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  • Kucki 232

Folge 81 - Die Gedanken müssen raus

Aktualisiert: 8. Jan.


 

Zweite Frühlingswoche: Montag

Geburtstag: keiner

Event/Feiertag: keiner

Erzähler/in: Emily

 

Es ist heute so still, so kurz nach 6. Haben die Kinder verschlafen? Ich schaue lieber mal nach. Sie müssen doch in die Schule.

In den Zimmern sind sie jedoch nicht. Sind sie schon los? Das wäre komisch, da sie ja vorher immer frühstücken würden. Hm. Ich gehe ins Wohnzimmer und sehe, dass Licht im Esszimmer brennt. Als ich reinschaue, sehe ich alle beim Essen. Aber diese Stille. Warum reden sie nicht? Was haben sie?

Selbst als ich mir Essen hole, schauen sie mich nur an. Was habe ich gemacht? Langsam bekomme ich Gänsehaut.

Bin ich gerade unerwünscht? Soll ich gehen?

Natürlich möchte ich wissen, was los ist und frage nach:

„Was ist los mit euch? Dass ihr morgens so ruhig seid, ist nicht normal.“

Emilio schaut mich lächelnd an.

„Mam, ich hatte heute Nacht voll den schönen Traum. Ich habe Naomi geküsst und eine Stimme sagte, dass es an mir liegt und so. Voll schön.“

Dann frage ich mich aber, wo dann das Problem ist. Es ist doch schön, wenn man solche Träume hat. Emilio ist langsam alt genug und warum sollte er kein Mädchen küssen?

Bis dann Joshua mit dazukommt und etwas lauter ist:

„Ach, du hast das auch geträumt? Schön, ich auch. Der ganze Traum war gruselig.“

Leise höre ich von den anderen nur ein „Ich auch.“

„Man, Alter. Was hast du in meinem Traum zu suchen? Das ist meiner und ich habe sie geküsst. Hab mich sowieso schon gefragt, was ihr da sucht. Das war voll real. Hab sie echt geküsst. Also gönn mir den scheiß Traum, ja?“

Ich verstehe nur Bahnhof.

„Ich habe geträumt, dass auch ich eine Magierin sein könnte. Eine Stimme hat das gesagt“, meint Aurelie.

Magierin werden? Stimme? Oh, nein. Hatten sie etwa eine Vision? Ist diese Stimme wieder da? Die Stimme? Verdammt, nein. Ich mache das nicht nochmal durch. Die Magie ist da, wo sie hingehört. Und, warum hatte ich diesen Traum nicht? Warum nur die Kinder?

„Mam? Was hat das mit dem Traum auf sich? Du hast uns mal das Reich gezeigt. Hat es damit zu tun? Ich dachte, das wäre vom Tisch?“

„Dachte ich ja auch.“

Die Kinder verschwinden nach und nach zur Schule, bis ich irgendwann allein dasitze. Ich habe doch alles richtig gemacht. Die Magie ist sicher eingesperrt in meiner Kette. Somit ist doch alles in Ordnung.

Keine Ahnung wie lange ich hier sitze, aber meine Gedanken trüben mich immer mehr. Ich sehe nur Fabian Collette und das zerstörte Haus. Ich sehe Sulani. Nein. Nicht noch einmal.

Ich zucke richtig zusammen, als mich mein Mann anspricht.

„Ist alles in Ordnung mit dir? Was ist los? Du bist ja total weggetreten.“

Ich kann mich einfach nicht halten und zeige Marc meinen Unmut:

„Marc. Die Kinder hatten denselben Traum. Eine Vision, verstehst du? Ich dachte, ich hätte alles richtig gemacht und jetzt kommt diese Stimme. Warum hatte ich diesen Traum nicht und hach. Nein, ich mach’ das nicht nochmal mit.“

„Wir sind normale Sims und so wird das auch bleiben. Ich bringe euch nicht nochmal in Gefahr. Nein, niemals.“

Marc nimmt meine Hand und weiß gerade nicht so ganz, was er sagen soll. Das beruhigt mich aber.

„Ich muss erstmal drüber nachdenken. Tut mir leid. Ich kann jetzt nicht reden.“

Also stehe ich auf und räume den Tisch ab.

Es ist wie ein ewiger Fluch, den man nicht abschütteln kann. Bäh.

Und in dieser Kette ist dieser Fluch verschlossen. Daran wird sich nie was ändern. Niemals. Ich werde meine Familie um jeden Preis schützen.

Also gehe ich nach unten und räume auf. Ich blende alles aus. Mir jetzt egal. Ich will da gerade einfach nicht drüber nachdenken.

Diese ganzen falschen Dimensionen. Vielleicht ist das hier ja auch eine falsche und wir sind alles nur Kopien. Pfff. Dann fühle ich mich in dieser Kopie wohl genug. Und ...

„Aua, verdammt. Was soll das, Pelle?“

Pelle ist unser neues Lama, nachdem Fridolin uns letztens leider verlassen hat. Er ist noch etwas bockig und das macht meine Stimmung auch nicht gerade besser.

Toll. Klappt ja alles wunderbar. Werde ich gerade bestraft? Dann soll die blöde Stimme doch mit mir reden und nicht mit meinen Kindern. Meine Kinder sind unschuldig. Wenn dann muss ich das ausbaden, aber genau das möchte ich nicht.


Ich setze mich nach oben. Hab genug für heute. Meine Gedanken kreisen überallhin, aber finden sich nicht in der Realität wieder.

Mam und Paps mussten schon viel erdulden und man kann uns ja auch nicht zwingen, irgendwas zu sein, was man gar nicht sein will. Nachtwandler, Wellenreiter und Wächter brauchen wir hier nicht. Schon gar nicht weiße und schwarze Magie. Meint ihr etwa, weiße Magie ist besser? Auch sie ist gefährlich. Ich will damit nichts mehr zu tun haben.

Bis ich dann schließlich wieder ordentlich zusammenzucke:

„Redest du bitte mit mir? Du schleichst hier gerade wie eine wandelnde Leiche durch die Gegend. Bist du überhaupt da?“

„Nein, alles bestens. Ich habe mich wieder einbekommen und denke nur an unsere wunderschönen Kinder, hihi.“

„Emily? Ich kenne dich mittlerweile lang genug und sehe sofort, wenn was ist. Rede bitte, okay?“

„Aber.“

„Nein, kein aber. Was hat das mit dem Traum auf sich? Was ist da passiert? Ich dachte, es wäre jetzt alles gegessen?“

„Entschuldigung. Ich wollte nicht lauter werden.“

Jetzt ist Marc wieder richtig süß, hihi. Er nimmt meine Hand und schaut mir in die Augen. Wenn ich ihn nicht haben würde, dann würde ich das alles nicht durchstehen können. Ja, stimmt. Ich brauche ihn genau jetzt.

„Emily. Egal, was ist, ich bin da, okay? Und selbst wenn das mit dem Magischen losgehen sollte, dann bin ich auch wieder mit dabei. Anscheinend war ich ja schon einmal mit dabei, aber warum erinnere ich mich nicht?“

„Ich weiß. Tut mir auch leid, dass ich gerade so reagiert habe. Du kannst ja nichts dazu.“

„Ich habe halt Angst, dass ihr euch verletzen könntet oder schlimmer noch, dass ich euch verlieren könnte. Man hat schon immer versucht uns zu schaden und seit die Magie nicht mehr ist, geht es uns und mir gut. Ich möchte ein normaler Sim sein. Ist das falsch?“

„Nein.“

„Deswegen lasst mich bitte etwas sortieren und dann rede ich mit den Kindern. Es muss dann doch mal raus. Ich brauche Zeit.“

Marc nimmt erneut meine Hand und schaut mich an.

„Ich bin da.“

Mir wird schwindelig und ich fühle mich an, als würde ich kochen. Plötzlich geht es los. Kann man meine Entscheidung nicht akzeptieren? Warum werde ich plötzlich krank? Ich habe nichts Schlimmes getan. Meine Gedanken kreisen immer mehr.

Ich gehe in die Wanne. Puh. Gerade geht gar nichts mehr.

Nach dem Bad mache ich es mir gemütlich. Ich schmeiße mich in meine Wohlfühlklamotten und mache mir einen Tee. Meine Gedanken wollen einfach nicht verschwinden. Wenn die Stimme in der Vision ein Problem hat, dann soll sie zu mir kommen und nicht meine Kinder belästigen.

Später ruft Aurora an und möchte vorbeikommen. Sie muss mit mir reden, da sie einen Traum hatte in dem ich vorkam. Sie meint, er fühlte sich sehr real an.

Hat sie damit jetzt etwa auch zu tun? Warum sie und nicht die anderen?


20 Minuten später ist sie bei uns und nimmt mich sofort in den Arm. Sie freut sich gerade sehr, dass es mir gutgeht. Hä?

„Ich bin so froh, Emily. Gott sei Dank, bist du noch da.“

„Äh.“

Wir setzen uns ins Esszimmer und Aurora erzählt mir von dem Traum. Sie hat gesehen, wie unser Haus zerstört wurde und ich war noch allein drin.

„Was hat das jetzt bitte zu bedeuten? Meine Kinder haben Visionen und ich verbrenne in einem Haus? Bin ich jetzt böse oder wie? Was soll das? Das macht mir Angst.“

Aurora schaut auch richtig traurig drein. Das tut mir gerade richtig leid. Auch sie hatte viel Leid zu ertragen in der Vergangenheit. Sie war einst eine Nachtwandlerin mit einem Fluch. Auch ihr wollte man wehtun. Wie jedem von uns. Doch wir konnten den Fluch brechen und die Magie einsperren.

„Emily. Egal, was wir jetzt noch erfahren werden, aber ich denke, wir müssen da wohl durch. Jemand möchte uns wohl was sagen. Es heißt ja nicht, dass du jetzt irgendwas Böses bist.“

Schließlich kommen auch die Kinder nach Hause und wollen Antworten. Doch ich weiß einfach nicht, wie ich das beichten soll. Erstmal tu’ ich also, als würde es mir irgendwie gutgehen. Das wird schon alles wieder. So eine Miene kommt immer gut.

Aber auch die Kinder müssen mir alles erzählen. Also, was in dem Traum vorkam. Vielleicht gibt es eine Verbindung zu Auroras Traum. Meine Kinder sind so unschuldig und sie sollten sich nicht in solche Gefahren stürzen müssen.

Denn sie fangen doch gerade erstmal richtig damit an, ein glückliches Leben aufzubauen. Doch Joel nimmt mir es gerade so richtig übel, dass ich heute noch nicht reden möchte.

Und Shadow ist ein Collette. Vielleicht sollte ich ihn doch nicht in die Nähe meiner Kinder lassen. Es dreht sich alles und ich weiß einfach nicht weiter. Ich kann Madleen doch jetzt nichts zerstören. Und Joel auch nicht mit Melody. Die vier haben so eine starke Bindung zueinander. Diese starke Verbindung kommt mir so bekannt vor. Sie ist magisch. Sie muss so sein. Das weiß ich noch. . Puh, Shadow und Madleen? Die beiden? Herrje. Ich bin so durcheinander. Ich muss gerade immer und immer wieder an Phillip und Aurora denken. Ihre Bindung zueinander. Ist es dasselbe wie mit meinen Kindern?


Als ich nämlich spät abends nach draußen gehe, um zu schauen, wo Madleen bleibt, steht sie stocksteif da. Zusammen mit Shadow. Sie schauen sich nur an.

Irgendwann komme ich aber in die Realität zurück und reiße mich zusammen. Was sucht Shadow überhaupt hier? Er ist doch wohl nicht alleine zu uns? Das ist noch zu gefährlich für ihn. Er kann doch nicht so einfach weg.

„Ähm, ihr beiden. Es ist schon spät und es wäre besser, wenn ich dich eben noch nach Hause bringe. Shadow, du weißt, dass du noch nicht alleine irgendwo hinsollst.“

„Ich weiß, aber ich vermisse Madleen immer so. Ich darf nie bei ihr sein. Sorry.“

Er nimmt mich in den Arm. Ein bisschen verwundert bin ich doch gerade.

Jetzt wird mir jedoch bewusst, dass Shadow auch nur ein Junge ist und wohl von seinem Schicksal noch nichts weiß.

Ich glaube, ich muss das ändern.

Aber wie? Ich möchte doch alle nur schützen.

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