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  • Kucki 232

Folge 94 - Zukunftspläne und andere Geständnisse


 

Zweite Sommerwoche: Sonntag

Geburtstag: keiner

Event/Feiertag: keiner

Erzähler/in: Emily

 

Ahnin Kucki besucht mich oft in den Träumen und erzählt mir, was sie herausgefunden hat. Die Verbindung wird immer stabiler, aber ist immer noch nicht perfekt. Sie beschützt auch Joshi weiterhin. Das gibt mir Mut, einfach weiterzumachen. Und genau deswegen werden heute so einige Karten auf den Tisch gelegt.

„Morgen, mein süßer Blondschopf.“

„Morgen.“

Wir haben heute auch recht lange geschlafen. Kein Wunder, denn die Party war spät zu Ende.

„Wollen wir es ihnen heute wirklich alles sagen?“

„Es ist etwas viel, aber da müssen wir wohl durch, oder?“

„Ich habe ja echt noch alles versucht, aber langsam ersticke ich in den Papieren. Dies und das muss gemacht werden. Hmpf.“

„Natürlich. Wir kriegen das hin. Samira hat ja recht. Wir müssen wieder alle zusammenrücken. Jetzt erst recht.“

Also gehen wir ins Esszimmer und bereiten die Kinder darauf vor, dass wir etwas auf dem Herzen haben. Selbst die Kids sind heute sehr spät aufgestanden.

Etwas mulmig ist mir trotzdem. Wie werden sie reagieren?

Später setzen wir uns also zusammen und ich schaue erstmal auf die Launen der Kids. Es wird noch viel von gestern erzählt. Die Party war aber auch schön.

Bis ich dann schließlich einfach aufstehe und ihnen was zeigen möchte. Wann sollen sie denn sonst erfahren, wo ich plötzlich diese Tattoos herhabe? Eine normale Familie waren wir noch nie, auch wenn ich es so wollte.

Madleen ist da so vertieft in ihren Aufgaben, dass ich mir einen kleinen Scherz erlaube. Sie lernt im Moment viel für ihre Prüfungen und könnte mal die ein oder andere Dusche gebrauchen und ja, sie ist auch wegen Shadow ziemlich bedrückt. Er hat sich bis heute nicht gemeldet.

„Was zum ...?“

Plötzlich schauen mich sämtliche Augen an. Erstmal warte ich aber auf die ganzen Reaktionen. Puh, jetzt habe ich doch ganz schön Herzklopfen. Sie wissen ja von ihrem Erbe, mit der Magie und dem Reich und das allem. Aber dass ich zaubern kann, wusste natürlich keiner, außer Marc.

„Mam? Was war das bitte da für ein Kribbeln da gerade? Was hast du gemacht? Hast du gezaubert? Wie hast du das gemacht?“

Und so schütte ich mein Herz aus und erzähle meinen Kindern von meiner Vergangenheit. Den Blutlinien und unsere Aufgabe. Den Dimensionen und den schwarzen Magiern, wo leider auch die Collette-Blutlinie dazugehört. Also Shadow und Melody.

Viele Fragen kommen plötzlich auf und andere sitzen einfach nur da.

„Alter. Ich kann dann auch zaubern? Bin ich dann jetzt voll der Magier und kann manche Klappen zuzaubern, wenn sie mich nerven? Das wäre mal richtig geil.“

„Was ist mit den schwarzen Magiern, Mam? Habe ich da auch einen im Kopf?“

Ich hätte gedacht, dass sie das jetzt seltsam finden würden, aber irgendwie nehmen sie es mit Humor, aber auch einem gewissen Ernst auf. Es ist nur gerade etwas komisch, dass ich die einzige Magierin in der ganzen Welt bin.

Einen habe ich noch:

„Äh, irgendwie ist das ja gruselig. Mam, du hast uns zwar schon ein bisschen erzählt, aber ich dachte, das wäre alles nur ein Witz. Ich dachte, wir wären damals in einem Glitzerpark und habe das nie für voll genommen.“

„Hat jemand Hunger, hihi?“

Und so reden plötzlich wieder alle durcheinander oder eben auch nicht. Aurelie schaut mich einfach nur an und all das verschlägt ihr langsam die Sprache. Tja, aber so ist das nun mal. Magier gab es damals wie Sand am Meer bis zur großen Magierverbrennung. Die normalen Sims hatten so eine Angst vor uns und haben uns schließlich verfolgt. So entstand das Reich der Magie, wo sich die restlichen Magier zurückzogen. Einige wurden davon verrückt und andere haben sich gelangweilt. Andere wiederum haben versucht, Frieden zu schließen. Daraus wurde eine bunte Mischung aus friedvollen und aggressiven Magiern.

„Hey, Mam. Dann bist du ja richtig was Besonderes, was? Hätte ich nie gedacht, dass meine Mam voll die Coolste ist. Jetzt kann ich mit dir so richtig angeben. Voll geil.“

„Ich habe euch ja immer versucht zu erklären, das da mehr ist. Ihr müsst euch das Reich mal genauer anschauen. Das ist voll verrückt dort.“

„Ja, cool. Ich werde auch gleich in der Schule rumerzählen, was wir sind. Vielleicht kann man sich da ja doch noch ein Nutzen draus schlagen.“

„Stopp, stopp. Nein, so einfach geht das nicht. Das lasst ihr schön, das da draußen weiterzusagen. Ich habe eh Vorkehrungen getroffen. Wenn ihr auch nur einmal versucht, jemandem da draußen zu sagen, was ich bin, dann werdet ihr es vergessen haben, bevor ihr es überhaupt aussprechen könnt. Ihr werdet in dem Moment einfach vergessen, was ihr sagen wolltet.“

„Wir müssen eh vorsichtig sein, da wir nicht wissen, wo noch die schwarze Magie rumspukt. Vielleicht in Niklas´Gedanken. Sie können zwar nichts machen, aber wie es scheint, versuchen sie uns zu manipulieren. Das darf nicht sein. Also seid bitte vorsichtig.“

„Eure Mam hat recht. Es ist gut, wie es ist und wer weiß auch, wie man uns sieht, wenn das rauskommen würde?“

„Und wenn du nicht mehr bist, dann übernimmt derjenige die Magie, für den sich Ahnin Kucki entschieden hatte?“

„Genau.“

„Aber irgendwie ja auch blöd.“

„Ja, mag sein, aber jeder von euch hat eine wichtige Aufgabe. Wir müssen einander aufpassen, denn egal, wo das Erbe hingeht, es darf nicht noch einmal passieren. Wir müssen die Magie beschützen.“

„Und wir müssen halt herausfinden, wer da in deinem Kopf rumspukt, Niklas. Wenn du das nächste Mal diese Stimme hörst, dann sag mir bitte Bescheid. Sie scheint, dich manipulieren zu wollen.“

„Na dann werde ich den Spieß doch mal umdrehen, oder nicht? Vielleicht kann man den ja veräppeln, haha.“

„Das ist nicht witzig. Sei bitte vorsichtig. Schwarze Magier haben es fast geschafft, unsere Welt zu zerstören. Und wer weiß, was sie noch anstellen werden? Ramon war schon das beste Beispiel. Sie können noch so nett zu uns sein.“

Es ist schwierig, den Kindern das jetzt richtig beizubringen. Ich möchte ja, dass sie normal weitermachen können. Sie sollen Teenager sein. Einfach nur ihr Leben leben. Und der, der stark genug ist, wird mein Erbe antreten.

Und so reden wir noch eine ganze Weile über die Magie. Es freut mich ja schon mal sehr, dass sie es einigermaßen schmerzfrei auffassen. Wer hätte auch gedacht, dass es sowas überhaupt gibt? Die Magie hat viele Formen. Und ich habe sie fest bei mir verschlossen.

Aber es gibt da noch etwas, was wir uns von der Seele reden müssen. Diesen Part übernimmt Marc. Er steht auf und schaut erstmal, dass er die Aufmerksamkeit der Kinder bekommt.

„Hört zu. Mein Paps hat es gut gemeint, als er uns das Haus mehr oder weniger überlassen hatte. Wir haben seitdem viel hier aufgebaut, aber im Großen und Ganzen, ist es die reinste Bruchbude. Die Stützen nutzen sich immer mehr ab und immer mehr muss erneuert werden. Wir haben zwar noch Geld übrig, aber für die Renovierungskosten wäre das einfach zu viel.“

„Moment, Paps. Du willst uns jetzt nichts sagen, dass wir umziehen, oder?“

„Leider ja. Die Rechnungen stapeln sich immer mehr und die Renovierung würde sich auf 2 Millionen belaufen. Es ist einfach zu viel zu machen. Das lohnt sich einfach nicht und so viel haben wir nicht. Ich habe ja schon alles versucht.“

„Und? Wo soll es hingehen? Ich hoffe, es ist schön dort. Dann ist es mir egal.“

„Samira hat uns gefragt, ob wir nicht wieder nach Brindleton Bay wollen. Nur dahin, wo Valentino wohnte. Dort haben sie das Haus abgerissen und Melania ist jetzt auf unserem alten Grundstück. Die Familie könnte so wieder zusammenrücken.“

„Mam? Du weißt schon, dass wir dann bei den Zwillingen in der Nähe wohnen? Nein, ich verzichte. Nein. Niemals. Nicht dahin.“

„Och, kommt schon, Leute. Die Ecke dort ist doch schön. Wir wären alle wieder zusammen. Samira würde sich freuen, wenn wir wieder mehr Kontakt hätten. Das fehlt ihr. Und sie hat recht.“

„Nö. Lieber bleibe ich mit Jingles hier. Melody kann mich mal.“

Das Gespräch löst sich so langsam auf. Eben, wo sie noch recht gelassen auf die Magie wirkten, sieht es nun beim Umzug anders aus. Ja, auch ich wollte erst nicht weg, aber ich habe auch gesehen, wie verzweifelt Marc langsam ist mit den Rechnungen. Er hat alles versucht.

Ich gehe also erstmal nach unten, um den Hof zu machen. Vielleicht können wir die Kinder ja etwas umstimmen, wenn wir uns das Grundstück einmal anschauen. Wäre doch nicht verkehrt.

Und das tun wir auch ca. eine Stunde später. Das Auto wird vollgeladen und schon geht es nach Brindleton Bay. Hier ist es auf jeden Fall heute sehr heiß. Und bei uns in den letzten Tagen nur Gewitter. Es ist ungewohnt, wieder hier zu sein.

Vor unserem ehemaligen Grundstück bleiben wir stehen. Joel ist immer noch sehr skeptisch und hofft, dass Melody sie jetzt nicht sieht. Doch auch er denkt langsam immer mehr an die Vergangenheit hier. Immerhin sind ja hier alle geboren worden. Ich merke, wie er nachdenkt. Wie er zurückdenkt. Daher klopfe ich ihm nur auf die Schulter und mache ihm Mut.

Das Viertel wird im Moment komplett umgebaut und deswegen wäre es eine gute Chance, mal wieder etwas Neues aufzubauen. Ich war schon an so vielen Orten, da habe ich nicht mehr mitgezählt irgendwann, hihi. Aber es kann auch spannend sein. Und so gehen wir weiter die Straße runter. Na ja, laufen eher, hihi. Es ist wirklich sehr heiß hier. Rechts von uns der Friedhof der Generationen.

Langsam fangen auch die anderen immer mehr an, in Erinnerungen zu schwelgen. Die meisten waren zwar noch recht klein und können sich nicht so wirklich an diese Zeit erinnern, aber Emilio muss doch mal kurz innehalten.

Schließlich bleiben wir vor dem leeren Grundstück stehen. Es ist ungewohnt, hier nichts mehr zu sehen. Valentino hat hier glückliche Jahre verbracht.

„Mam? Können wir dann jetzt nach Hause fahren oder uns irgendwo anders noch was anschauen? Ich möchte hier nicht her und dabei bleibe ich.“

„Außerdem fahren hier Autos rum und da habe ich keine Lust drauf.“

„Irgendwie habe ich immer noch das Gefühl, dass du in Melody verknallt bist. Rede doch einfach mit ihr und kläre das. Das wäre jetzt die beste Möglichkeit.“

„Nein, Mam. Bin ich nicht. Wie kommst du darauf?“

„Weil ich deine Mam bin?!“

„Also? Was sagt ihr? Wollen wir hierhin ziehen? Ja, ich weiß. Es wäre anfangs nicht der gemütlichste Ort. Aber irgendwann ist es das schönste Haus hier in der Gegend.“

„Haben wir denn eine Wahl?“

Madleen wiederum kommt auf mich zu und ist langsam von der Sache begeistert.

„Also ich finde es schön, wieder hier zu sein. Ich kann mich kaum daran erinnern, aber ich wurde hier geboren. Wir haben viel im Schnee gespielt und es war einfach schön. Ich bin dabei.“

Marc muss sich nämlich schnell entscheiden, da die Rechnungen trotzdem immer mehr werden würden. Das Grundstück ist hier recht günstig, was unser Vorteil ist. So würden wir das Haus in Windenburg verkaufen und hier was Neues aufbauen. Wie lange wir diesmal bleiben, wissen wir natürlich nicht, hihi. Aber ich hoffe immer noch auf das endgültige Haus der Generationen. Und außerdem müssen wir uns beeilen, weil der Herbst langsam vor der Tür steht.


Einige sind zwar noch recht skeptisch, aber zum größten Teil, können sich die Kinder vorstellen, hierzubleiben.

Marc kommt also zu mir.

Aber auch er ist noch nicht so ganz begeistert von der Entscheidung. Am Haus seines Vaters liegt ihm doch schon sehr viel. Es stand aber zu lange leer. Und genau das bemerken wir immer mehr.

„Na dann!? Ruf ich den Makler mal an, was?“

„Och menno. Komm mal her. Wir kriegen auch das noch hin.“

„Und nein, du hast recht. Hier konnte man immer schön in der Sonne arbeiten. So schlecht ist es ja jetzt auch wieder nicht. Hauptsache, wir sind zusammen.“

Marc zückt sein Handy und wählt die Nummer des Maklers. Es ist also gleich beschlossene Sache.

Nur, dass wir hier morgen schon anfangen können, hätte ich nicht gedacht. Puh. Das wird erstmal wieder eine wilde Zeit. Aber davon lassen wir uns nicht unterkriegen. Meine Schwester hat nämlich recht. Wir haben uns in der letzten Zeit einfach zu wenig gesehen. Und jetzt würde sie direkt gegenüber von uns wohnen. Da freue ich mich drauf.


Den Rest des Nachmittags verbringen wir mit einer ordentlichen Wasserballschlacht. Hihi. Das ist auch mal witzig.

Ich erkenne sogar, dass das Mädchen hier ist, was gestern bei uns war. Mira? Ich weiß jetzt gerade nicht mehr.

Am Abend sind wir alle doch recht entspannt drauf. Wir blicken in die Zukunft und umziehen ist trotzdem wie ein Abenteuer. Wir haben nur leider nicht mehr so viel Zeit, alles zusammenzupacken, bevor uns die Kosten auffressen. Immer ist irgendwas.

Und das Schlimmste ist, dass meine Träume, wieder bei meinen Geschwistern zu sein, gerade so ordentlich zerpflückt wurde. Samira stirbt nämlich wenige Stunden später. Und da war sie doch erst gestern bei uns:

Mach’s gut, große Schwester.

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