das Zeug hält.

„Und? Was habt ihr so Schönes gemacht?“

„Wir haben in der Natur Brot gebacken und sind dann noch durch den Wald gegangen. Da waren viele Tiere. Ich habe einen Hasen gesehen. Die anderen habe ich nur gehört. Aber bald sehe ich bestimmt alle.“

Als Marc um die Ecke kommt, flitzt Joshua sofort zu seinem Paps und umarmt ihn.

„Danke, dass du mir das gesagt hast. Das ist so supercool da. Ich liebe das. Ich möchte da jetzt immer hin. Jeden Tag.“

Der junge Vater muss sich langsam fertigmachen für die Arbeit. Eine Affäre aufdecken. Wow. Aber nebenbei hat er Tanyas Akte dabei. Solange er seinen Job macht, ist ja alles gut.

„So, ich muss dann gleich los. Euch noch viel Spaß. Wenn was ist, dann meld dich bitte.“

Also auf in die sexy Kluft und braungebrannt zur Arbeit. Vorbildlicher Detektiv. Und sein Sixpack wächst.

Jetzt ist Joshua der große Mann im Haus und auch so stolz auf diese Aufgabe. Wenn Marc nicht im Haus ist, dann ist er hier der Chef. Also räumt er auch mit auf. Das machen Chefs eben so.

Nachdem alles erledigt ist und im Haus der Generationen Ruhe einkehrt, sucht sich Joshua den heutigen Film aus.

Ob Marc mit seiner Vermutung auf der richtigen Fährte ist? Vielleicht fallen ihm ja noch mehr Personen aus seiner Vergangenheit ein, die mit dem Fall zu tun haben könnten. Bei Tanya sind viele ein- und ausgegangen. Jeder kann damit zu tun haben.

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