• Kucki 232

Folge 6 - Willkommen bei den Duvans


 

Zweite Winterwoche: Dienstag

Geburtstage: keine

Events: keine

 

„Weißt du, Mam? Eigentlich finde ich das ja doch gar nicht so schlimm mit dem neuen Baby. In der Schule haben irgendwie alle eine Meise und meine Geschwister wenigstens nicht. Außer Niklas, Der hat tausend Meisen“, merkt Emilio an, bevor es in die Schule geht.

„Das Baby ist nur doof, wenn es auch so eine Meise hat wie Niklas. Sonst nicht. Aber das wird sich noch zeigen.“

Emily ist gerade etwas erstaunt über diese Aussage.

„Ja, stimmt. Die Schule ist doof, da ich niemanden habe, der sich für meine Sachen interessiert. Alle wollen nur Fußball spielen, aber ich hasse Fußball. Ich möchte lieber Schmetterlinge anschauen und alles angucken. Aber keiner möchte das mit mir tun.Vielleicht möchte das Baby dann ja mit mir Schmetterlinge angucken. Madleen macht das auch gerne“, fügt Joshua hinzu.

Immerhin hat das Baby schon mal eine klitzekleine Chance bei den großen Brüdern.

Marc durfte ja gestern Nachmittag noch in die Schule, um sich etwas von der Direktorin anzuhören. Das Klo sauberzubekommen, war eine Kunst für sich. Es ist schon ein interessantes Gebiet, wenn man erst in die Schule geht, um sich anzuhören, dass der Sohn ja so böse ist und anschließend dann einen Bademeister beschatten muss. Sein Leben ist sehr kreativ.

Der junge Vater hat sich schon etwas überlegt, um Emilio ein wenig abzulenken. Vielleicht kann er ihn so besänftigen. Und mit Joshua muss er unbedingt mal wieder angeln.


Die Grundschüler sind gerade in die Schule gegangen und Marc ist dabei, aufzuräumen, als Emily plötzlich laut losschreit: „Maaaaaaaaaaaarc?! Ich glaube, es geht los!“ Dabei atmet sie schnell tief ein und aus und hält sich vor Schmerzen die Hände an den Bauch. Ein sechstes Mal diese Schmerzen. Emily hat wirklich schon sehr viel durch. Da wären wir dann ja sowieso wieder bei der Frage: Warum geht Marc auch immer duschen? Aber ja. Dieses Mal sind es andere Umstände, da sie ja eigentlich gar keine Kinder mehr kriegen dürfte. Trotzdem ist noch ein Sechstes im Anmarsch. Also Zähne zusammenbeißen.

Die Kinder sind mit dem Fernseher beschäftigt und verstehen nicht, was da gerade passiert. Marc wiederum platzt bald. So schnell lässt man alles stehen und liegen.

Marc sortiert sich fix und atmet einmal tief durch. „Nein, keine Panik. Du kennst das doch schon. Alles gut. Also. Was muss ich machen?“, denkt er sich. Als Erstes bringt er die Kinder in ihre Zimmer. Jetzt werden sie aber doch neugierig. Schließlich bringt er seine Frau ins Schlafzimmer und ruft anschließend die Hebamme an. Nicht noch einmal das Krankenhaus. Die Hebamme hat sich auch gewundert, dass dort so gepfuscht wurde. Solch ein Eingriff dürfte eigentlich nicht untergehen.


Sei es drum: Auch diese Geburt ist bald überstanden. Die Hebamme hat Marc auch eine gute Adresse gegeben, der den beiden helfen kann. Dann dürfte sie wirklich keine Kinder mehr bekommen.


Emily bringt ein gesundes Mädchen zur Welt. Ihr Name wird Aurelie sein. Die junge Erwachsene schläft sofort erschöpft ein. Marc ist ja da und hat alles gut im Griff.

Die jetzt großen Geschwister werden neugierig und kommen langsam ins Wohnzimmer, um die Kleine zu begutachten. Erstmal inspizieren.


Madleen ist diesmal richtig traurig darüber, dass das ausgerechnet noch ein Mädchen ist. Sie findet Jungs doch viel cooler, weil sie immer so coole Sachen machen. Sowas wie ihre Brüder mag sie viel lieber.

Marc bemerkt, dass er jetzt auch wirklich keine Zeit mehr verlieren darf. Das Haus muss fertig werden. Heute wollte ja der kleine Hilfstrupp auch wieder auf der Matte stehen, doch durch die Geburt wäre es etwas schlecht. Also haben sie es auf morgen verschoben. Emily kann nicht lange schlafen. Viel zu unruhig hier im Haus. Also mümmelt sie sich auf die Couch und kuschelt sich mit ihrer Lieblingsdecke ein. Die Chance nutzt Marc, um unten weiterzumachen. Wenn was ist: Emily hat ein ordentliches Organ. Wenn sie schreit, bekommt nicht nur er das mit.

Den beiden fehlt es jedoch sehr, etwas mehr Gemeinsamkeit zu genießen. Es kommt oft nur zu einem „Hallo“ und „Tschüss“, was sehr schade ist.


Emily hört ein Scheppern in der Küche und muss dann wohl doch mal nachschauen. Lange ist das Sofa leider nicht ihr bester Freund. Sie schaut einmal nach und findet ein halbes Chaos vor. Überall sind Töpfe und Pfannen verteilt und Nudeln liegen auf dem Boden. Madleen steht ganz unbeholfen drin und gibt nicht auf. Irgendwie muss sie doch diese Pfanne auf den Tisch bekommen.

Erst möchte Emily ja losschimpfen, aber dann schaut Madleen sie total traurig an.

Schließlich fängt sie an, zu erklären. Das arme Ding schämt sich richtig.

„Wollte Mama helft und kocht was auf Tisch, aber alles runterbumst und nicht schafft, auf Tisch zu tun. Dann Teller runterfallt und runde Essendings. Alles immer runterfallt, wenn Madleen anfasst will.“

Da kann Emily einfach nicht mehr schimpfen und nimmt die Kleine stattdessen in den Arm.

„Das ist lieb von dir, Süße. Ich freu’ mich, dass du helfen möchtest. Wir können ja mal zusammen einen Kuchen backen, wenn du magst. Dann zeige ich dir, wie das geht.“

„Auch Nudeln macht lernt?“

„Auch das, wenn du möchtest.“

Madleen ist sehr glücklich darüber, dass ihre Mam nicht böse auf sie ist. Die Kleine meint es oft immer nur gut, aber ihr fallen ständig Dinge aus der Hand. Selbst beim Putzen wollte sie mal helfen, aber hat dann eher den Mülleimer umgeschmissen, als dort was reinzutun.

Im Wohnzimmer begutachtet Niklas seine kleine Schwester, doch auch sie findet er doof. Sind ja richtig gute Aussichten im Haus der Generationen. Trauerstimmung vom Feinsten.

Natürlich bleibt es nicht lange still, wenn eine Neuigkeit das Haus verlässt, doch heute halten sich die Besucher etwas bedeckt. Wie voll ist es sonst immer, wenn etwas wie ein Leuchtfeuer rumgeht? Plötzlich steht die ganze Familie vor der Tür und diese ist sehr groß. Die anderen müssen leider noch arbeiten oder sind in der Schule. Trotzdem lassen es sich Tommy und Fiona nicht nehmen, mal vorbeizuschauen. Fiona ist die Nichte von Emily und Marc und mit deren besten Freund mittlerweile verheiratet. Bei den beiden kriselt es jedoch ein wenig.

„Was hast du gegen Kinder? Wir können uns doch hier eines mitnehmen. Sie haben doch genug, hihi“, versucht Fiona zu scherzen, aber der Plan geht nicht auf.

„Ich, ich bin eben nicht vorbereitet, okay? Habe nie darüber nachgedacht. Wie oft soll ich das noch sagen?“ Wie verlegen sie Tommy dabei anschaut. Na klar, hat er Phillip versprochen, nicht mit ihr in die Kiste zu hüpfen, während sie noch eine Teenagerin war, aber jetzt könnte er und es passiert trotzdem nichts. Das betrübt Fiona ein wenig.

Emily setzt sich mit dazu und hört sich diese witzige Diskussion an. Sie hätte nie gedacht, dass ihr bester Freund sich so schämt, mal selbst Kinder zu haben.

„Was ist denn dabei, Tommy? Kinder bereichern ordentlich das Leben. Ich kann dir das am besten sagen.“

Jetzt ist der arme Junge erst recht unbeholfen, da er sich mit seiner Meinung etwas allein fühlt. Na toll. Jetzt redet Emily auch noch so. Tommy schämt sich immer mehr.

Marc hat seine Arbeit fürs Erste draußen erledigt. Langsam frieren die Hände dann doch ab. Es ist zwar nicht so kalt wie gestern, aber alles, was unter fünf Grad ist, ist eben kalt. Da kann man auch nichts schönreden.

Er sieht seine Tochter immer noch traurig in der Küche stehen. Sie zieht eine ordentliche Schippe und hat Tränen in den Augen. Der junge Vater nimmt sie sofort in den Arm und knuddelt das arme Ding durch. „Hey, was ist denn passiert? Was ist los?“

„Wollte helft, aber alles runterfallt.“ Dabei klammert sie sich richtig doll an ihren Paps fest.

„Ja, dann schau dir doch die Kleine einfach an und dann siehst du, wie schön es sein kann, Kinder zu haben. Du bist doch eigentlich immer der, der Stunden bei uns an der Wiege steht und die Babys durchgeknuddelt hat“, merkt Emily im Wohnzimmer an. Wo sie recht hat, hat sie recht.

Tommy seufzt und schaut Fiona verzweifelt an. Sie wiederum hat einen Blick der Hoffnung in ihrem Gesicht und knallt sofort ein „Siehst du? Habe ich doch gesagt“, raus.

Der junge Erwachsene steht auf und geht zur Wiege. Er nimmt Aurelie ganz behutsam raus uns bemerkt wieder dieses Gefühl in diesem Moment. Etwas zu haben, was man festhalten und beschützen kann. So, wie er es bei Fiona tut. Aber er ist halt nicht so der Typ für die „Herstellung“, wenn man es so ausdrücken kann.

Joel hat einmal nur kurz in die Wiege geschaut, aber auch keine Anstalten gemacht, dass sie nun falsch wäre. Der Kleine scheint wohl in allem neutral zu sein und macht sein Ding. Er verpieselt sich schließlich nur so vor die Couch, wo er keinen sehen kann, und spielt sein Lieblingsspiel. Er redet kaum und wenn, dann ist jedes Wort ein Heiligtum.

Fiona und Tommy bleiben noch eine ganze Weile und passen auf die Kids auf. Emily und Marc sollen auch mal wieder etwas für sich sein können. Das lässt Marc sich auch nicht zweimal sagen und geht sofort zur Aufwärmung in die Wanne, um einmal ausgiebig zu baden. Aber hey, was war da mit Zweisamkeit? Typisch Marc. Wieder vor allem verpieseln. Aber auch hier wieder: Wenn man ungestört baden möchte, dann sollte man die Tür abschließen. Emily lässt also nicht lange auf sich warten und setzt sich hinter ihn. „Soll ich dir den Rücken schrubben? So lange Arme hast du ja auch nicht, hihi.“ „Ähm, ich. Ich schaff’ das schon. Aber bitte jetzt nicht in die Wanne kommen, ja?“ So schüchtern und sechs Kinder. Die Dusche muss unbedingt abmontiert werden. In der Wanne hat Marc ja das Glück, dass da keine zwei Sims reinpassen. Oder etwa doch?

Sie lässt ihren Blondschopf dann doch allein. Ihr reicht es, wenn sie gelegentlich mal mit unter die Dusche hüpfen kann und die beiden beim Fernsehabend kuscheln können. Marc ist trotzdem ihr Ein und Alles.


Er macht sich im Moment auch viele Gedanken, wie er ein guter Vater sein und ihnen ein Heim zum Wohlfühlen aufbauen kann. Man sieht, wie viel noch zu tun ist. Einst ist ein wunderschöner Kiefernwald hier zu sehen und die Duvans können den Tag draußen gemütlich ausklingen lassen.

Auch drinnen ist noch viel zu tun.

Denn wer hätte heute noch gedacht, dass sich Emilio und Joshua wirklich über die kleine Aurelie freuen?


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