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  • Kucki 232

Folge 69 - Romantisches Interesse


 

Zweite Winterwoche: Mittwoch

Geburtstag: keiner

Event/Feiertag: keiner

Erzähler/in: Joshua

 

Ja, auch ich kann mal mies drauf sein, denn ich bin traurig. So richtig traurig. Selbst Paps ist so fertig, dass er es nicht auf die Beerdigung schafft. Könnt ihr euch das vorstellen?

Also melde ich mich in der Schule ab. Morgen vielleicht wieder, aber nö. Nicht heute.

„Ja, danke. Bis bald. Ja. Mam schreibt dann eine Entschuldigung.“

Trotzdem möchte ich meine Eltern schlafen lassen und mache das Essen. Meine Geschwister sind auch schon wach und ich habe ihnen empfohlen, heute auch nicht in die Schule zu gehen. Ich glaube, da würde es jeder verstehen.

So sieht es nämlich aktuell im Haus der Generationen aus. Mam hat nicht mal richtig Hunger.

Bis ich eine Blitzidee habe.

„Wir könnten doch heute nach Sulani und schwimmen. Das würde uns doch gut ablenken. Was meinst du?“

Mam ist noch etwas skeptisch, aber ich weiß, dass es uns guttun wird. Schaut euch doch meine Familie an. Was wollen wir denn heute den ganzen Tag zuhause machen?

Später frage ich Emilio:

„Hast du denn Lust, nachher mitzukommen? Wäre mal eine Abwechslung.“

„Klar.“

Paps frage ich dann schließlich auch:

„Möchtest du mit nach Sulani zum Schwimmen?“

„Äh, ich. Ich hab hier noch viel zu tun und ....“

„Paps, du hast hier heute gar nichts zu tun.

„Hm?!“

Was soll man denn an so einem trostlosen Tag zu tun haben, außer zu heulen? Und außerdem ist schönes Wetter dort. Nicht ganz perfekt, aber schön. Also überzeuge ich meine Familie nach langem Hin und Her. Ich meine es doch nur gut.


Da stehen wir also. Etwas niedergeschlagen, aber hier stehen wir. Die Duvans belagern den Strand. Wie in alten Zeiten.

Joel fühlt sich heute nur irgendwie krank. Aber wir können ihn ja auch nicht einfach allein zuhause lassen. So kommt er zwar mit, aber haut sich gleich auf das Strandtuch. Ich wiederum drehe ein paar Runden durchs Wasser. Ab und an denke ich ja schon daran, mal etwas abzunehmen. So viel essen, schön und gut, aber puh. Zu viel darf auch nicht sein. Also fange ich heute damit an.

Emilio zieht sich auf dem Luftdings zurück. So wirklich gut drauf ist er ja auch nicht, wegen des Mädchens da gestern. Dass ihn das bedrückt, merke ich. Ich kenne doch meinen Bruder. Er ist zu ruhig.

Wir haben unseren Spaß. Es ist noch recht früh und trotzdem ist es sehr angenehm. Bewölkt, aber kein Regen weit und breit.

Ich gehe kurz zu meinem Platz und bemerke, dass mein Handy klingelt. Es ist Veronika. Sie fragt, ob sie nachher vorbeikommen kann, da sie sich Sorgen macht.

„Ja, okay. Ja.“

Und direkt danach ruft auch noch Marianne an. Sie macht sich ebenfalls Sorgen und hofft, dass alles in Ordnung ist.

Ich bin nur hier, um nicht zu telefonieren, sondern weil ich mich ablenken und Spaß haben möchte. Also würge ich die beiden schnell ab und dann wieder ab ins Wasser.

Yeah, Arschbombe. Bäääm.

Hier kann ich gerne bleiben.

Attackeeeeee, ich kommeeeeee.

Aber erstmal kurze Pause. Das ist ganz schön anstrengend.

Als ich auf mein Handy schaue, sehe ich, dass Alina die ganze Zeit versucht hat, anzurufen. Kurz mal nachfragen. Kann ja dringend sein.

„Ja, nein. Alles gut. Mir geht es gut. Wirklich.“

Ein bisschen nervt mich das ja gerade. Ich glaube, ich mache mein Handy aus. Es ist ja in Ordnung, wenn man sich Sorgen macht, aber dann immer dieses „Sicher?“, „Wirklich?“. Ne, heute nicht.

Joel fühlt sich immer unwohler. War es doch keine gute Idee, ihn mitzunehmen? Jetzt habe ich Schuldgefühle. Sowas ist nämlich auch mal im Camp passiert. Da war jemand krank und ich sagte nur, dass ein Indianer keinen Schmerz kennt und später habe ich erfahren, dass er eine Lungenentzündung hatte. Das werde ich nie vergessen und tut mir heute noch so leid. So sah er ja eigentlich ganz fit aus, der Junge.

Dann brechen wir doch lieber ab, würde ich sagen. Nochmal möchte ich den Fehler nicht machen.

Mir fällt auf, dass selbst Niklas in den letzten Tagen sehr ruhig geworden ist. Ist er etwa zur Vernunft gekommen? Das wird aber auch mal Zeit. Er und Emilio da immer geht unter keine Kuhhaut mehr.

„Wenn du willst, können wir auch mal heute Nachmittag los und einen Kakao trinken. Hast du Lust?“

„Nö.“

Okay, ich merke, dass die Stimmung immer trüber wird. Dachte, ich würde uns allen mal was Gutes tun und jetzt ist irgendwie vorbei. Menno.

Also sage ich schon mal, dass Veronika in einer halben Stunde vorbeikommen kann. Es ist trotzdem ganz schön spät geworden in Sulani und sie hat eh heute nur 5 Stunden.


Also warte ich und denke über meine Großeltern nach.

Durch das Fenster sehe ich, wie Veronika nach oben kommt und komme ihr entgegen. Sie ist irgendwie total gut gelaunt.

„Hihi, Joshua-Nothilfe steht's zu Diensten. Immer für einen Witz zu haben.“

Doch so wirklich kommt das gerade bei mir nicht an.

„Mir geht es gut, okay?“

„Das sehe ich. Du siehst eher aus, als wenn du gleich 10 Eimer vollheulen würdest.“

Veronika nimmt mich in den Arm, aber diesmal ist irgendwas anders. Sie drückt sich näher an mich, als sonst. Das macht sie so eigentlich nicht.

Jetzt bin ich irritiert und unsicher zugleich.

„Hey, ich bin halt für dich da, wenn was ist. Wozu sind beste Freunde denn sonst da? Hmm? Du hast auch schon so viel für mich getan. Jetzt bin ich mal dran.“

„Und außerdem bin ich gerne in deiner Nähe.“

Plötzlich klimpert sie mich mit ihren Augen an. Was soll das denn jetzt werden?

„Wollen wir nicht erstmal rein? Es ist etwas kalt hier draußen.“

„In deiner Nähe niemals.“

Ich schüttle mit dem Kopf und frage mich echt, was sie genommen hat. Geht es ihr nicht gut? Ist es der Schnee? Hat sie einen giftigen Frosch berührt?

Wir gehen rein. Die anderen sind in ihren Zimmern verschwunden. Es ist ungewohnt, dass alles so ruhig ist. Doch ich bereue es, gerade mit Veronika allein zu sein. Was will sie von mir?

„Du, ich habe auch nachgedacht über uns beide. Ich wollte es ja erst nicht wahrhaben, aber ich finde, dass du ein besonderer Sim bist und ... Ach, vergiss es, hihi.“

Veronika rückt immer näher und kitzelt mich plötzlich.

Jetzt wäre ich gerne in meiner einsamen Waldhütte. Weg von diesen ganzen Mädchen, die mir irgendwie total am Hals hängen. Warum ich? Und warum Veronika jetzt auch noch? Spinnen die alle? Haben sie mich überhaupt mal gefragt, ob ich das eigentlich will? Ich dachte, sie wäre meine beste Freundin und jetzt macht sie dasselbe wie Marianne und Alina. Also drücke ich sie weg und stehe sauer auf.

„Was soll das werden, Veronika? Warum machst du das jetzt?“

„Ist es denn falsch? Sorry, aber ich finde das nicht so. Als wir letztens den Burger gegessen haben, da hast du mich die ganze Zeit so liebevoll angeschaut. Da hatte ich Hoffnung.“

„Hoffnung auf was?“

Sie kommt näher und schießt den Vogel jetzt völlig ab.

„Das.“

Veronika hat mich wirklich geküsst? Wirklich?! Uff. Ähm. Nein, das ist falsch. Was ist denn jetzt los? Ich bin durcheinander. Keine Ahnung, was ich jetzt machen soll. Ich muss was essen. Ja, ich muss was essen. Ganz dringend. So richtig dringend.

„Ähm, ich weiß jetzt nicht, warum du das gemacht hast, aber ich muss nachdenken. Ich gehe jetzt was essen und dann sage ich da was zu, ja?“

Also gehe ich in die Küche und lasse sie knallhart stehen. Ich mache mir nun nämlich ein Corn Dog. Jawohl. Aber. Fühlt sich so wirklich ein Kuss an? Das ist ja gerade so gewesen, als wenn ich ein Schmetterling auf dem Finger habe und ihn ganz dich an mir habe. Er dann losflattert und dann die Lippen berührt und. Äh. Nein. Komm mal wieder klar, Joshi.

Nur mein Corn Dog darf mich küssen im Moment.

Da ich immer noch nicht mehr nachgedacht habe als vorher, mache ich noch die Wäsche.

Und ich denke immer noch nicht nach.

Aber jetzt bin ich zu einem Entschluss gekommen und konfrontiere Veronika direkt damit.

„Du musst jetzt gehen. Ich muss erstmal nachdenken, okay?“

„War das jetzt so falsch, Joshi? Wenn du möchtest, dann geh’ ich halt. Entschuldigung, dass ich mehr für dich empfinde. Ich dachte halt ..... Ach nein. Ich gehe. Tut mir leid. Kommt nie wieder vor.“

So aufgebracht habe ich Veronika noch nie gesehen. Sie schnappt sich ihre Jacke und knallt die Tür hinter sich zu. Spätestens jetzt sind die wach, die gerade geschlafen haben.


Und ja. Jetzt sind alle wach, denn das Wohnzimmer wird voller. Ich bin jetzt aber sauer und mag es nicht zu reden. Heute Morgen war ich noch traurig und jetzt bin ich sauer.

„Ist denn alles in Ordnung bei dir und Veronika? Habt ihr euch gestritten?“

Toll. Nun haben es alle mitbekommen. Klasse. Selbst Mam fragt nach:

„Veronika ist doch ein liebes Mädchen. Ihr würdet gut zusammenpassen. Ganz ehrlich jetzt. Es ist schade, dass ihr euch streitet.“

Bla bla.

Später bekommen wir wenigstens Besuch von Sims, die mich nicht ausquetschen. Onkel Phillip so mit grauen Haaren zu sehen, ist ganz ungewohnt.

„Sag mal. Wie hast du Aurora kennengelernt? War das bei dir auch so kompliziert mit den Mädchen?“

Das Problem ist halt, dass der Kuss nämlich irgendwie schön war.


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