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  • Kucki 232

Folge 77 - Ist doch alles bestens


 

Erste Frühlingswoche: Donnerstag

Geburtstag: keiner

Event/Feiertag: keiner

Erzähler/in: Emily

 

Es ist mir wichtig, dass es meiner Familie gutgeht, also stehe ich extra mit auf, um nachzusehen. Nachdem Sven, Tanya und Valentino gegangen sind, hatten Marc und ich viel zu verdauen. Wir wussten einfach nicht mehr Ein und Aus. Valentino war dann der Startschuss, um sich noch elendiger zu fühlen. Doch den Kids geht es nicht anders und sie brauchen ihre Eltern. Also möchte ich jetzt jeden Morgen mit aufstehen. Es tut mir leid, das vernachlässigt zu haben.

„Und? Wie geht es euch denn so? Was macht die Schule?“

Ja, auch meine Kinder sind noch sehr geknickt. Jetzt brauchen sie ihre Mam erst recht. Und wie ich sehe, bahnt sich bei meinen Großen etwas an. Oh je. Und ich war nie da.

„Morgen haben Alina und ich ein Date. Cool, oder?“

„Und bei dir, Niklas?“

„Ja, was soll ich groß erzählen? Nichts halt.“

Sein Ton tut mir gerade etwas weh und ich vergesse kurz, was ich eigentlich vorhabe und verfalle wieder in Trauer und Ungewissheit. Nein, hör auf, Emily. Nicht aufgeben. Sei da. Ich sammle mich kurz und versuche ein Lächeln aufzusetzen.

„Wie sieht es bei dir aus? Konntest du mit Naomi reden?“

„Geht so. Kein Plan, was ich jetzt machen muss. Aber cool, oder? Sie hat mir 'nen Brief geschrieben.“

„Oh echt? Süß, hihi.“

„Na ja. Das ist voll schnulzig und so. Was weiß ich? Ich werde da bestimmt nicht so drauf antworten.“

„Dann geht das wohl nur persönlich.“

„Meinst du?“

Ich glaube, ich muss meinem Sohn mal mehr unter die Arme greifen, hihi. Naomi schreibt ihm einen Brief? Hätte ich nie mit gerechnet, nach der ganzen Sache, die war. Mutig.

„Und bei dir, Süße? Wie geht es dir?“

„Mam, ich freue mich schon auf meinen Geburtstag und möchte gerne Party machen. Nur ohne Geister, hihi. Der einzige Schatten, der kommen darf, ist Shadow, hihi. Er hatte gestern Geburtstag und er darf jetzt das Reich verlassen. Ich freu’ mich so. Darf ich feiern? Bitte, bitte.“

„Puh. Jetzt schon wieder Party? Meinst du wirklich?“

„Ja, Mam. Ich wünsche mir zu feiern und es ist Blumenfest an dem Tag. Da müssen alle einfach glücklich sein.“

Madleen irgendwas auszuschlagen, wäre nicht einfach, also nicke ich. Warum soll ihr Geburtstag jetzt von den Niederschlägen getrübt werden? Und bei Joel muss ich sagen, dass seiner in die Geschichte eingehen wird, hihi. Mein verrückter Bruder hatte natürlich wieder eine Extrawurst.

Kurz wird meine Stimmung wieder trüb und ich bin kurz davor, in Erinnerungen zu fallen, aber ich schüttle tapfer den Kopf und reiße mich zusammen.

„Und bei dir, Aurelie? Was macht die Schule? Kommst du zurecht? Brauchst du Hilfe?“

„Nein, Mam. Alles bestens.“

Meine Kinder werden groß und ich habe das Gefühl, alles zu verpassen. Die ganze Verantwortung. Manchmal habe ich das Gefühl alles dreht sich im Kreis und ich weiß nicht mehr Ein und Aus. Marc war selbst immer so eine kleine Stütze für mich, aber auch er brauchte diesmal viel Zuneigung. Es musste jemand da sein. Und ich dachte mir, dass die Kinder schon klarkommen werden. Sie sind ja jetzt groß. Oh je. Ich war so naiv. Und dann trank ich auch noch vor ihren Augen. Was war los mit mir? Ich hasse mich dafür.

„Morgen.“

Marc gesellt sich mit zu uns. Finde ich schön. Normal ist er immer noch sehr lange liegengeblieben.

Emilio hat seine Strafe eigentlich schon abgesessen und es ist keine Pflicht mehr im Haushalt zu helfen. Natürlich soll er das weiterhin tun, aber nicht mehr nur. Er war ordentlich am Schrubben und Waschen. Das Tattoo und die Piercings sind bei dem ganzen Geschrubbe wohl abgegolten. Daher finde ich es gerade richtig schön von ihm, dass er trotzdem weiterhilft. Ja, er ist eindeutig verliebt, hihi. So ruhig habe ich ihn noch nie erlebt.

Schließlich sind die Kinder aus dem Haus und Marc stochert immer noch in seinem Essen rum. Ach menno.

„Wollen wir denn heute mit dem Umbau dann anfangen? Nadine fragt nämlich, ob der Termin noch steht.“

Wir wollen nämlich hier nach und nach mal etwas frischen Wind reinbekommen und das Haus heller gestalten. Wohn- und Esszimmer wird getrennt.

Mein Mann nickt nur. Trotzdem wird es eine gute Ablenkung für ihn sein. Er sitzt sonst einfach nur in seinem alten Büro und starrt die Wand an.

Und ich versuche eben wieder zu lachen, trotz dass ich erst meinen großen Bruder verloren habe. Die Familie braucht mich.

„Wollen wir dein Büro denn nicht auch noch etwas schöner gestalten und da irgendwas anderes draus machen? Du bist der weltbeste Detektiv für mich und andere wissen das eben nicht zu schätzen, aber du bist auch der beste Paps und Ehemann und deswegen sollten wir das umgestalten.“

„Was willst du denn draus machen?“

„Einen Hobbyraum? Irgendwie sowas. Was meinst du?“

„Hm.“

„Aber klar, du hast recht. Können wir machen. Lass uns anfangen. Alles mal neu machen.“

„Ich weiß, dass es schwer ist, aber wir müssen wirklich nach vorn schauen. Unser Leben geht nun mal weiter und wir sollten es genießen.“

„Ja. Definitiv. Vielleicht finde ich ja trotzdem nochmal einen guten Job. So schnell gebe ich nicht auf.“

Gute Einstellung von meinem Mann. Die Arbeiter trudeln auch gerade ein. Wir haben ja hier schon ein bisschen angefangen, aber so ganz zufrieden bin ich noch nicht. Auf geht’s.

Wir brauchen ca. drei Stunden, bis die Einrichtung einigermaßen steht, wo sie stehen soll. Neue Stühle kamen dazu und ein neuer Anstrich. Ich bin zufrieden, auch wenn Emilio meckern wird, dass er jetzt nicht mehr beim Essen fernsehen kann, hihi. Muss er durch. Und ich bemerke auch, dass mir der Bogen hier noch nicht so ganz gefällt. Leider hat Nadines Firma gleich Feierabend, sonst hätten sie noch einen neuen eingebaut. Na ja. Dann halt morgen.

Wirkt gleich viel heller und stimmiger. Wunderbar.

Anschließend gehen wir ruhigeren Aufgaben nach, bis die Kinder kommen.

Es klopft und klingelt und ruft jemand an der Tür. Huch, wer ist das denn jetzt? Als ich hingehe, sehe ich - hmm, Melody?! Da hat es ja jemand eilig gehabt, zu uns zu kommen.

„Entschuldige, Emily. Ich wusste nicht, wie man sich bemerkbar macht, wenn man vor einer Tür steht. Habe zwar viel die „Neverending Story“ gespielt, aber da erklären die das nicht so. Wo ist denn Joel? Wo ist er? Ist er da? Ich möchte zu meinem Freund, da ich ihn liebe, hihi.“

Sie ist total aus dem Häuschen und ich merke schon, dass sie sehr viel zu lernen hat. Aber das ist okay. Melody hat eben viel hinter sich und jetzt ist Hilfe wichtig.

„Nun komm aber erstmal her. Du bist ja total aus dem Häuschen.“

Ich schaue sie danach nur an und frage:

„Seit wann ist Joel dein Freund? Habe ich was verpasst?“

„Oh, ist das nicht so? Ich mag Joel und ich dachte, wir wären jetzt zusammen und würden uns lieben. So ist das da auch im Spiel. Kennst du das Spiel? Das ist voll cool.“

Ich glaube, ich muss mit Ramon und Miguel noch ein bisschen reden. Haben die Kinder wirklich die ganze Zeit nur im Reich am Computer gesessen? Das wäre gar nicht gut.

Wir gehen erstmal rein, wo auch mein Mann neugierig auf Melody ist.

„Hey, wie geht es dir? Wie gefällt dir unsere Welt?“

Sie erzählt uns, dass Valentinos Frau die Zwillinge aufgenommen hat. Mit Clarissa versteht sie sich schon richtig gut. Marc kann kaum glauben, was aus dem Mädchen geworden ist. Wie es wohl wäre, wenn sie jetzt immer noch Nachtwandlerin gewesen wäre?

Ich höre die Kinder nach oben traben. Da wird sich gleich besonders wer freuen. Joel und Melody sind eigentlich unzertrennlich. Immerhin hat er sich ja immer ins Reich geschlichen, wovon ich ja nie was mitbekommen hatte. Tja. Seine Ausrede war immer, dass er nachsitzen oder nochmal in die Stadt musste. Mein Junge bleibt auch ganz versteinert vor ihr stehen.

Bis sie sich schließlich in die Arme fallen. Irgendwie ja süß. Trotzdem muss Melody noch viel lernen. Der Computer kann da gar nichts ersetzen.

„Hey, da bist du ja. Ich hab dich richtig vermisst.“

„Wie geht es dir? Bist du gut angekommen? Wo wohnst du jetzt? Boah, ich freu’ mich so dich zu sehen.“

Joel ist total aus dem Häuschen.

Sie albern sofort wieder rum und da denke ich mir mal, lasse ich die beiden mal eine Weile allein. Sie haben sich viel zu erzählen.

„Ich habe es geschafft, im Spiel ein Haus zu bauen. Ich hasse es, Häuser zu bauen, aber das sieht lustig aus. Das Bett steht genau vor dem Kamin, falls es mal kalt ist und so und die Küche habe ich in den Keller gebaut. Ich weiß jetzt nicht, wo die Küche eigentlich hinkommt, aber das ist egal. Das sieht gut aus, da unten. Und ich habe einen Pool aufs Dach gebaut. Man kann da dann mit Fahrstuhl hoch.“

„Ich muss zwar noch etwas üben, aber ich bin ja jetzt bei dir und du kannst mir alles zeigen. Ich freue mich schon.“


Als ich aus dem Fenster rausschaue, sehe ich Marianne. Sie ist sehr wütend. Aber da muss Joshua jetzt wohl durch. Es wird Zeit, dass sich die beiden mal aussprechen.

Als Madleen Melody sieht, kann sie auch nicht lange fernbleiben.

„Wollen wir meinen Geburtstag feiern? Könnt ihr beiden dann auch kommen? Ich vermisse Shadow total und ich würde mich freuen. Bitte, bitte.“

Da muss ich dann kurz etwas eingreifen, denn die Kleine ist schon wieder dabei, die halbe Welt einzuladen.

„Ich denke, es wäre noch etwas zu viel für euch, wenn ihr auf so eine Party kommen würdet, oder? Ihr kennt das ja nicht. Aber gut. Madleen würde sich wirklich freuen, wenn ihr kommen könntet. Was sagt ihr?“

„Jaaaa? Jaaaaaaa? Ich darf feiern und die beiden dürfen auch kommen? Mam, das wäre klasse. Ich freu’ mich so. Danke.“

„Hey, stopp. Immer langsam, hihi.“

Joel möchte fix duschen und Melody gesellt sich zu uns. Sie ist wirklich eine richtig Hübsche. Schade nur, dass sie im Reich eingesperrt war. Das ist halt der beste Beweis dafür, dass Magie einfach gefährlich ist.

„Wie geht es Shadow denn? Warum ist er nicht mitgekommen? Kommt er heute noch vorbei?“

Mein Sohn kommt etwas später mit dazu und es ist süß, wie er Melody immer anschaut. Tja. Der nächste wird langsam erwachsen.

Trotzdem muss sie erstmal zurück nach Brindleton Bay. Melania holt sie ab, weil allein wäre es nicht gut, jetzt loszugehen. Sie ist noch sehr hilflos in unserer Welt.


Wie ich aber später sehe, haben sich Marianne und Joshi ausgesprochen. Es scheint friedlich ausgegangen zu sein, da sie noch mit reinwollte.

Phillip kommt noch zu Besuch. Ihm sieht man es auch noch an, dass ihm Valentino in unseren Reihen fehlt. Er wird mich jetzt hoffentlich nicht so schnell allein lassen. Meine Geschwister sind einfach die besten.

Und so sitzen wir gemeinsam beim Fernsehabend und ich hoffe mal, dass morgen alles noch viel besser ist. Wir müssen nur zusammenhalten und stark bleiben.

 

Ich habe aus der letzten Folge noch ein paar Bilder im Hintergrund gemacht, da Melody schon da war. Wollte sie mal anschauen^^. Joel schaut sie schon seit seiner Kindheit immer so an, was ich megasüß finde. Das ist sie noch vor ihrem Feinschliff.


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