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  • Kucki 232

Folge 74 - Es muss doch mal besser werden


 

Erste Frühlingswoche: Montag

Geburtstag: keiner

Event/Feiertag: keiner

Erzähler/in: Joel

 

Meinen Geburtstag hatte ich mir ganz anders vorgestellt. Es war schon irgendwo verrückt, aber auch traurig zugleich. Valentino war bis zum Schluss mit dabei und jetzt, wenn man ihn anruft, geht keiner mehr ran. Plötzlich ist er dann doch weg.

Und dann beginnt mein erster Schultag so.

Für die anderen sieht es nicht besser aus.

Der einzige, der aber anfangen möchte, einen klaren Kopf zu bekommen, ist mein ältester Bruder. Normal sieht es ja auch ganz anders bei uns am Tisch aus.

„Hey Leute. Wir haben Frühling. Schaut nach draußen. Die Schmetterlinge kommen wieder hervor und hört ihr das schöne Zwitschern? Alles wird wieder grün und wir müssen unbedingt mal picknicken.“

„Wie sieht es denn überhaupt aus bei euch? Wollt ihr heute noch zuhause bleiben?“

Mam schaut heute gar nicht gut aus. Sie musste sich auch schon eine Simsarin nehmen. Hoffe sehr, dass das gestern nur eine einmalige Sache war. Auch Paps war gestern noch etwas am Schimpfen mit ihr.

„Nein. Wir können doch nicht ewig zuhause bleiben. Die Schule wird uns schon ablenken.“

Also räume ich noch mit auf und dann ab ins Bad.

Meine Emotionen liegen trotzdem total blank. Ich kann den gestrigen Tag einfach nicht vergessen. Auf jeden Fall kann ich behaupten, dass ich einen einzigartigen Geburtstag hatte. Vielleicht war das ja auch ein Zeichen mit dem magischen Reich? Interessant finde ich die Geschichte ja schon. Aber manchmal fühlt es sich halt wie ein Traum an. Und diesen Traum trägt Mam jetzt immer um ihren Hals.

Und da ist er wieder: Joshi mit seinen Blödeleien. Trotz der Verluste scheint er sehr glücklich zu sein. Was ist passiert mit ihm? Er redet immer mehr über Schmetterlinge und die große Liebe.

Unser Bus kommt und auf geht es in die Schule. Jetzt bin ich doch etwas nervös. Die Oberschule ist ja ein ganz anderes Kaliber wie die Grundschule. Meine Brüder haben mich aber schon vorgewarnt, dass die Schule etwas eigenartig ist und man hier das Homeschooling eingeführt hat. Oft sind die Klassen leer. Wie soll ich denn so andere Gamer kennenlernen? Hab ja mal voll Bock auf die Geek Con zu gehen, aber die ist immer zu blöden Zeiten. Schade.


Und dann noch diese leeren Gänge. Echt cool.

Joshi möchte mich ein bisschen rumführen. Genug Zeit haben wir. Im Endeffekt bekommen wir nur eine Aufgabe und dann müssen wir sie machen. Und eben auch die, die zuhause geblieben sind. Klingt total öde.

„Kannst du mir zeigen, welcher Spind denn noch frei ist? Neben euch vielleicht?“

„Ja, hier. Gucke. Neben Niklas ist noch was frei. Bald haben wir hier eine Duvan-Invasion der Spinde, hihi.“

Joshi führt mich zu einem roten Spind.

Ich muss schmunzeln, weil man sieht, dass hier vorher ein Mädchen dran war. Ein pinkes Schloss und Sticker von Gitarren mit Glitzer. Kitschiger geht es nicht.

Also mache ich es etwas schöner. Es geht doch nichts über die „Neverending Story“. Jeder soll wissen, dass es das absolut beste Spiel ever ist.

So trostlos wie aber auch unsere Stimmung ist, so trostlos ist echt die Schule. Warum machen wir nicht auch einfach mal Homeschooling? Jeden Morgen hier hinzufahren, ist doch auch überflüssig. Wenigstens lerne ich einen Mitschüler kennen. Ich habe ihn schon öfter bei uns gesehen, aber war ja immer mehr am Spielen. Ich erfahre, dass es Yannik ist. Er soll der Enkel meiner Großtante sein. Wow. Wenigstens wir Duvans gehen fleißig in die Schule.

Joshi und ich gehen in die Mensa, wo Niklas und Emilio am Lernen sind. So wirklich spektakulär ist das hier echt nicht. Das sage ich mir gerade immer und immer wieder. Hoffentlich gibt es hier einen Computerraum.

Langweilig. Ich dachte, ich könnte mich ja so etwas ablenken, aber die Erinnerungen holen mich langsam wieder ein und ich kann mich nicht auf die Aufgaben konzentrieren.

Marcel kommt zu uns. Ihn kenne ich ja schon ein bisschen. Auch ein Duvan. Ich sag’ ja: Wir belagern die Schule. Die Schule heißt jetzt nicht mehr „Copperdale Highschool“, sondern „Duvan Highschool“. Wäre doch legendär.

„Du, ich hab mit ihr gesprochen und sie würde gern mit dir reden. Hoffe, ich konnte ein bisschen helfen. Ich verstehe sie aber. Hoffe, ihr bekommt das hin.“

„Wirklich? Cool. Beste Info seit Langem.“

Huch? Was ist denn jetzt mit Emilio los? Er freut sich richtig. Ist er etwa auch verliebt? Da ist zwar immer dieses eine Mädchen bei uns, aber ich kenne sie nicht. Gönnen würde ich es ihm trotzdem.

Marcel hat uns auch erzählt, dass heute sein letzter Schultag ist. Schade.

Schließlich geht dann der ultimative Unterricht los. Witzig, dass ich mit meinen Brüdern in einer Klasse bin. Aber ich frage mich, wie die Lehrerin nur so rumlaufen kann. Sie soll sich nicht wundern, wenn ihr jemand mal das Kleid hochzieht. Wäre doch wieder gefundenes Fressen für Emilio, hihi.

Plötzlich ist sie auch sehr angespannt. Was ist denn jetzt los? Ich bekomme hier natürlich wieder nichts mit. Was macht mein Bruder da vorne?

Bis eine schrille Glocke ertönt. Was? Feuerübung? Hey, ich bin hier, um irgendwas zu lernen. Trotzdem ja irgendwo lustig. Kommt mal etwas Stimmung in die Bude. Also geht es raus.

Frau Werner ist plötzlich auch ganz schnell und zieht an uns vorbei. Ganz viel Abstand und so. Und Emilio grinst sich eine Naht zurecht. Er hat doch wohl nicht? Haha, er hier wieder.

„Hast du gesehen, wie die geflitzt ist? Was rennt die auch so rum?“

„Bist du sicher, dass du dich nicht bei ihr entschuldigen möchtest? Ich will auf jeden Fall nicht nachsitzen müssen bei ihrer Laune.“

„Was, ey? Guck doch mal, wie die rumläuft. Die macht bestimmt abends noch ganz andere Jobs. Die Hupen springen der ja bald aus dem Ausschnitt raus. Alter.“

„Außerdem entschuldigen sich nur Luschen. Ich mach’ das ganz bestimmt nicht. Und bei dieser Fresse vergeht mir dann gerade eh alles.“

Doch schließlich muss er wohl etwas nachdenken und kommt zu dem Entschluss, sich doch bei ihr zu entschuldigen. Selbst Joshi ist ganz erstaunt darüber.

„Ja, man. Sorry und so. Aber dann ziehen sie sich doch einfach mal was anderes an. Kann man voll den Schlüppi sehen.“

Hihi. Jetzt muss ich lachen. Frau Werner ist gerade so richtig verlegen.


„Herzlichen Glückwunsch noch nachträglich. Wäre ja gern gestern auch vorbeigekommen, aber konnte leider nicht.“

Marcel und ich unterhalten uns noch etwas über unsere Familie. Was ich sehr interessant finde ist, dass er auch Male auf Fotos seiner Oma gefunden hat. So wie bei meinen Großeltern. Er hat ja auch mal ein bisschen von dem magischen Reich gehört, aber er konnte das nie so richtig glauben. Seine Oma? Hm. Elenor. Aber sie habe ich nicht wirklich kennengelernt. Kann mich auf jeden Fall nicht an sie erinnern.


Und wie ich sehe, hat sich mein Bruder doch noch nicht so ganz mit Frau Werner versöhnt.

Anmerkung: Ein bisschen Hintergrund noch für die neuen Leser: Elenor war damals die Tochter von Darryl Charm. Dem magischen Townie. Auch meine Nadja stammt von ihm ab. Also die Mam von Emily. Alle meine Sims (außer Marc natürlich) haben also eine starke oder alte Blutlinie. :)


Endlich können wir wieder rein. Wird langsam etwas frisch hier draußen. Ich schnappe mir meine Schulsachen.

Oben habe ich gesehen, dass es in den Klassenräumen PCs gibt. Super. Mal direkt mit meinem Account einloggen und gucken, ob ich hier auch mein Spiel runterladen kann. Perfekt. Da ist es.

Mittlerweile gibt es ja eine Onlineversion der „Neverending Story“. Aber nicht so cool wie der legendäre erste Teil.

Ich bemerke, wie Emilio an mir vorbeischleicht und die Tafel etwas verschönern möchte. Der Junge bekommt irgendwie nie genug, haha.

Aber muss er wissen. Ich verpetze ihn auch nicht. Warum auch? Ist ja witzig. Doch selbst würde ich das nie machen.

„Was zockst du da immer? Poppen die da grad´ rum? Alter. Voll das versaute Spiel.“

Ich erschrecke mich voll, als er da auf einmal hinter mir steht und mich anspricht.

„Äh. Das Spiel hat Opa Jeremy erfunden. Wusstest du das? Der erste Teil ist von ihm.“

„Poppen die da auch rum?“

Die anderen kommen nach und nach in die Klasse. Niklas stellt sich nur vor das Whiteboard und starrt es an.

„Was soll das, Emilio? Das kannst doch nur du gewesen sein. Bist du bescheuert? Die ist sowieso schon mies drauf.“

Oh, oh. Ich erkenne die dicke Luft. Nein, nicht schon wieder.

Die beiden stehen auf und sind kurz davor, sich wieder zu zoffen. Ob das jemals ein Ende nimmt?

„Sei froh, dass Paps zwischen uns steht, sonst hätte ich dir jetzt die Fresse poliert. Halt sie einfach, klar?“

Nein, die miese Stimmung darf jetzt nicht schon wieder sein. Joshi schaut Niklas nur traurig an und deutet ihm an, dass er die Füße stillhalten soll. Und ich?

„Hey, jetzt hört einfach mal auf, okay? Wir machen im Moment schon genug durch, oder nicht? Und wollt ihr das Paps wirklich antun?“

Bis Joshi dann aufsteht und lachen muss.

„Jupps. Das kann nur von Emilio kommen. Ich finde es aber witzig.“

„Die beiden brauchen einfach mal wieder einen langen Spaziergang durch den Wald. Die Natur erfrischt die Sinne und negative Gedanken gehen verloren. Das ist wie eine Therapie.“

„Sie haben recht. Friede? Komm schon, Emilio.“

„Was machen wir jetzt eigentlich? Die Stunde fällt aus und Frau Werner ist so richtig sauer. Wie wär's mit ein paar Witzen? Wollt ihr welche hören? Ich weiß gerade total den blöden, hihi.“

So haben wir uns eine Stunde lang Witze erzählt und die Stimmung war ganz anders. Das fehlt mir. Trotzdem konnte sich unsere Lehrerin diese gute Laune nicht antun und wir bekamen allesamt eine Strafarbeit für zu Hause auf. Na toll. Und das war nicht gerade wenig.


Also haben wir den ganzen restlichen Nachmittag zusammen zuhause gesessen und diese blöden Aufgaben gemacht.

Und leider war die Stimmung beim Abendbrot auch noch nicht die beste.


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