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  • Kucki 232

Folge 87 - Wie küsst man eigentlich?


 

Erste Sommerwoche: Sonntag

Geburtstag: keiner

Event/Feiertag: keiner

Erzähler/in: Shadow

 

Iiih, was hab ich denn da im Gesicht? Nachher findet mich Madleen hässlich damit.

Bäääh, ich will das nicht haben. Macht das weg. Ihhh, nein.

Schließlich ziehe ich die Gardinen auf und das beruhigt mich. Das mache ich immer, wenn ich nicht schlafen kann. Meine Schwester macht das auch immer. Wir sitzen dann immer da und schauen nach draußen. Auch wenn es nie viel zu sehen gibt. Doch. Irgendwie ja schon. Also für uns.

Dann spiele ich eben die Neverending Story. Passt schon. Bin da mittlerweile in Generation 25. Nur manchmal sind die Figuren da total komisch. Aber es ist auch witzig.

Aber gerade ist es doch recht langweilig. Also gehe ich ins Bad. Joel schnarcht etwas und das stört ganz schön. Mal schauen, wie ich Madleen gefallen könnte. Keine Ahnung, wie man sich die Haare macht, aber ich mache das jetzt einfach mal.


Cool. Hat doch was. Yeah.

Ja, ich mag Madleen sehr. Sie hat mir viel geholfen und so, aber so richtig passe ich nicht in diese Welt, finde ich. Jeder will plötzlich was von uns und meint, dass wir alles falsch machen. Warum was falsch machen? Ich mache das, was ich für richtig halte. Also wühle ich in der Dreckwäsche rum und schaue mal, ob ich schönere Klamotten finde. Mir hat keiner was zu sagen.

Endlich finde ich mal was, was mir passt. Pff. Ich höre auf niemandem mehr. Wenn ich furzen will, dann will ich furzen. Und wenn ich das jetzt tragen möchte, dann möchte ich das jetzt tragen. Punkt.

Mir gefallen die Klamotten immer besser. Wunderbar.

Das gefällt mir. Jetzt kann ich mich sehen lassen. Ich gehe wieder zurück ins Zimmer und spiele meine Geschichte weiter. Mein Charakter hat da gerade wieder ein Mädel geangelt. Wir haben schon zehn Kinder miteinander. Kann ganz schön stressig sein, wenn die da alle was wollen.

Schon cool. Mal mit den Babys in den Urlaub fahren. Die Frau hier ist nur am Rummeckern. Also fahren wir in den Urlaub.

„Ähm, Shadow? Hast du mal auf die Uhr geschaut? Es ist 3:29 Uhr.“

„Du hast mir gar nicht vorzuschreiben, was ich mache und was nicht. Du warst nie so. Im Reich warst du ganz anders. Warum ist es jetzt plötzlich alles falsch, was wir machen?“

„Und weißt du was? Dann geh doch wieder schlafen, wenn ich dich störe. Ich gehe nämlich jetzt ins Wohnzimmer und dann kannst du mich mal, klar? Ich dachte, du bist mein bester Freund und jetzt nervst du nur noch.“

Ich nehme mir eine Tüte Chips und mache den Fernseher an. Ey, das kann es doch nicht sein. Ist doch mein Problem, wann ich aufstehe.

Die da im Fernsehen meckert auch nur rum. Meckern in dieser Welt alle nur so rum? Grausam.

Und mir ist es jetzt auch egal, ob ich Madleen gefalle oder nicht. MIIIIIR DOOOOOOCH EGAAAAAAL!!!!!


*****


Oh, bin ich wohl doch nochmal eingeschlafen. Die sind da alle total laut. Kann ja kein Sim schlafen. Melody ist mittlerweile auch richtig mies drauf. Aber eines weiß ich: Die da alle gehen mir auf den Keks. Jeder Einzelne.

Habe mich eigentlich gefreut, hierherzukommen und bei Madleen zu sein. Aber selbst sie nervt mich jetzt nur noch. Seht doch selbst.

„Hast du die Klamotten von Emilio an? Was hast du bitte mit deinen Haaren gemacht? Das sieht ja scheußlich aus. Und die Brille dazu, hihi.“

„Lass mich doch. Mir gefällt das.“

„Und Melody sieht aus, als ob sie gleich auf den Strich gehen will. Die beiden sind so bekloppt, Alter. Mega Show, die die liefern.“

Jetzt reicht es mir erst recht. Ich habe keine Lust mehr und werde mit Melody wieder ausziehen. Jeder meckert nur rum. Da ist es bei Melania lustiger.

„Shadow, wir meinen das doch nicht böse. Wir wollen nur helfen, aber irgendwie haben wir das Gefühl, dass ihr euch gar nicht helfen lassen wollt, verstehst du?“

Zum Glück setzt sich später ein Verbündeter mit an den Tisch. Marc ist der beste und hat noch nicht gemeckert. Er wird mein bester Freund.

„Hallo Marc. Schöner Morgen heute, oder? Wie geht es dir?“

„Shadow? Du hast nicht gerade die Sachen von Emilio an, oder? Die waren doch in der Wäsche.“

Okay, jetzt reicht es. Ich werde ausziehen und meiner Schwester werde ich das jetzt sagen.

„Hast du nicht auch das Gefühl, dass uns hier keiner mag? Jeder meckert nur rum und das finde ich irgendwie abartig. Woanders waren sie nicht so zu uns. Wollen wir nicht wieder zu Melania zurück? Sie ist cooler.“

„Ja. Ich bin dafür. Selbst Joel lacht mich nur noch aus oder geht mir aus dem Weg. Ich bin ihm bestimmt zu peinlich. Wir müssen zurück, Shadow. Da bin ich ganz deiner Meinung. Ich liebe Joel nicht mehr und dann ist das auch egal.“

Als die anderen gerade nicht mehr in Reichweite sind, schleichen wir uns nach draußen und hauen ab. Es reicht uns. Nie wieder hierhin.

„Wartet bitte. Wartet.“

„Hm? Hast du irgendwas gehört, Melody? Also ich nicht.“

„Ich auch nicht.“

„Könnt ihr mir mal sagen, wo ihr hinwollt?“

„Melania. Außerdem ist das unser Problem.“

„Wisst ihr überhaupt, wo sie wohnt?“

„Ihr wisst doch überhaupt nicht, wo ihr hinmüsst. Man, ey. Wir wollen euch doch nur helfen. Was ist los mit euch? Langsam könnte ich Miguel echt. Hat er euch überhaupt irgendwas gezeigt?“

„Ihr seid manchmal echt schwierig, wisst ihr das? Wir haben alles für euch gemacht, damit ihr in dieser Welt klarkommen könnt. Und ihr seid nur am Zocken. Meint ihr, das Leben ist ein Spiel?“

„Madleen? Lass mich das eben klären.“

„Hmm?“

„Hey, Kumpel. Ich bin immer noch dein bester Freund und genau deswegen möchte ich dir ja helfen. Ja, die Welt hier ist etwas kompliziert, aber trotzdem cool. Man gewöhnt sich dran. Komm, schlag ein. Wir kriegen das hin, okay?“

Schweigen.

„Dann soll Madleen aber aufhören, immer so zu meckern. Sie meckert immer nur und meckert und meckert. Sie hat nie so gemeckert.“

„Ja, du hast recht. Ich habe etwas überreagiert. Tut mir leid. Lass es mich wiedergutmachen. Komm mal mit. Ich zeig’ dir was. Gleich siehst du ganz anders aus, hihi.“

Ich hoffe aber, dass es kein Fehler ist und nachher das Gemecker wieder losgeht. Aber gut. Madleen sieht sexy aus. Habe ich das schon mal gesagt? Ich glaube, ich sollte mal mit ihr flirten. Im Spiel flirte ich auch immer viel. Die werden dann immer rosa, die Charaktere und dann geht das richtig los.

Jetzt ist sie wieder so liebevoll und richtig für mich da, ohne zu meckern. Das mag ich an ihr und ist süß. Die Mecker-Madleen wiederum ist doof.

„Du bist was Besonderes, Shadow und ich möchte dir helfen, wo ich kann. Du weißt, dass ich für dich da bin, egal was ist. Nur mach nicht so einen Mist wie eben, okay?“

„Ich möchte halt wieder witzig sein, aber jedes Mal, wenn ich witzig war, habt ihr gemeckert. Ich bin nun mal so.“

„Ja, du kannst ja auch gern witzig sein, aber es gibt da ein paar Sachen, die sich nicht gehören. Im Reich hat es keinen interessiert, was du machst, aber hier in dieser Welt wohnen viele Sims, die euch nur doof angucken würden. Ich mag es sogar sehr, wenn du witzig bist. Komm mal her, hihi. Du bist übrigens fertig. Ich hoffe, es gefällt dir.“

Wow, da flattert mir ja sonst was in der Hose. Das hat Emilio letztens mal gesagt gehabt, als er von einem Traum erzählt hat. Er wurde geküsst und sagte das. Ich bin kurz und dran, Madleen dasselbe zu sagen, aber ich lasse es jetzt lieber.

„Komm. Ich möchte dir was zeigen. Unten auf der Klippe ist das richtig schön. Du wirst es lieben.“

Sie nimmt meine Hand und geht mit mir nach draußen. Heute ist das richtig heiß hier. Gestern waren wir noch im Schnee und jetzt ist das total heiß hier. Bäh, ne.


Wir setzen uns unten ins Gras und ich schaue mir die Umgebung an. Es ist wirklich sehr schön hier. Es klingt beruhigend, mit dem Wasser da unten. Wow. Im Reich war immer alles nur dunkel.

Schon krass, diese Aussicht.

„Wie schaffen es eigentlich die Dinger da auf dem Wasser oben zu bleiben? Ich bin mal ins Wasser gegangen, aber bin sofort untergegangen. Das muss doch auch untergehen, das Ding da.“

Es ist immer schön, wenn Madleen bei mir ist. Sie versteht mich. Auch wenn sie manchmal so meckert. Aber vielleicht hat sie ja recht. Vielleicht sollte ich einfach nur auf sie hören.

„Das sind Boote. Damit fahren die Sims hin und her und sie wurden so gebaut, dass sie schwimmen können.“

„Hey, ich rieche da was. Riechst du das auch? Das riecht lecker. Ich möchte gucken gehen.“

Ich stehe auf, weil es vom Haus aus richtig nach Essen riecht und das war bei Melania schon immer so. Wenn es so gut roch, bin ich schnell hin da. Madleen tut dasselbe, aber stolpert. Das macht sie gerne. Sie ist so tollpatschig. Immer fällt sie irgendwo hin.

Autsch. Ich sehe es kommen.

Ich versuche sie noch aufzufangen und das geht ja fast gut. Plötzlich klatscht sie mir voll eine.

„Oh nein. Hab ich dir dolle wehgetan? Verdammt. Das wollte ich nicht. Tut mir leid.“

„Haha. Dafür wirst du büßen. Komm her, du ...“

Wenn Madleen immer so schusselig ist, dann werde ich albern. Dann ärgere ich sie immer.

„Heee, lass das. Manno. Ich konnte doch gar nichts dafür.“

„Doch. Du bist schuld.“

„Haha, schau mal da oben. Hihi. Guck mal, guck mal.“

„Man, lass das. Du bist voll kindisch.“

Wir sehen, dass Marc Essen macht und wir rennen sofort los. Es ist noch ein anderes Mädchen da. Habe sie auch schon mal gesehen, aber weiß nicht, wer das ist.

Melody und ich wollen jetzt doch hier bleiben. Wir müssen noch viel lernen, aber das ist okay für uns. Vielleicht ist es ja wirklich alles gar nicht so schlimm.

Dahinten sitzt noch jemand.

Wenn es Melody schlecht geht, dann spüre ich das und wenn es mir schlecht geht, dann spürt sie das. Wir sind eins.

Das Mädchen dort kenne ich schon etwas besser. Sie ist die Frau von Joshua. Er ist eigentlich ganz in Ordnung, aber total der Langweiler. Wenn ich ihm einen Witz erzähle, dann lacht er nie. Das macht dann keinen Spaß.

Die machen bestimmt auch viele rosa Sachen. Vielleicht kann ich da ja noch ein bisschen was abgucken.

Da möchte ich jetzt echt mal wissen, wie das geht. Ich gehe dahin und schaue mir das an.

„Sag mal, schaut er uns echt beim Küssen zu? Was läuft mit ihm falsch?“

„Wie macht ihr das so? Sabbert man sich dann nicht gegenseitig voll? Könnt ihr mir das mal erklären.“

„Haha, Shadow ist einfach der beste. Gewöhn´ dich dran, Alina. Er ist so.“

„Äh, wie bitte? Okay?!“

„Mich würde auch interessieren, wie man eigentlich küsst. Könnt ihr uns das zeigen?“

Aber das Mädchen guckt uns nur komisch an. Was ist denn jetzt wieder falsch? Wie soll man etwas lernen, wenn man auf die Fragen nicht antwortet?

Also gehe ich zu Marc und sehe, dass er gegrillte Bananen macht. Die liebe ich ja. Woher weiß er das? Und dann überlege ich mir noch etwas anderes. Ich möchte unbedingt das Küssen lernen, um Madleen zu zeigen, wie gern ich sie habe.

Ich gehe ganz cool zu ihr hin und möchte sie mal ganz direkt was fragen:

„Darf ich dich mal küssen? Ich wollte schon immer mal wissen, wie das so ist.“

„Äh, ich. Was? Hier?! Ähm.“

Aber ich schnappe sie mir einfach mal und versuche das, was die beiden da eben gemacht haben. Und es fühlt sich gut an. Hoffentlich scheuert mir Madleen jetzt nur keine. Sie scheuert mir nämlich gern eine.

„Äh, was war das denn jetzt bitte?“

Ups. Habe wohl doch etwas falsch gemacht. Ich bin eh müde und verdampf mal ganz kurz. Ganz schnell bin ich weg. Bin nämlich wirklich sehr müde. Esse ich heute Abend die Bananen. Kann jetzt erstmal nicht mehr. Schwupps und weg.


*****


Als ich wieder wachwerde, bemerke ich, dass es schon recht spät ist. Toll. Die Bananen sind bereits alle, also schnappe ich mir irgendwas anderes. Madleen kommt mit dazu, aber ich sage jetzt nichts, bevor das auch wieder falsch ist.

Marc kommt auch mit zu uns.

„War das jetzt so falsch, dass ich dich geküsst habe? Ich dachte, das wäre richtig so.“

„Äh, nein. Ich fand das irgendwie süß.“

„Äh, stoppt mal kurz. Shadow? Lern du erstmal, wie man seine Sachen wegräumt und wie man sich hier benimmt. Das wäre schon mal ein Anfang, bevor du jetzt hier mit meiner Tochter durchbrennst. Bekommst du das hin? Ich arbeite bald wieder und da habe ich keine Zeit, deinen Kram wegzuräumen, okay? Und nein, ich meine es nicht böse.“

Ich finde, Marc ist wirklich ein guter Mentor, auf den man hören sollte. Er hat ja recht. So langsam tut mir das nämlich wirklich richtig leid. Es ist halt ungewohnt und wie eine andere Welt für mich. Was soll ich machen?

Weil, irgendwo ist es ja wirklich sehr cool hier. Man kann trotzdem viel lernen.

Später kommt sogar noch Melania vorbei und möchte wissen, wie es uns geht. Jetzt könnten wir sie ja eigentlich fragen, ob sie uns wieder mitnimmt, aber jetzt möchte ich nicht mehr.

„Ich hoffe, ihr macht mir nicht zu viel Blödsinn hier. Ich habe euch ja gesagt, dass ihr nicht am Tisch furzen sollt. Emily hat mir schon alles berichtet. Benehmt euch hier bloß, ihr kleinen Schweinchen, hihi.“

Und ja, das werden wir. Nachdem sie uns ihre neusten Witze erzählt, sieht die Welt nämlich gar nicht mehr so schlimm aus.


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