• Kucki 232

Folge 525


Der nächste Morgen beginnt bei den Duvans mit vollen Windeln.

Und ein Kampfgeschwader, was langsam eintrudelt. Es kommt Leben ins Haus der Generationen.

Emily und Marc wollen es heute gemütlicher angehen lassen. Keiner Party, keine Besucher. Einfach nur chillen. Zwar fühlt sich Emily von Tag zu Tag wohler, aber muss ja nicht immer Big Party sein. Emilio verhält sich im Moment nämlich wirklich sehr lieb und da hat er seine Party doch verdient.

„Hey, hör auf mit dem Betteln. Das gehört sich nicht, okay?“

Und er ist doch wirklich sehr lieb. Er gibt sich alle Mühe.

Der Haushalt wird erledigt und danach überlegt man, was man denn heute alles so anstellen kann. So eine reine Couchfolge hätte zwar auch mal was, aber nun ja. Nicht bei den Duvans, haha.

Also gibt es etwas Action. Niklas möchte wohl seinem großen Bruder den morgigen Tag so richtig ruinieren.

Der Kleine rennt nämlich sofort zum Paps und petzt, warum auch immer.

„Emilio böse. Emilio haut und böse Wörter macht. Böse und darf nicht Party haben.“

„Bist du sicher? Er hat doch eben noch ganz lieb gespielt!?“

„Ja, tut nur das pielt. Damit Party macht.“

Marc macht sich auf den Weg ins Kinderzimmer. Das wäre ja echt krass, wenn da was dran wäre. Dann dürfte er wirklich keine Party machen. Niklas nimmt sich ganz unschuldig was zu spielen.

„Stimmt das? Du haust und sagst böse Wörter? Emilio? Du weißt, was das heißt. Es kommt ja nicht selten vor, dass du so einen Mist machst. Also?“

„Nichts macht. Hab pielt. Niklas lügt und Emilio böse. Möchte Party. Lieb für Party.“

„Lüg mich aber bitte nicht an, okay? So weit kommt es noch.“

Selbst Marc ist sich gerade etwas unbeholfen. Er weiß nicht so richtig, wem er glauben soll.

„Du bleibst hier. Ich rede erstmal mit Mam und dann sehen wir weiter.“

„Hältst du das für möglich, dass Emilio Mist gemacht hat? Ich weiß nicht, was ich von dem Jungen halten soll. Ja, er möchte seine Party, aber das heißt noch lange nicht, dass er auch vor unseren Augen lieb ist. Was wollen wir machen?“

Denn jetzt ist der Kleine erst recht sauer und macht Mist. Es ist ja egal, ob er lieb ist oder nicht. Seinen Geburtstag kann er ja jetzt eh vergessen.

„Dieser Junge macht mich verrückt. Ich weiß nicht, was ich noch machen soll. Ständig macht er nur Mist. Aber er war doch auch so lieb die Tage. Wie ausgewechselt.“

Und er freut sich wohl über seinen kleinen Erfolg. Was auch immer er gegen Emilio hat: Er möchte nicht, dass er so eine schöne Geburtstagsparty bekommt. Immerhin macht er ja nur Blödsinn. Da hat er sich das nicht verdient.

Emily kommt in das aktuell noch leere Zimmer für die Kinder. Hier soll ja eigentlich Emilio ab morgen rein. Sein Gemecker und Geschreie ist einfach nicht zu überhören.

„Warst du wirklich nicht böse? Hast du wirklich nicht gehauen und böse Wörter gesagt?“

„Nicht hab. Möchte doch Party macht.“

Dabei zieht er sogar eine ordentliche Schippe und fängt fast an zu weinen. Kann so jemand lügen?

Anschließend geht Emily zu Niklas.

„Bist du sicher, dass Emilio böse war? Ganz sicher?“

„Ja.“

Doch dabei grinst er so richtig siegessicher und voller Schadenfreude.

Die junge Mam möchte aber erstmal zum Friedhof und nachher klärt sie die Sache mit den beiden.

„Hör zu. Hab die Kids gut im Auge, ja? Ich beeil mich. Emilio wird seine Party morgen bekommen. Er hat nichts gemacht, außer eben halt, hihi.“

„Alles klar. Grüß schön und viel Spaß.“

Die Kids sollen sich auch erstmal beruhigen. Sich so jetzt mit Emilio zu unterhalten, hätte keinen Sinn. Marc kümmert sich währenddessen um den Kleinen und sieht selbst, dass ihm der Tag morgen sehr wichtig ist.


Emily kommt auf dem Friedhof an. Ihre Eltern im Moment sehen zu können, ist einfach zu kostbar für sie.

Doch sie nehmen sich ordentlich Zeit. Emily ist kurz davor, wieder zu gehen. Da kann sie ihre Tränen nicht verbergen. Sie hätte sich so gefreut, einmal noch mit ihren Eltern intensiv reden zu können. Leider haben sie wohl was anderes vor.

Sie macht den ersten Schritt Richtung Ausgang, bis Nadja doch noch erscheint.

„Hey. Du willst doch nicht schon gehen, oder?“

„Mam.“

Da freut sich jemand richtig und überfällt ihre Mam.

„Alles gut, Kleines. Bin ja da.“

„Dein Paps musste mich oben nur nerven. Diese blöde Bohnensuppe. Jetzt gibt er dem Sensenmann noch Tipps und sie kochen da oben. So ein verrückter Mann, hihi.“

„Ja, typisch Paps.“

„Aber Mam. Mir geht es schlecht und ich habe es eigentlich nicht verdient, der nächste Zepterträger zu sein. Es hätte Phillip bleiben müssen.“

„Warum? Wenn ich mir euer Haus da drüben so anschaue, ist es alles andere als schlecht.“

„Ja, mag sein. Aber wir haben das ganze Erbe verloren. An eine Betrügerin. Tanya hat uns betrogen und wer weiß, wo sie unser Geld hat? Sie ist auch nicht mehr zu finden. Bestimmt abgetaucht. Irgendwo, auf einer Urlaubsinsel.“

„Ihr habt es nur gut gemeint. Woher sollte man denn wissen, dass Marc so eine miese Mam hat? Selbst ich mochte sie. Immer lieb und sie kann gut zuhören. Also hat sie dann doch auch uns getäuscht, oder nicht?“

Die Diskussion wird auf der Bank fortgeführt.

„Mam, aber. Es tut weh, da es ein Erbe war. Wir kommen einfach nicht an Geld. Können uns gerade so was zu essen holen. Selbst jetzt, wo Marc einiges verdient, kommen wir hinten und vorne nicht hin. Ich kann nicht mal arbeiten. Wer soll auf die Kinder aufpassen?“

„Ich würde mal mit deinem Paps reden, an deiner Stelle. Er sagte, dass er gestern etwas gehört hat. Aber er war dann ja so mit seiner Bohnensuppe beschäftigt.“

„Okay.“

Also steht Emily auf und spricht noch einmal mit ihrem Paps.

„Hey. Könntest du bitte kurz die Bohnensuppe stehenlassen und hier antanzen? Hihi. Deine Worte immer.“

Dabei muss sie weinen.

„Paps. Ich brauche deinen Rat und es geht nun mal nur noch heute. Bitte. Komm kurz her.“

Und schließlich erscheint auch sein Geist.

Nadja lässt die beiden eben auch alleine. Sie wollte sich sowieso mal etwas umschauen. Das Haus konnte sie nie so richtig aus der Nähe betrachten.

„Komm erstmal her, du. Knuddelt man seinen Paps heutzutage nicht mehr?“

„Ich hab zu wenig Pfeffer in die Suppe getan und der blöde Sensenmann hat mich ausgelacht, weil seine ja besser ist. Kannst du dir das vorstellen? Und du glaubst nicht, wie dreckig er lachen kann.“

„Also. Was ist los?“

„Tanya hat uns ausgebeutet und uns alles weggenommen. Sie gehört ins Gefängnis. Eingesperrt. Wir kommen kaum über die Runden, auch wenn Marc das anders sieht. Er hat zu viel Hoffnung darin, dass er das alles alleine schaffen kann. Dem ist aber nicht so. Und unsere Rechnungen werden auch immer mehr.“

„Stopp. Ich denke, Tanya ist nicht schuld. Sie hat euer Geld nicht.“

„Natürlich. Sie hat selbst ihre Lähmung vorgetäuscht. Paps, warum bist du auf ihrer Seite? Spinnst du?“

„Na, weil ich als Geist immer mehr mitbekomme, als du denkst. Hier passiert so viel. Die nudeln immer noch die alte Bank da vorne voll. Boah. Wir sind doch hier nicht im Puff. Bald ärger ich die mal alle. Nein, hör zu. Tanya war gestern hier und hat sich ausgeheult. Es tut ihr alles so leid und bla und so. Wollte ihr erst ein Taschentuch reichen, aber ich konnte mich ja schlecht zeigen. Sie sagte, dass sie uns nicht bestohlen hat. Weiter kam sie aber nicht, weil sie dann plötzlich fluchtartig verschwand.“

Da weiß Emily auch gerade gar nicht, was sie zu sagen soll. Tanya hat sich echt bei ihm ausgeheult? Das würde ja eine ordentliche Wendung in die Geschichte bringen. Vielleicht lügt sie ja auch nur und ist ja auch nicht ganz doof. Sie weiß ja selbst, dass die Geister aktuell sehr aktiv sind und eben alles mitbekommen. Dass das zu Emily kommt, war ihr dann ja auch klar. Also? Lügt sie oder eher nicht?

„Okay, danke Paps. Ich hab dich lieb. Ich werde es Marc sagen. Vielleicht hilft die Info ja weiter. Ich vermisse euch so. Die Kinder hätten ihren Spaß mit euch.“

„5 Enkel. Klar. Nur am Rumnudeln die Jüngste. Junge, Junge. Selbst ich war nie so wild, stimmt's Nadja?“

„Ich hab dich auch lieb, Paps. Hihi.“

„Tschüss, Mam. Ich werde morgen nochmal kurz vorbeischauen. Vielleicht seid ihr dann ja noch da.“

„Und nächstes Jahr, wenn du wieder hier stehst, ist alles wieder gut.“

„Hoffe ich doch.“

Der Abschied fällt ihr wieder besonders schwer. Am liebsten würde sie nun Tag und Nacht hier sitzen und mit ihren Eltern quatschen. Alles mal von der Seele reden.


Im Haus der Generationen angekommen, hat Marc auch allerhand zu tun. Erstmal den ganzen Dreck hier wegmachen.

Joshua wiederum ist schon den ganzen Tag dabei, Herbstbilder zu malen. Er malt sich seine Fantasiewelt auf und all jenes, was er gern nochmal machen würde.

Doch bevor sich Emily die Jacke auszieht, sucht sie sofort Emilio.

„Hey, kleiner Stinker. Ich glaube dir und deine Party wird morgen steigen. Versprochen. Sei aber dann auch danach lieb und nicht deinen Bruder hauen, okay?“

„Mama lieb hab. Danke. Party freu.“

Schließlich erfährt auch Marc von der heißen Information, die sie gerade von Jeremy erhalten hat.

„Deine Mam war gestern bei Jeremy auf dem Friedhof. Sie hat sich entschuldigt und sowas. Es soll nicht ihre Schuld gewesen sein. Sie wollte das alles wohl nicht.“

„Fakt ist aber, dass unser ganzes Geld weg ist und Marc, du weißt, ich lieb dich. Aber auch dein Job alleine wird nicht ausreichen.“

„Wer weiß, was Tanya wirklich abzieht? Wir sollten dieser Sache nicht vertrauen, nur weil sie da jetzt rumheult. Wir sind schon mal auf sie reingefallen und ich wohl noch etwas öfter. Emily. Sie hat mir mein ganzes Leben geklaut. Immer musste ich da sein und eigentlich den Hausherren spielen. Wenn andere Kinder spielen waren, habe ich irgendwo Regale eingeräumt oder hab Schuhe geputzt. Nennst du das fair?“

Marc ist sehr skeptisch. Trotzdem ruft er Valentino sofort an und berichtet ihm die neue Erkenntnis. Es sei denn, dass genau das in die Irre führen soll. Für Ablenkungen haben sie nämlich keine Zeit. Der Fall muss aufgedeckt werden.

Anschließend muss Marc darüber nachdenken. Seine Mam soll unschuldig sein? Hat sie etwa jemand gezwungen, das alles zu tun und sie wollte das gar nicht? Aber wie gesagt: Es kann auch nur eine Masche sein.

Marc muss jedoch schnell seine Detektiv-Sachen ablegen, da jetzt was ganz viel Wichtigeres ansteht:

„Morgen viel Party macht? Freu mich und möchte viel Kuchen und Schenke. Viele Leute soll kommt.“

„Klar. Morgen wird es eine schöne Party geben. Und Niklas bekommt gleich auch ordentlich Ärger. Du hast dich so bemüht, also sollst du deine Party bekommen.“

Während Joshua, vor seinem Abflug zum Pfadfindertreffen, noch diese coolen Karten gemacht hat.

Er kommt auch immer besser bei seinen Aufgaben voran. Wieder was abgehakt.

Und Abmarsch.

Emily sieht zu, dass die Kids heute noch in Reichweite bleiben. Mit Joel hat sie weniger das Problem. Er ist sehr ruhig und macht sein Ding. Besonders gefällt es ihm, wenn er auf dem Laptop rumklimpern darf. Bei Emilio und Niklas wiederum sieht es wieder ganz anders aus.

Die ersten Kids kommen vorbei. Ein bisschen nach Gruselfest muss es ja trotzdem aussehen.

Der Nachmittag nimmt auch seinen Lauf. Es wird geschaut, was in der Glotze läuft und schließlich wird zu Abend gegessen.

Bis dann so richtig bewusst wird, dass die Duvans wirklich kein Geld haben.

„Mam? Der Pfadfinderverein fährt bald für eine Woche ganz weit weg. Kann ich da mit? Bitte, bitte. Das soll total schön da sein und so. Eine Woche was Neues entdecken. Ich habe hier auch die Anmeldung. Darf ich?“

Joshua reicht ihr einen Zettel rüber. Doch als Emily diesen Betrag sieht, wird ihr übel. Was soll sie ihrem Sohn denn jetzt nun sagen?

„Ich muss schauen. Es ist etwas teurer. Ich würde dich so gern fahren lassen. Aber, oh man. Ich rede mit Paps drüber, okay?“

„Und wenn ich das von meinem Taschengeld zusammenspare?“

Dieser wuselt gerade durchs Haus und räumt auf.

Bis Sven vorbeikommt. Es wird Zeit, dass sich Marc auch mal mit seinem Paps ausspricht. So viel liegt ihm auf der Seele. Vielleicht geht es Sven ja genauso?

„Hey, Paps. Schön, dich zu sehen.“

„Alles klar bei euch hier? Muss ich irgendwo helfen? Du siehst aus, als ob du gleich losheulst.“

„Nein, Paps. Aber ich denke, wir müssen bald mal reden.“

„Klar.“

„Ich muss unbedingt erfahren, wer Billy ist.“

Sven seufzt nur und versucht abzulenken.

Schließlich geht er zu den anderen ins Wohnzimmer und unterhält sich mit seinem Enkel. Aber er deutet seinem Sohn an, dass sie bald reden können.


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