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  • Kucki 232

Folge 89 - Vorbereitungen


 

Erste Sommerwoche: Dienstag

Geburtstag: keiner

Event/Feiertag: keiner

Erzähler/in: Marc

 

Na ja klar, es ist alles hier so ein bisschen stressig, aber ich muss eben die Ruhe bewahren. Das habe ich in meinem Job gelernt. Bringt ja nichts, blindlings reinzurennen und das Haus zu stürmen. Immer schön ranpirschen. Und so ist das hier zuhause auch.

Was aber noch viel genialer ist, ist, dass ich mich heute bei meiner neuen Kanzlei vorstelle. Sie suchen händeringend einen talentierten Detektiv wie mich. Das geht doch runter wie Butter. Meine Laune ist dementsprechend ganz weit oben.

„Guten Morgen, mein Sonnenschein.“

„Huch? Was ist denn mit dir los?“

„Tja. Was magst du frühstücken? Soll ich dir was machen? Welchen Tee möchtest du? Eier dazu?“

„Ähm, ich nehme alles doppelt, wenn du schon so fragst. Honigtee bitte.“

Da guckt meine Frau aber. Natürlich weiß sie, was Sache ist. Sie hat mir auch etwas geholfen, dass ich mich überhaupt wieder aufraffe, um als Detektiv weiterzumachen. Der Anstoß war das beste, was mir passiert ist.

Als ich dann ins Wohnzimmer komme, sitzen die Kids schon startklar für die Schule auf den Sofas.

„Dürfen Shadow und ich heute zu Melania? Sie fragt, ob wir mit ihr einen Kuchen backen wollen und da lernen wir dann natürlich auch.“

„Äh, klar. Warum nicht?“

Da stürmt sie doch glatt zu mir und umarmt mich. Ich verliere fast das Gleichgewicht.

„Danke Marc. Und wenn was vom Kuchen übrigbleibt, dann bringe ich was mit, hihi.“

„Klingt klasse.“

Und plötzlich sind 75% des Haushaltes verschwunden. Manchmal ja richtig göttlich.

„Hey, du. Ich muss mich sowieso auf die Vorstellung vorbereiten. Magst du die Zwillinge nicht eben zu Melania bringen? Wäre klasse.“

„Klar, kann ich machen.“

Natürlich helfe ich meiner Frau noch beim Aufräumen. Bisschen Zeit habe ich noch. So nervös wie heute, war ich schon lange nicht mehr. Eigentlich das letzte Mal so richtig, als ich da auf der Bank in Windenburg saß und plötzlich dieses Mädchen vorbeikam. Ich bin einfach nur happy.

Frisch muss ich dann natürlich auch sein.

Und ich Schussel gehe erst duschen und dann unten trainieren. Ja ja ich weiß, ich bin manchmal ein Schussel. Heute darf ich das aber. Gehe ich eben nachher nochmal. Wenn denn die Zeit bleibt. Verdammt. Irgendwas muss dann ja schieflaufen. Egal. Ich bin startklar für alles.

Ansonsten gibt es ja noch mein gutes Deo. Zeit für eine Runde muss jetzt aber sein.

Wie ich später merke, bin ich auch total eingerostet. Das ging doch alles mal viel leichter. Puh. Jetzt komme ich wirklich ins Schwitzen.

Aber so richtig. Aaaaaaaaaah, komm runter, du Teil.

Anschließend gehe ich dann nochmal schnell duschen. Ich stinke wie eine Biotonne. Der Termin ist um 10. Muss noch ein bisschen runterkommen. So voll im Hype da jetzt hingehen, kommt garantiert nicht gut.

Was mich da wohl für Aufträge erwarten? Spektakuläre? Verrückte? Mysteriöse? Ich bin dabei.

So langsam muss ich mich dann aber doch fertigmachen. Sieht ein bisschen doof aus, wenn ich zu spät komme. Auch wenn die Kanzlei mich in großen Tönen lobt. Das hat bei mir trotzdem nichts zu heißen.

Muss sowieso nochmal schauen, wo ich da genau hin muss. Newcrest, ist ja klar. Hmm, okay, da rechts abbiegen. Alles klar.

Oh, cool. Sie haben mir sogar schon etwas geschickt, was ich mir mal anschauen kann. Viele verschollene Sims sind mit darunter. Oder wow. Auch nicht schlecht. Ein Verrückter, der kleinen Kindern die Puppen kaputtmacht. Hä? Na, das geht ja wieder gut los. Das macht man doch nicht.

Ist auf jeden Fall wieder alles mit dabei. Sie muten mir ja schon viel zu und zeigen ihre Fälle, obwohl ich ja noch gar nicht zugesagt habe. Aber nein. Was soll da schiefgehen? Die Kanzlei hat einen guten Ruf. Und ich kann wieder wunderbar von zuhause aus arbeiten.

Ich muss zwar erst in einer halben Stunde los, aber ich bin total aufgeregt. Man. Als ob die Zeit gerade nicht weiter will. Immer cool bleiben, Marc.

Ich verabschiede mich schon mal bei Emily, weil sie noch in die Stadt möchte. Und ich sitze jetzt hier und warte und ... erst zwei Minuten rum. Na klasse.

Bis der Startschuss nach gefühlt 100 Stunden fällt. Grausam, diese Warterei. Ich gehe zum Auto und auf geht es. Wir sehen uns dann später.

Das Gespräch dauert gut 3 Stunden. Sie sind alles mit mir durchgegangen und bereuen es nicht, mich kontaktiert zu haben. Ich dürfte sogar auch Aufträge aus dem Geheimdienst angehen, wenn ich denn irgendwann befördert werde. Erstmal sind aber kleine Aufträge angesagt. So zur Probe. Muss ja auch erstmal wieder warm werden damit.

Und da bin ich wieder, in alter Blüte.

Die Kanzlei hatte schon richtig Sorge, dass ich nicht zusagen könnte. Natürlich versuche ich jetzt meiner Frau nicht gleich um den Hals zu fallen. Ich setze mich da ganz cool zu ihr hin und der Rest erklärt sich dann ja von selbst.

„Hey, mein süßer Detektiv, hihi.“

Na klar. Sie kann es wieder nicht lassen.

Ich gehe also Richtung Schlafzimmer und bemerke, dass meine Frau mich wortlos verfolgt. Bleibe ich stehen, bleibt sie stehen.

„Warte mal, hihi.“

Hmpf, ich wollte mir eigentlich nur kurz Wohlfühlklamotten anziehen und dann ab auf die Couch.

„Sorry, aber du bist so sexy in diesem Outfit. Du bist total heiß, hihi.“

„Äh.“

„Ähm, ich glaub’, ich muss mich doch ganz schnell umziehen. Gleich wieder da.“

Ich möchte flüchten, aber sie steht da nur und grinst total frech. Oh nein. Ich ahne was.

Und ich liege richtig. Verdammt.

Später dann:

„So, jetzt darfst du machen, was du willst, mein heißer Detektiv, hihi.“

Wie nett. Ich höre in dem Moment auch die Kids nach Hause kommen. Zu Melania fahre ich dann gleich noch ganz schnell. Muss die Zwillinge abholen.

Der Tag so ist richtig wunderbar. Ein bisschen heiß draußen, aber ich habe einen Job. Ja, ich war nicht so ich selbst in der letzten Zeit. Erst Valentino und dann diese Hass-Mails und das alles. Das schaffe selbst ich nicht. So hat mir die Familie aber immer wieder den Halt gegeben, den ich brauche. Selbst wenn jetzt neue Probleme mit in den Haushalt gekommen sind, die bewältigt werden müssen.

„Der Kuchen ist angebrannt, weil ich zu doof war, den rechtzeitig rauszuholen. Das ist doch doof. Habe mich so auf den Kuchen gefreut. Wollte Madleen auch ein Stück mitbringen.“

„Na ja. Dann back doch morgen hier einen neuen und mit Emilys Hilfe wird der bestimmt was.“

Und dann habe ich da noch etwas anderes auf dem Herzen, da sich hier wohl immer mehr Liebespärchen bilden und meine kleinen Kinder langsam erwachsen werden. Bei Joshi kann ich eh nicht mehr viel ausrichten, da er in zwei Tagen 18 wird, aber bei ihm hatte ich nie irgendwelche Bedenken. Hier sieht es aber schon wieder etwas anders aus.

Und eben noch die anderen Probleme dazu.

„Man, ey. Wieso ist die Schule so scheiße? Ich hab in Sport 'ne Vier bekommen, obwohl ich der beste in Sport bin. Alter, ich raste irgendwann noch aus. Ist einem nicht mal das Glück gegönnt.“

Auch wenn mein Sohn jetzt mit Naomi zusammen ist, was ich sogar richtig cool finde, ist er dadurch trotzdem nicht viel ruhiger geworden. Er meckert immer noch an allem rum und alles ist ja so doof. Das ist eben Emilio.

„Paps, guck mich nicht so an. Das ist so. Du hast dich doch bestimmt auch mal über eine ungerechte Note aufgeregt, oder nicht?“

Aber ich bin ja eigentlich wegen was ganz anderem hier. Das muss geklärt werden und irgendwie ist das ja ein doofes Gefühl, den ganzen Teenies sagen zu müssen, dass sie ja nicht übertreiben sollen. Also mache ich das einfach.

„Hey, ähm. Ich freue mich für euch und so und finde das toll, dass ihr jetzt alle zusammen seid und so und ähm. Aber übertreibt bitte nicht und ähm ... Ihr wisst schon.“

„Haha, Paps. Du bist ja cool drauf. Ich kann nicht mehr.“

„Boah, ist das echt jetzt dein ernst? Was hat dich denn heute geritten?“

„Aber krass. Paps hat schon recht. Er meint es ja nur gut. Er ist eben der Coolste, stimmt's Naomi?“

„Ich finde auch, dass es nicht verkehrt ist. Warum auch? Meinem Vater interessiert ja eh nicht, was ich mache und ich kann eh auf mich allein aufpassen. Marc macht sich wenigstens Gedanken darüber“, findet Marianne.

Auch wenn ich jetzt wieder ins Leben der Detektive zurückkehre, habe ich sehr viel Verantwortung zu tragen. Nicht nur innerhalb dieses Hauses, sondern auch außerhalb. Meine kleine Schwester braucht auch oft eine tröstende Schulter und da kommt sie dann gerne zu mir.

Trotzdem bin ich glücklich darüber, dass es hier einigermaßen rundläuft. Wer hätte das gedacht, bei diesem übergroßen Haushalt? Ab und an tritt sich jeder mal auf die Füße, aber dann freue ich mich wieder darüber, solche Bilder zu sehen:

Oder eben noch andere Dinge klären.

Auch wenn Joel das jetzt reizend findet.

Also fange ich gleich damit an.


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